Das Dilemma zwischen der Aussichtssauna und dem kalten Tauchbecken
Kagawa
20. Juli 2026 | Vol.2
「Kotohiki Kairou」 Erfahrungsgeschichte
Das Dilemma zwischen der Aussichtssauna und dem kalten Tauchbecken
Reisetagebuch
Eine erstklassige Einrichtung ist ein Ort, der einem das schmerzliche Gefühl gibt, „Ich will nicht mehr nach Hause gehen“ und „Ich möchte für immer hierbleiben“, und der einen dazu bringt, sich zu wünschen, im eigenen weiteren Leben unbedingt noch einmal dorthin zurückzukehren. Es gibt viele feine Bewertungskriterien wie die Qualität der Onsen, der Sauna und des kalten Tauchbeckens, doch aus einer größeren Perspektive betrachtet ist es der Kern der Sache, ob man dieses Gefühl erlangen kann.
Gestern, nach einer Nacht seit dem erstklassigen Erlebnis in „Tōdōgo no Sora to Mori“, fuhr ich mit dem Auto in Richtung der Stadt Kanonji in der Präfektur Kagawa. Diesmal besuche ich gemeinsam mit meinem Vater, einem Sauna-Kameraden, „Kotohiki Kairou“, das den Ruf genießt, eine der besten Einrichtungen in Shikoku zu sein. Für mich ist es der erste Besuch, mein Vater hingegen soll bereits dort gewesen sein. Als ich unterwegs nach seinem Eindruck der Einrichtung fragte, gab er eine feuchte, als hätte er etwas zwischen den Backenzähnen stecken, Bewertung ab, sodass ich ein gewisses Unbehagen verspürte.
Ich betrat das Haus um 11 Uhr, der Öffnungszeit, aber da es diese angenehme Zeit direkt nach der Eröffnung nicht verpassen wollten, waren auch bereits recht viele andere Gäste zu sehen. Sowohl das Äußere als auch das Innere sind in einem stimmungsvollen Stil gehalten und erinnern an ein Onsen-Ryokan. Das Hervorragendste ist zweifellos die Lage, denn von der Lounge im Gebäude aus kann man Ariakehama und das Seto-Binnenmeer überblicken, die zu den 100 berühmtesten Sonnenuntergängen Japans zählen. Auch aus den Fenstern der verschiedenen Saunen im Badebereich hat man die starke Möglichkeit, das Meer zu überblicken. Zusammen mit diesem besonderen Erlebnis dürfte dies wohl auch der Grund für die landesweit hohe Bewertung sein.
Zumindest laut den Bewertungsseiten im Internet.
Nachdem ich mich umgezogen hatte, betrat ich das große Badehaus. Als meine eigene Regel schaue ich mir zuerst die Wegeführung an, auch um die Einrichtung zu prüfen. Vom Innenbad aus ist das Seto-Binnenmeer zu sehen, und im Außenbereich stehen verschiedene Arten von Saunen nebeneinander. Da das Konzept auf einem Sauna-Themenpark basiert, ist dieses Aufgebot erwartungsgemäß beeindruckend. Barrel-Sauna, Zeltsauna, finnische Sauna und so weiter, die Auswahl ist äußerst vielfältig.
Da es mehrere kalte Tauchbecken gibt, habe ich nacheinander die Hand hineingehalten und die Wassertemperatur überprüft.
Im selben Augenblick wurde ich von tiefer Enttäuschung übermannt.
Alle kalten Tauchbecken waren äußerst lau. So lässt sich nach der Sauna kaum das höchste Maß an Entspannung erreichen. Es gab zwar ein durch einen Chiller gekühltes Tauchbecken, doch auch dort lag die Wassertemperatur bei etwa 20 °C, und da es zudem der prallen Sommerhitze ausgesetzt war, würde die Wassertemperatur wohl immer weiter ansteigen. Außerdem war die Reinigung des Badebereichs nicht ausreichend, und mein erster Eindruck war, dass die Anlage nicht ordentlich gepflegt wird. In den warmen Becken und den kalten Tauchbecken trieb reichlich Müll auf der Oberfläche, und man hatte keinerlei Lust, sich dort hineinzulegen und zu entspannen. Eine gute Einrichtung ist eine, in der die Mitarbeiter häufig den Badebereich betreten und verlassen und fortlaufend Wasserqualitätsprüfungen, Fliesenreinigungen und Kontrollen der Saunen durchführen. An diesem Tag sah ich jedoch vom Betreten bis zum Verlassen des Badebereichs keinen einzigen Mitarbeiter.
Schon allein weil das kalte Tauchbecken nicht kalt ist, steht fest, dass das Saunaerlebnis an diesem Tag ein äußerst hartes Ergebnis haben wird. Doch ich riss mich zusammen und beschloss, verschiedene Saunen auszuprobieren.
1. Runde: Ariake Sauna
Aus den Fenstern dieser hell gehaltenen Sauna mit weißem Grundton kann man das Seto-Binnenmeer und die Insel Ibukijima überblicken. Es gibt einen Saunaofen von Harvia, und man kann selbst Löyly aufgießen. Sowohl Temperatur als auch Luftfeuchtigkeit sind hervorragend, und das Saunaerlebnis, während man gleichzeitig die majestätische Meereslandschaft des Seto-Binnenmeers betrachtet, bleibt als besonderes Erlebnis in Erinnerung. Ich verweilte eine Weile beim Anblick des Meeres und erwärmte langsam und gründlich meinen Körper.
Nachdem ich die Sauna verlassen hatte, ging ich zum kalten Tauchbecken, doch das nächstgelegene war das „Setouchi Meereswasser-Tauchbecken“, das mit Meerwasser aus dem Seto-Binnenmeer gespeist wird. Da jedoch mitten im Hochsommer Juli war, hatte sich die Wassertemperatur auf fast 30 °C erhöht, sodass es inzwischen kein Tauchbecken mehr war. Ich wollte zu dem einzigen anderen gekühlten Tauchbecken gehen, aber dort war bereits ein anderer Gast, und so blieb mir nichts anderes übrig, als meinen Körper in ein lauwarmes Becken zu tauchen. Überhaupt nicht erfrischend. Ich nahm zusätzlich eine Dusche mit kaltem Wasser und setzte mich dann auf eine Bank, um eine Weile zu ruhen. Das Gefühl des „Touns“ war gleich null.
2. Runde: Ibuki Sauna
Dies ist eine Barrel-Sauna, von der aus man das Seto-Binnenmeer überblicken kann. Sie ist kompakt und bietet Platz für etwa vier Personen, und auch hier kann man selbst Löyly aufgießen. Da man in einem engen Raum Aufgüsse macht, ist die Luftfeuchtigkeit recht hoch und der Schweiß bricht schlagartig aus. Auch hier ist das Saunaerlebnis mit Meerblick zweifellos eine Zeit, die das Herz löst. Doch es ist nicht erfreulich. Der Grund ist, dass man sich im kalten Tauchbecken nicht erfrischen kann.
In der zweiten Runde konnte ich in das einzige durch einen Chiller auf etwa 20 °C gekühlte Tauchbecken steigen. Es ist zwar besser als die anderen, aber temperaturmäßig unbefriedigend. Obwohl es durch einen Chiller gekühlt wird, ist es mitten in der Sommerhitze ohne Sonnenschutz und zudem eine Einzelbadewanne aus Edelstahl, sodass die Wassertemperatur unter der direkten Sommersonne nicht abkühlen, sondern weiter ansteigen wird. Wenn man sich auf die Sauna konzentrieren will, sollte man auch in diesem Bereich die Verwaltung und Pflege überdenken.
3. Runde: Tuli Sauna
Dies ist eine schlichte finnische Sauna in dunklem Stil, die sich für Meditation eignet. Auch in dieser Sauna kann man Löyly aufgießen und in einer stillen Atmosphäre den Körper erhitzen. Ich erhitzte meinen Körper eine Weile, doch selbst wenn man sich erhitzt, ist das Tauchbecken lauwarm, sodass man sich nicht erholt, sondern stattdessen sogar das Risiko eines Hitzschlags besteht. Und wie erwartet war das einzige durch einen Chiller gekühlte Tauchbecken von einem anderen Gast belegt, sodass ich wieder in ein anderes lauwarmes Tauchbecken steigen musste. Selbst wenn man weitermacht, bleibt es hart.
Diesmal ist die Kritik in den Vordergrund getreten, aber ich möchte Verbesserungsvorschläge machen, damit diese Einrichtung zu einer erstklassigen Anlage wird. Das sollte sich „Sauna-Buuchou-san“ unbedingt ansehen.
Zuallererst sollte man mehr Wert auf die Reinigung legen. Das größte Problem ist, dass in den Becken überall Müll auf der Oberfläche treibt. Die Zirkulation sollte verstärkt werden, und Schmutz sollte so konstruiert sein, dass er stets abfließt. Wenn große Müllstücke sichtbar auf der Oberfläche treiben, kann man unmöglich in dieses Wasser eintauchen und sich erfrischen. Außerdem liegt auch im Gang des Badebereichs Müll herum, sodass die Fußsohlen schon beim Gehen schmutzig werden. Da man mit diesen schmutzigen Füßen dann ins Wasser geht, entsteht ein Teufelskreis, in dem sich noch mehr Müll ansammelt. Im Sommer steigt zudem die Bodentemperatur, wodurch die Gefahr besteht, sich die Fußsohlen zu verbrennen; daher wäre es wohl notwendig, auf den Gängen beispielsweise nicht erhitzende Kunststofffliesen zu verlegen.
Als Nächstes sollte das kalte Tauchbecken verbessert werden. Das Wichtigste beim Saunaerlebnis ist das kalte Tauchbecken. Es gibt zwar den Begriff des „Toun“, aber ohne ein kaltes Tauchbecken kann man diesen Zustand nicht erreichen. Nur in die Sauna zu gehen bedeutet einfach nur, dass es heiß ist. Gerade weil es ein kaltes Tauchbecken gibt, kann der in der Sauna erhitzte Körper augenblicklich abgekühlt werden, und durch anschließende Ruhe entsteht ein höchstes Maß an Wohlbefinden. Mit anderen Worten: Der wichtigste Faktor für die Zufriedenheit der Nutzer ist das kalte Tauchbecken, nicht die Sauna. Konkret sollte man Varianten von etwa 20 °C, 16 °C und 9 °C anbieten und sie mit einem Chiller zuverlässig kühlen, damit das höchste Saunaerlebnis ermöglicht wird. Wenn man mit Blick auf das Seto-Binnenmeer in die Sauna geht und im Single-Tauchbecken ein geradezu umwerfendes Gefühl von Frische erlebt, werden die Nutzer sicher unbedingt wiederkommen wollen. In seinem jetzigen Zustand geht einem selbst während des Saunagangs ständig die Sorge um das Tauchbecken durch den Kopf, und nach dem Verlassen der Sauna wird das gesamte Erlebnis zunichtegemacht. Wenn man von einem Sauna-Themenpark spricht, dann sollte es ein Themenpark des kalten Tauchbeckens sein.
Wenn man nur diese beiden Punkte verbessert, dürfte die Zufriedenheit der Nutzer dramatisch steigen.
Terrasse der Einrichtung
Nachdem ich die Sauna verlassen hatte, traf ich wieder auf meinen Vater. Als ich sein Gesicht sah, trug es einen Ausdruck, der irgendwo zwischen Zustimmung und Resignation lag. Jetzt verstand ich den Sinn hinter seiner unterwegs geäußerten „feuchten, als hätte er etwas zwischen den Backenzähnen stecken, Bewertung“ sehr gut. Gerade weil diese Anlage über so außergewöhnliche Waffen wie eine spektakuläre Lage und eine Vielzahl an Saunen verfügt, fallen die Probleme mit dem kalten Tauchbecken und der Reinigung umso stärker auf.
Andererseits bedeutet das umgekehrt, dass das Entwicklungspotenzial unbegrenzt ist. Wenn man nach jener Panorama-Sauna in ein eiskaltes Tauchbecken springen könnte. Wenn man beim Außenbaden die angenehme Meeresbrise spüren könnte. Dann würde diese Einrichtung zweifellos nicht nur in Shikoku, sondern auch landesweit zu einer Top-Adresse werden, bei der man „nicht weggehen möchte“. Ich hoffe insgeheim, dass Kotohiki Kairou eines Tages zu einer solchen erstklassigen Anlage heranreift.
Nun ist auch diese Shikoku-Saunareise damit abgeschlossen. Es gibt Erlebnisse, die perfekt sind, und solche wie diesmal, die zum Nachdenken anregen. All das zusammen ist eben eine „Reise“. Gerade weil nicht alles wie geplant verläuft, strahlt das nächste erstklassige kalte Tauchbecken umso heller. Mit diesem philosophischen Gedanken fuhr ich erneut los, auf der Suche nach der nächsten unbekannten Sauna.