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Erstes onsen: So wählen Sie eine unpeinliche erste Erfahrung

Verunsichert wegen Nacktheit im onsen? Der Guide zeigt, wie private Bäder, günstige Zeiten und einfache Tricks Peinlichkeit senken und entspanntes onsen-Erleben ermöglichen.

Auch wenn Sie ein onsen in Japan ausprobieren möchten, fühlen sich viele Menschen unwohl dabei, sich vor Fremden zu entblößen. Das ist nicht ungewöhnlich und eine natürliche Reaktion, wenn man nicht an die gemeinsame Badekultur gewöhnt ist.

Wichtig ist, nicht gleich ein onsen mit schwierigen Bedingungen zu wählen. Wenn Sie sich beim ersten Mal zu viel zumuten, denken Sie leicht, dass onsen generell nichts für Sie ist. Schon kleine Anpassungen bei der Wahl der Einrichtung und beim Ablauf können die psychische Belastung deutlich reduzieren. In diesem Artikel zeigen wir, wie Sie ein erstes onsen so wählen, dass die Scham geringer ausfällt.

Zunächst: Es ist normal, sich unwohl zu fühlen

Manche Besucher denken, Japaner seien alle unbefangen beim Nacktsein. Tatsächlich fühlen sich aber auch viele Japaner nicht völlig wohl dabei, vor anderen nackt zu sein. Die Empfindung hängt stark davon ab, wie vertraut jemand mit Gemeinschaftsbädern ist.

Das heißt: Es ist völlig in Ordnung, sich beschämt zu fühlen. Statt zu versuchen, von Anfang an völlig entspannt zu sein, ist es realistischer, Bedingungen zu schaffen, bei denen Scham weniger stark auftritt.

Vermeiden Sie am Anfang zu große Einrichtungen

Als Neuling sind große, stark frequentierte Anlagen oder allzu berühmte öffentliche Bäder oft schwieriger als kleine Einrichtungen wie das Badehaus eines Ryokan oder kleinere Bäder. Wenn Sie eine Zeit mit wenig Betrieb wählen, müssen Sie sich weniger um die Umgebung kümmern.

Insbesondere die nur für Übernachtungsgäste zugänglichen Bäder sind oft ruhiger als beliebte Tagesbäder. Wenn Sie das onsen zum ersten Mal ausprobieren, ist es sinnvoller, die Zugänglichkeit und das Wohlgefühl zu priorisieren.

Beginnen Sie ggf. mit einem privaten Bad oder Zimmerbad

Wenn die Angst vor Gemeinschaftsbädern groß ist, können private Bäder oder das Bad im Zimmer eine gute Alternative sein. Dort sind Sie ganz allein oder nur mit Begleitung, was für diejenigen, die sich beim Nacktsein unwohl fühlen, sehr angenehm ist.

Nur weil Sie nicht ins Gemeinschaftsbad gehen, heißt das nicht, dass Sie kein onsen-Erlebnis haben. Es ist völlig sinnvoll, das Wasser eines onsen kennenzulernen und sich mit dem Ablauf im Ryokan vertraut zu machen.

Die Tageszeit beeinflusst die psychische Belastung

Zu Stoßzeiten fällt es leichter, die Umgebung wahrzunehmen und sich unwohl zu fühlen. Meiden Sie die typischen Essenszeiten am Abend und wählen Sie stattdessen den frühen Morgen oder spätere Stunden, wenn weniger Gäste da sind.

Die Auslastung variiert je nach Einrichtung, aber als Grundregel für den ersten Besuch gilt: passende Zeit wählen. Selbst im selben Bad kann der Eindruck je nach Uhrzeit sehr unterschiedlich sein.

Kennen Sie vorher den Ablauf

Scham wird oft durch die Angst verstärkt, nicht zu wissen, was zu tun ist. Wenn Sie den Ablauf kennen—Kleidung im Umkleidebereich ablegen, den Körper waschen, in die Wanne steigen und danach abtrocknen—dann beruhigt das.

In japanischen onsen verhalten sich die meisten Menschen ruhig und folgen ihrem eigenen Ablauf. Wenn Sie verstehen, dass es kein Raum ist, in dem andere übermäßig beobachten, wird das die Anspannung mindern.

Sie müssen nicht lange bleiben

Wichtig beim ersten onsen ist nicht, perfekt zu genießen, sondern eine unangenehme Erfahrung zu vermeiden. Es ist völlig in Ordnung, nur kurz zu bleiben und wieder aufzustehen. Schon das Kennenlernen der Atmosphäre ist ein Fortschritt.

Sobald Sie den Ablauf kennen, wird der zweite Besuch meist leichter. Streben Sie nicht gleich einen langen Aufenthalt oder mehrere Durchgänge an; so fällt das Einsteigen ins onsen oft leichter.

Eine hilfreiche Denkweise

In gemeinschaftlichen Bädern konzentrieren sich die meisten Menschen auf ihr eigenes Bad. Es ist eher ein Ort, an dem jeder seinem eigenen Ablauf folgt, als ein Ort, an dem sich alle gegenseitig beobachten.

Blicke können zwar stören, aber oft werden Sie weniger beachtet, als Sie befürchten. Wenn Sie das onsen als Ort sehen, an dem jeder für sich ist, fällt die Akzeptanz leichter.

Fazit

Wenn Sie sich unwohl fühlen, vor Fremden nackt zu sein, wählen Sie für den ersten onsen lieber eine kleine, ruhige Einrichtung oder ein privates Bad beziehungsweise ein Zimmerbad. Allein die Wahl der Uhrzeit und der Größe der Einrichtung kann die psychische Belastung stark reduzieren.

Ob Ihnen Gemeinschaftsbäder zusagen, können Sie nach einem entspannten, ruhigen ersten Versuch besser einschätzen. Sehen Sie den ersten Besuch als Übung, um sich an die japanische onsen-Kultur zu gewöhnen.

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