Ob man während der Periode in japanische Onsen gehen sollte, ist für viele Nutzerinnen eine schwierige Frage. Es gibt keine landesweit einheitliche gesetzliche Regelung, doch in öffentlichen Bädern gilt aus Rücksicht und Hygieneperspektive häufig die Empfehlung, darauf zu verzichten.
Für Besuchende aus dem Ausland ist oft schwer einzuschätzen, welche Verhaltensweisen hier als höflich gelten. In diesem Artikel wird erläutert, wie sich die Einschätzung bei öffentlichen Bädern und bei privat nutzbaren Bädern unterscheidet und welche Entscheidungsmaßstäbe helfen, ohne sich zu überfordern.
In öffentlichen Bädern ist Zurückhaltung üblich
Japanische öffentliche Bäder werden von vielen Personen gemeinsam genutzt. Aus Hygienegründen und im Sinne der Rücksichtnahme ist es daher üblich, während der Periode eher auf das Baden in solchen Einrichtungen zu verzichten.
Zudem können während der Periode körperliche Beschwerden wie Unterleibsschmerzen, Erschöpfung oder verstärkte Wärmeempfindlichkeit auftreten. In der japanischen Onsen-Kultur wird neben der Badeetikette auch häufig Wert darauf gelegt, dass die Person selbst nicht gegen ihre Gesundheit handelt. Wenn Unsicherheit besteht, ist es meist natürlicher, das Bad ausfallen zu lassen.
Bei Privatbädern oder Badezimmern im Zimmer verändert sich die Entscheidungsgrundlage
Privatbäder, also reservierbare Privatbereiche oder Badezimmer im Gästezimmer, werden nicht gemeinsam genutzt. Daher ist die Entscheidung dort oft leichter: Wenn es der gesundheitliche Zustand zulässt und sich die Person dabei wohlfühlt, ist ein Bad eher unproblematisch als in einem öffentlichen Bad.
Dennoch sollte auch hier die eigene Verfassung Priorität haben. Bei japanischen Onsenreisen wird niemand gezwungen, ein Bad zu nehmen, wenn es der eigenen Lage nicht entspricht.
Wenn Sie unsicher sind: Nicht „Kann ich hinein?“, sondern „Fühlt es sich gut an?“
Die Sorge während der Periode besteht nicht nur darin, ob das Verhalten als unhöflich gilt. Bauchschmerzen, Erschöpfung oder starke Kreislaufreaktionen können das Baden selbst zu einer Belastung machen.
Deshalb ist es sinnvoller, nicht allein danach zu fragen, ob man in ein öffentliches Bad darf, sondern zu prüfen, ob das Baden mit dem aktuellen Befinden angenehmer oder belastender wäre. Auf einer Onsenreise in Japan ist die Entscheidung, nicht zu baden, völlig legitim.
Hilfreiche Aspekte bei der Unterkunftswahl
Wenn die Nutzung von Onsen während der Periode Sorge bereitet, kann es beruhigen, eine Unterkunft mit Privatbad oder einem Bad im Zimmer zu wählen. So lässt sich die Reise so planen, dass sie auch ohne Besuch öffentlicher Bäder funktioniert und weniger störanfällig ist.
Für ausländische Gäste ist das besonders praktisch, weil vor Ort oft schwer kurzfristig Ersatzlösungen zu finden sind. Schon im Vorfeld verschiedene Badeoptionen zu haben, ist daher empfehlenswert.
Auch ohne Bad ist die Reise ein Erfolg
Bei Onsenreisen liegt der Fokus nicht nur auf dem Baden. Essen, Erholung im Zimmer und das Flair der Onsen-Orte gehören ebenfalls zur Erfahrung.
Deshalb wird die Reise durch den Verzicht auf ein Bad nicht wertlos. Gerade während der Periode kann diese Flexibilität dazu beitragen, sich wohler zu fühlen.
Fazit
Während der Periode gilt in Japan bei öffentlichen Bädern meist die konservative Haltung, auf das Baden zu verzichten. Es ist ratsam, sich nicht zu überfordern und bei Bedarf privat nutzbare Alternativen wie reservierbare Privatbäder oder Badezimmer im Zimmer zu nutzen.
Wichtig ist, nicht nur die Etikette, sondern vor allem das eigene Befinden in die Entscheidung einzubeziehen. Auch ohne Nutzung öffentlicher Bäder lässt sich eine Onsenreise in Japan problemlos genießen.


