JAPAN ONSEN COLLECTION

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Eine Reise zu 52 außergewöhnlichen Thermalquellen und SaunenJAPAN ONSEN & SAUNA GUIDE

Japans feinste Onsen & Saunen

52 Extraordinary Destinations

52

Ein Kurator, der über 300 Einrichtungen im ganzen Land besucht hat, wählt 52 außergewöhnliche Orte aus, die er von Herzen empfehlen kann. Der einzige Reiseführer, der den Reiz von Onsen und Sauna sowie Kultur und Etikette eingehend vermittelt.

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Ehime
19. Juli 2026 | Vol.1

「Soratomori Higashidogo」 Erfahrungsgeschichte

Ein Sprichwort wie „Der Brunnen vor dem Haus ist dunkel“: eine erstklassige Anlage, die direkt vor der eigenen Tür verborgen lag

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「Soratomori Higashidogo」 Erfahrungsgeschichte

Ein Sprichwort wie „Der Brunnen vor dem Haus ist dunkel“: eine erstklassige Anlage, die direkt vor der eigenen Tür verborgen lag

Reisetagebuch

Ich habe den Besuch wirklich viel zu lange aufgeschoben. Von der Existenz des Higashi-Dogo no Soratomori hatte ich bereits um 2018 erfahren, doch bis heute hatte ich es nie geschafft, dort vorbeizuschauen. „Es ist bestimmt überfüllt“, „Es ist ja so nah, da kann ich jederzeit hinfahren“ und ähnliche bequeme Ausreden hatte ich mir zusammengesucht, um den Besuch immer weiter hinauszuzögern. Als Saunaenthusiast muss ich sagen: ein schwerer Fehler. Da dieser faule Zustand schon viel zu lange angedauert hatte, beschloss ich schließlich, mir selbst einen Tritt zu verpassen und den Besuch endlich in die Tat umzusetzen. Ich fuhr auf die Autobahn und trat das Gaspedal in Richtung Matsuyama in der Präfektur Ehime durch. Das Higashi-Dogo no Soratomori ist eine Aufenthalts-Thermalanlage für Erwachsene, deren Konzept auf „Ki-Yojo“ basiert. Man sagt, sie beherberge das berühmte Higashi-Dogo-Onsen, bekannt als „Beautywasser“ mit einem pH-Wert von 9,2, sowie erstklassige Sauna. Der blaue Himmel durch die Windschutzscheibe schien mir das außergewöhnliche Erlebnis des Tages bereits anzukündigen. Als ich auf dem Parkplatz anhielt, fiel mir sofort die ruhige, schwarz geprägte Außenfassade ins Auge. Schon bevor ich das Gebäude betrat, hob sich meine Stimmung spürbar. Ich durchquerte den eleganten Eingang, erledigte die Anmeldung für das Tagesbad und begab mich in den großen Badebereich. Das Innere war ausgesprochen weitläufig, mit Restaurant, Gesteinsbad und vielen weiteren Einrichtungen neben dem Hauptbad. Das etwas gedimmte, dunkle Licht betonte die Vornehmheit und Ruhe des Raumes und schirmte mich von der Hektik des Alltags ab. In Rekordzeit umgezogen, betrat ich den großen Badebereich und wurde von einem großen Innenbad, einer Sauna und einem Kaltbad empfangen. Das Kaltbad, so erfuhr ich, wird mit Quellwasser aus „Tsue no Fuchi“ gespeist, das zu den Hundert berühmten Quellen Japans zählt. Diesen Genuss wollte ich mir für später aufsparen. Zunächst aber: die Erkundungsrunde. Nach meiner persönlichen Regel kann ich mich erst dann wirklich fallen lassen, wenn ich den Gesamtüberblick habe. Im Außenbereich eröffnete sich mir eine japanisch anmutende Welt mit Gartenlandschaft als Motiv. Zahlreiche Liegestühle luden zur vollkommenen Entspannung nach der Sauna ein, und an fast zehn Stellen gab es Möglichkeiten, im Liegen zu entspannen, ganz wie bei „Brain Sleep“. In den offenen Fels- und Bottichbädern strömte echtes Thermalwasser. Ich kam am frühen Abend, aber schon da war klar: Nachts muss es hier atemberaubend sein. Unwillkürlich musste ich grinsen. Nach dem Erkunden reinigte ich mich gründlich und ließ mich zunächst in das hochkonzentrierte Kohlensäurebad im Freien gleiten. In dem Moment, als ich mich ins Wasser sinken ließ, meinte ich, in Ginger Ale gesprungen zu sein, so intensiv perelte die Kohlensäure an meinem Körper. Bislang war ich fest überzeugt, dass das Kohlensäurebad meines Heimsaunabades, „Naruto Tennen Onsen Aratae no Yu“, die Nummer eins sei. Aber hier, im Higashi-Dogo no Soratomori, verdrängte es diesen Platz mit Bravour und wurde zur neuen Nummer eins. Unzählige Kohlensäureblasen wurden durch die Haut aufgenommen, weiteten die Blutgefäße, förderten die Durchblutung, und mein Körper erwärmte sich rasend schnell. Man könnte eigentlich direkt vom Kohlensäurebad ins Kaltbad gehen, ohne überhaupt in die Sauna zu müssen. Noch ganz überwältigt von der Qualität des Kohlensäurebades, betrat ich für den ersten Satz die Sauna. In dem Moment, als ich die Tür öffnete, raubte mir die Größe und vor allem die Schönheit des Raumes den Atem. Der Raum wurde 2025 gerade erst als „LUMO SAUNA“ renoviert und bietet als stadionförmige Anlage Platz für etwa 40 Personen. Kein Fernseher, keine Uhr, nur tiefe, wohltuende Musik im Schweigen, gedämpftes Licht und ein sanfter Aromaduft, der den Raum erfüllte. Ein Raum voller Immersion, der alle fünf Sinne anspricht. Eine schöne Sauna ist eine, in der man am liebsten immer bleiben und immer wieder hineingehen möchte, fast wie bei der Betrachtung von Kunst. Schöne Formen und ein durchdachtes Design beruhigen die Seele ganz von selbst. Doch kaum hatte ich dieses Wohlgefühl gespürt, traf mich die intensive Hitze ohne Gnade. Das Thermometer hatte ich nicht im Blick, aber gefühlt waren es sicher über 90 °C. Mit Blick auf die Außenlandschaft durch das Fenster der schönen Sauna wärmte ich meinen Körper bis an die Grenze. Nach der Sauna kam das lang ersehnte Kaltbad. Wie bereits erwähnt, bezieht das Kaltbad des Higashi-Dogo no Soratomori sein Wasser aus „Tsue no Fuchi“, das zu den Hundert berühmten Quellen Japans zählt. In dem Moment, als ich mich hineinsinken ließ, hüllte mich das weiche Wasser mit einer sanften Frische von etwa 17 °C ein. Mit einer Wassertiefe von 110 cm konnte ich mich bis zum Hals eintauchen. Die Kälte hatte eine samtige Weichheit, ein magisches Wasser, in dem man am liebsten ewig bleiben würde. Eine Weile blieb ich reglos, um den erhitzten Körper in Ruhe abzukühlen. Nach dem Kaltbad begab ich mich in den Außenbereich mit Gartenlandschaft zur Außenluftruhe. Ich ließ mich in einen der aufgereihten Liegestühle sinken. Der Wind von Dogo strich über meinen Körper, wie wunderbar angenehm das war. Ringsum schienen viele Menschen bereits das Bewusstsein vor Wohlbehagen verloren zu haben. Ich war kein bisschen anders. Obwohl es erst der erste Satz war, hatte mich bereits eine außergewöhnliche Entspannung erfasst. Ich spürte gleichzeitig eine heftige Reue darüber, diese landesweit herausragende Anlage all die Jahre vernachlässigt zu haben, und eine überwältigende Zufriedenheit mit dem erhabenen Saunaerlebnis, das ich gerade genoss. Ein kleiner Exkurs am Rande. Auch die Damensauna soll wunderbar sein, in einem weißen Farbkonzept gehalten, mit einem Iki-Ofen für selbstständiges Löyly, und Vihta, das an den Wänden hängt und einen herrlichen Duft verbreitet. Das Konzept ist ein anderes, daher lässt sich das schwer vergleichen, aber ich wünschte mir doch, dass auch in der Herrensauna Vihta an den Wänden hängen würde. Und wenn ich noch einen Wunsch hätte, dann wäre es, Vihta in Wasser einzuweichen, um Birkenaroma-Wasser zu gewinnen und damit Löyly zu machen. Aber nun ja, ständig nach Dingen zu verlangen, die man nicht hat, ist wohl die schlechte Angewohnheit aller Saunabegeisterten. Am Ende verbrachte ich an diesem Tag 5 Sätze und etwa 2 Stunden im Bad. Sauna, Kaltbad, Therme und das durchdacht gestaltete Ambiente waren allesamt so großartig, dass ich einfach nicht aus dem Badebereich herauskonnte. Nach jedem Saunagang zog es mich zurück in diesen schönen Raum, und im Thermalbad überraschten mich die Weichheit des Wassers und die kraftvolle Kohlensäure immer wieder aufs Neue. Eine Anlage, aus der man nicht gehen möchte. Das ist es, was eine erstklassige Anlage ausmacht.
Essen nach der Sauna
Essen nach der Sauna
Nach einer gründlichen Entspannung ist das Essen wirklich köstlich. Das Higashi-Dogo no Soratomori hat auch ein ausgesprochen hochwertiges Restaurant. Eine Mahlzeit in dieser ruhigen Atmosphäre reizt die durch die Sauna geschärften Geschmackssinne gnadenlos. Während ich das leckere Essen genoss, ließ ich die Erlebnisse des heutigen Tages langsam Revue passieren. Nun, durch den Besuch des Higashi-Dogo no Soratomori konnte ich alle zuvor in Ehime aufgelisteten Einrichtungen besuchen. Ein rundum gelungenes Komplettieren. Der nächste Zielpunkt ist das benachbarte Kagawa. Auch dort habe ich beinahe alles abgegrast, aber es gibt noch genau eine Einrichtung, die ich noch nicht besuchen konnte. Der Name dieser Anlage ist „Kotohiki Kairo“. Sie wird in sämtlichen Saunamagazinen vorgestellt und rangiert auf Websites mit Thermalbadrankings sowie in landesweiten Ranglisten stets weit oben, sodass sie in ganz Japan als ein Ort gilt, den man „mindestens einmal im Leben besucht haben sollte“. Lassen wir doch bei meinem morgigen Besuch ihren wahren Wert ans Licht kommen.

Besuchte Einrichtung in dieser Story

Soratomori Higashidogo

Soratomori Higashidogo

♨️Natürliche heiße Quelle
🔥Sauna vorhanden
❄️Kaltwasserbad vorhanden
📍3-1 Minamikume-cho, Matsuyama City, Ehime Prefecture
Öffnungszeiten🕐:05:00〜01:00

Fortsetzung dieser Story

  1. 01
    Soratomori Higashidogo

    19.7.2026

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