Meine Eltern werden älter. Sie sind nicht für immer fit. Man weiß nie, was passieren kann.
Gerade deshalb gilt für mich: Wenn ich das Gefühl habe, eine Reise mit ihnen machen zu wollen, ist genau dieser Moment der beste Zeitpunkt – und dann fange ich sofort mit der Planung an. Ich glaube daran, dass man nur dann bekommt, was man sich wünscht, wenn man im Augenblick des Entschlusses handelt. An diesem Tag erfüllte ich mir endlich einen lang gehegten Wunsch: meine Eltern auf eine Reise mitzunehmen. Wir brachen zu einem zweinächtigen Familienausflug durch Fukuoka und Saga auf.
Den ersten Tag verbrachten wir in der Präfektur Fukuoka. Zunächst statteten wir dem Dazaifu Tenmangu einen Besuch ab. Der Schrein ist als Stätte des Lernens bekannt – doch was für ein Segen war es, gemeinsam als Familie diesen Weg entlanggehen zu können. Wir schlenderten die Einkaufsstraße entlang, bissen in Umegaemochi und genossen die lokale Küche in vollen Zügen. Allein das Lächeln meiner Eltern zu sehen erfüllte auch mich mit tiefer Freude.
Aber auch auf einer Familienreise gibt es für mich abends einen besonderen Schalter, der sich umlegt. Natürlich: die Sauna-Zeit. Meine ganze Familie liebt Saunas, und bei der Wahl einer Unterkunft ist es für uns Bedingung, dass sie über hochwertige Naturquellen, eine Sauna, ein Kaltwasserbad sowie gutes Essen verfügt. Aus den vielen Möglichkeiten hatten wir uns diesmal für eine Nacht im Dormy Inn Hakata Gion entschieden.
Wir kamen im Hotel an, checkten ein und ruhten uns kurz im Zimmer aus – dann ging es direkt in den großen Badebereich. Im sauberen Umkleideraum streifte ich zügig die Kleidung ab und öffnete die Tür zum Baderaum.
Das Ambiente des Dormy Inn ist im japanisch-modernen Stil gehalten: gedämpftes Licht und Felsgestaltung schaffen eine wunderbar ruhige Atmosphäre. Für das Großbad eines Businesshotels ist die Ausstattung mehr als beeindruckend.
Zunächst verschaffte ich mir einen Überblick. Es gibt ein Naturquellenbad, dessen Wasser aus dem Untergrund des Gebäudes gepumpt wird, dahinter den Saunaraum und direkt daneben das Kaltwasserbad. Im halboffenen Außenbereich stehen Liegestühle und ein Ventilator – ideale Bedingungen für die Außenluftphase. Voller Vorfreude reinigte ich mich zunächst gründlich und ließ mich dann in das Naturquellenbad Mikasa no Yu sinken.
Das Calcium-Natrium-Chlorid-Thermalwasser hat eine samtweiche Haptik, und ich spürte, wie die Erschöpfung vom Schlendern durch Dazaifu allmählich von mir wich. Schon allein das Verweilen in dieser Quelle ist ein Hochgenuss – doch mein eigentliches Ziel war natürlich die Sauna. Gut durchwärmt machte ich mich auf den Weg zum Trocken-Saunaraum.
Als ich die Tür öffnete, kitzelte der Duft von Energy-Bouquet-Aroma meine Nasenschleimhaut. Im Inneren herrschten rund 90 °C, und das Gleichgewicht zwischen Hitze und Feuchtigkeit stimmte genau. Das Dormy Inn Hakata Gion verfügt über eine neue Sauna mit einem hervorragenden automatischen löyly-System, das alle 20 Minuten in Gang gesetzt wird. Ich setzte mich auf die Bank, schloss ruhig die Augen und spürte, wie der Schweiß langsam aus mir heraussickerte.
Nach einer Weile setzte mit einem Zischen das Auto-löyly ein. Wasser ergoss sich über die Saunasteine, und der Aromaduft stieg noch intensiver auf. Hitzewellen strömten von oben herab und wärmten den ganzen Körper mit Macht. Auch auf einer Familienreise mache ich beim Saunieren keine Kompromisse. Ich sammelte Hitze bis an meine Grenze und sprang dann aus dem Saunaraum heraus.
Ich eilte direkt ins danebenliegende Kaltwasserbad. Nachdem ich mich abgegossen hatte, tauchte ich in einem Zug bis zu den Schultern ein – in diesem Moment zogen sich alle Blutgefäße zusammen. Die Wassertemperatur: 15 °C. Das Wasser wird mit einem Kühler zuverlässig heruntergekühlt und bringt den vom Saunieren überhitzten Körper perfekt auf Temperatur. Das Felsbecken hat etwas Stimmungsvolles und lässt die japanisch-moderne Atmosphäre spürbar werden. Das Bad ist kompakt – Platz für gerade einmal ein bis zwei Personen – doch da es nahezu ausschließlich von Hotelgästen genutzt wird, ist es nie überfüllt, und man kann in aller Ruhe und im eigenen Tempo darin verweilen.
Nach dem Kaltwasserbad begab ich mich in den halboffenen Außenbereich. Ich ließ mich tief in den Liegestuhl sinken und schloss die Augen. Der Ventilator über mir strich sanft über meinen erhitzten Körper. Schon nach der ersten Runde spürte ich ein tiefes Totonou – als würde sich mein Blickfeld wellenartig weiten.
Sauna, Kaltwasserbad, Außenluft – mit jeder Wiederholung merkte ich, wie mein Inneres sich leerte. All die Gedanken, die meinen Kopf besetzt hatten, lösten sich auf, und zurück blieb einzig ein reines, unvermischtes Wohlgefühl. Gleichzeitig stellte sich ein tief friedlicher, fast schon schöner Geisteszustand ein, in dem ich von Herzen auch das Glück anderer Menschen wünschte.
In solchen Momenten nehme ich mir immer die Zeit, für die Gesundheit meiner Familie und meine eigene zu danken. Jetzt gerade mit meinen Eltern zu reisen, mit ihnen in derselben Unterkunft diese wunderbare Sauna zu genießen, gemeinsam ein gutes Essen zu haben – wie unglaublich kostbar und wie viel Glück das bedeutet. Die Hitze der Sauna und das kalte Wasser rücken das Glück des Alltags, das man so leicht vergisst, wieder klar ins Bewusstsein.