Gesundheit und Nutzen

Onsen & Anti-Aging: Was wirklich hilft und was nicht

Wie Onsen Anti-Aging unterstützen können: realistisch erklärt, was Wärme, Durchblutung, Hautgefühl, Schlaf und Entspannung bewirken und wo die Grenzen liegen.

Die Frage, ob Onsen eine Anti-Aging-Wirkung haben, taucht häufig auf. Kurz gesagt: Allein durch einen Onsenbesuch lässt sich nicht eindeutig verjüngen. Gleichzeitig ist es nachvollziehbar, dass Menschen in Bezug auf Durchblutung, Wärmeerhalt, Schlaf, Entspannung und Hautgefühl Erleichterung bei altersbedingten Beschwerden empfinden.

In diesem Artikel ordnen wir, welche Effekte von Onsen plausibel zu erwarten sind und welche Aussagen übertrieben sind.

Wie ist mit dem Ausdruck „verjüngendes Wasser“ umzugehen

In japanischen Kurorten findet man oft Formulierungen wie „verjüngendes Wasser“ oder „Wasser für schöne Haut“. Solche Aussagen sind meist traditionelle Werbe- oder Imagetraditionen und garantieren keine medizinische Verjüngung.

Als Reisender ist es realistischer, diese Formulierungen als Hinweis auf erlebbare Eigenschaften zu lesen, etwa auf Hautgefühl, Wärmehaltevermögen oder die einfache Entspannungswirkung.

Erwartbare Effekte

Häufig wird bei Onsen gespürt, dass der Körper sich erwärmt, das Einschlafen nach dem Bad leichter fällt und sich die Haut nach dem Aufstehen glatter anfühlt. Solche Effekte führen eher zu einem Gefühl von Erfrischung und geringerem Müdigkeits- oder Trockenheitsgefühl als zu einer sichtbaren Verjüngung.

Zudem kann bereits der Tapetenwechsel und die Ruhepausen bei einem Onsenbesuch Stress reduzieren. Da chronischer Stress und Schlafmangel das Erscheinungsbild negativ beeinflussen können, wirkt sich Erholung indirekt oft positiv auf das Aussehen aus.

Auswirkungen auf die Haut

Bei hydrogencarbonathaltigen Quellen oder alkalischen Bädern berichten manche Menschen von einem glatteren Hautgefühl nach dem Bad. Chloridquellen werden oft als besonders wärmend und feuchtigkeitserhaltend empfunden. Diese Effekte hängen jedoch von Hauttyp, spezifischer Quelle und Badezeit ab und treten nicht bei allen gleichermaßen auf.

Im Gegensatz dazu können schwefelhaltige oder saure Quellen für empfindliche Haut reizend sein. Nur weil das Ziel kosmetisch ist, heißt das nicht, dass längeres Baden in stark reizenden Gewässern besser ist.

Zusammenhang mit Durchblutung und Schlaf

Erwärmung durch das Bad und das anschließende, allmähliche Absinken der Körpertemperatur kann das Einschlafen erleichtern. Guter Schlaf wiederum kann das Hautbild und die subjektive Erschöpfung am nächsten Tag verbessern, was als verjüngender Effekt wahrgenommen werden kann.

Außerdem kann Wärme dazu führen, dass Verspannungen in Schultern und Muskeln nachlassen und der Gesichtsausdruck weicher wirkt. Solche Veränderungen sind realistisch zu erwarten, bedeuten aber nicht, dass der Alterungsprozess gestoppt wird.

Wie man Studien einordnen sollte

Untersuchungen zu Onsen und Wärmetherapien befassen sich gelegentlich mit Stressmarkern, Schlaf, Kreislauf oder Hautzustand. Diese Befunde direkt als wissenschaftlichen Beleg für Anti-Aging zu lesen, ist jedoch oft zu weit hergeholt.

Besonders Begriffe wie Telomere, Wachstumshormon oder die Aussage, der biologische Alterungswert sei um x Jahre gesunken, werden in populären Artikeln leicht übertrieben dargestellt. Studienbedingungen sind häufig eingeschränkt und lassen sich nicht immer 1:1 auf eine normale Onsenreise übertragen.

Hinweise für die Anwendung zu kosmetischen Zwecken

Auch bei kosmetischem Interesse ist es wichtig, nicht zu lange zu sitzen. Zu heiße oder zu lange Bäder können Schwindel und Dehydrierung verursachen und das Wohlbefinden verschlechtern.

Nach dem Baden sollte man auf Feuchtigkeitsversorgung und Flüssigkeitszufuhr achten. Besonders bei trockener Haut ist es realistischer, Onsen als Ergänzung zu sehen und nicht als alleinige Lösung: Basis-Hautpflege bleibt wichtig.

Auswahl der richtigen Quelle

Statt nur nach dem Stichwort Anti-Aging zu suchen, ist es sinnvoller, die Quelle nach dem gewünschten Wirkungseindruck auszuwählen:

  • Für ein glatteres Hautgefühl: Hydrogencarbonatquellen oder alkalische Quellen in Betracht ziehen
  • Für besonders gute Wärmewirkung und Feuchtigkeitsgefühl: Chloridquellen bevorzugen
  • Für geringe Reizungen: Einfaches Thermalwasser wählen

Dabei gilt: Selbst bei gleicher Bezeichnung können Temperatur und Betriebsführung zwischen Einrichtungen stark variieren. Sich nicht ausschließlich auf den Namen der Quelle zu verlassen, ist ratsam.

Fazit

Auf die Frage, ob Onsen Anti-Aging-Effekte haben, lautet die realistische Antwort: Eine eindeutige Verjüngung lässt sich nicht behaupten. Dennoch empfinden manche Menschen durch Wärme, besseren Schlaf, verändertes Hautgefühl und Erholung eine Linderung altersbedingter Beschwerden.

Es ist sinnvoller, Onsen als eine Möglichkeit zur Erholung, zur Verbesserung von Schlaf und Durchblutung sowie als Maßnahme zur Entspannung in den Alltag zu integrieren. Die passende Quelle und die richtige Badeweise wählen und nicht zu lange bleiben sind die Grundregeln zum genussvollen Nutzen.

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