Was ist ein Onsen-Banzuke? Erklärt als Edo-Druck, der heiße Quellen nach dem Vorbild von Sumo-Ranglisten ordnet. Mit Formen wie Shokoku Onsen Kōnō Kagami, Bedeutungen von Begriffen wie Kanjinmoto und Gyōji sowie dem Weg zur heutigen Ranking-Kultur.
Veröffentlicht: 28.06.2026
Was ist ein Onsen-Banzuke? Erklärt als Edo-Druck, der heiße Quellen nach dem Vorbild von Sumo-Ranglisten ordnet. Mit Formen wie Shokoku Onsen Kōnō Kagami, Bedeutungen von Begriffen wie Kanjinmoto und Gyōji sowie dem Weg zur heutigen Ranking-Kultur.
Veröffentlicht: 28.06.2026
Ein Onsen-Banzuke ist ein im Edo-Zeitalter populärer Druck, der Badeorte nach dem Vorbild der Sumo-Ranglisten einstufte. Man verglich Wirkung und Größe der Quellen, teilte sie in Ost und West ein und setzte an die Spitze, wie im Sumo, einen Ōzeki. Vereinfacht gesagt war es ein Vorläufer heutiger Rankings beliebter heiße-Quellen-Ziele und spiegelte den damaligen Onsen-Tourismusboom direkt wider.
Kurz gesagt war das Onsen-Banzuke nicht bloß ein spielerischer Zeitvertreib, sondern ein Beleg dafür, dass Menschen heiße Quellen nicht nur als etwas zum Baden sahen, sondern als etwas, das man vergleicht und auswählt. Die Idee, verschiedene Quellen gegeneinander antreten zu lassen, führt zu heutigen Formaten wie Nippon no Onsen 100-sen und anderen Rankings beliebter Badeorte. In diesem Artikel ordnen wir ein, was ein Onsen-Banzuke war, welche Formen und Begriffe es gab, welche Orte angeblich oben standen und wie der Zusammenhang zur modernen Ranking-Kultur aussieht, wobei wir Unterschiede zwischen den Ausgaben und verschiedene Auffassungen offen lassen. Für den Gesamtzusammenhang der Badekultur lohnt sich auch Die Geschichte der japanischen Badekultur.
Das Onsen-Banzuke gilt als eine Art Me-tsuke-Banzuke, die im Edo-Zeitalter populär gewesen sein soll. Me-tsuke-Banzuke sind Drucke, die das Format von Sumo-Ranglisten übernehmen und darin Badeorte, Spezialitäten, Läden oder Sehenswürdigkeiten in Rankingform anordnen. Da die Menschen in Edo mit dieser Form vertraut waren, war auf einen Blick erkennbar, was oben und was unten stand.
Zu den bekannten Banzuke über heiße Quellen gehört Shokoku Onsen Kōnō Kagami. Wie der Name Kōnō Kagami andeutet, wird berichtet, dass Badeorte in ganz Japan nach ihrer Wirkung und Größe geordnet und wie bei einer Sumo-Rangliste in Ost und West aufgeteilt wurden. Solche Drucke gab es nicht nur in einer einzigen Version; vermutlich entstanden je nach Verlag und Zeit mehrere Varianten, und die aufgenommenen Orte sowie ihre Rangfolge unterschieden sich von Ausgabe zu Ausgabe.
Wichtig ist dabei: Das Onsen-Banzuke war lediglich eine damalige Sichtweise und kein offizielles Ranking auf Grundlage objektiver Kriterien. Wer die Reihenfolge nach welchen Maßstäben festlegte, hing von der jeweiligen Ausgabe ab, doch man nimmt an, dass Faktoren wie Wassermenge, Bekanntheit und die Beziehung zum jeweiligen Ort eine Rolle spielten. Deshalb sollte man die in einer bestimmten Ausgabe genannte Rangfolge nicht als historische Wahrheit verstehen, sondern als Quelle, die das damalige Bild von Onsen widerspiegelt.
Hilfreich für das Verständnis eines Onsen-Banzuke ist es, die aus dem Sumo entlehnten Begriffe zu kennen. Eine Rangliste hat eine formale Struktur, und wenn man die Begriffe versteht, lässt sich lesen, was wo steht.
| Begriff im Banzuke | Bedeutung im Sumo | Rolle im Onsen-Banzuke |
|---|---|---|
| Ōzeki | Damals faktisch der höchste Rang | Der am höchsten platzierte Badeort der jeweiligen Rangliste |
| Sekiwake / Komusubi | Rang unterhalb von Ōzeki | Bedeutende Badeorte direkt unterhalb von Ōzeki |
| Maegashira | Einfache Ringer in der obersten Division | Viele Badeorte, die in der Rangliste genannt werden |
| Gyōji | Schiedsrichter, der Kämpfe leitet | Zentral vermerkt, Symbol für Ablauf und Ordnung |
| Kanjinmoto | Veranstalter einer Aufführung | Zeigt die herausgebende oder veranstaltende Rolle an |
Wichtig ist hier, dass Ōzeki die höchste Stufe war. Im modernen Sumo ist Yokozuna die oberste Klasse, doch in Ranglisten der Edo-Zeit war Yokozuna als Rang noch nicht etabliert, und Ōzeki war faktisch die Spitze. Daher wurden auch im Onsen-Banzuke die angesehensten Badeorte als Ōzeki geführt. Beim Lesen einer Rangliste sollte man also zuerst die Ōzeki im Osten und Westen suchen und dann zu Sekiwake, Komusubi und Maegashira weitergehen.
Gyōji und Kanjinmoto bezeichnen nicht die Badeorte selbst, sondern Rollen, die dem Druck seine Form verleihen. Durch diese Elemente erhielt das Blatt die Würde einer echten Sumo-Rangliste und vermittelte dem Betrachter den Eindruck, es handele sich um eine offizielle Einstufung.
Oft genannt werden bei Onsen-Banzuke die Badeorte auf den höchsten Plätzen im Osten und Westen. In einer weit bekannten Ausgabe sollen Kusatsu Onsen in Gunma und Arima Onsen in Hyōgo als Ost- und West-Ōzeki gesetzt worden sein. Kusatsu als Vertreter des Ostens und Arima als Spitzenort des Westens bilden dabei die Spitze der Rangordnung.
Das ist jedoch nur eine von mehreren bekannten Ausgaben, und welche Badeorte als Ōzeki erscheinen, unterscheidet sich je nach Version. Man geht davon aus, dass mehrere Onsen-Banzuke existierten, und je nach Region und Herausgeber konnten sich die Namen an der Spitze ändern. Deshalb kann man nicht sagen, dass im Onsen-Banzuke immer Kusatsu und Arima die Ōzeki waren; korrekt ist vielmehr, dass eine solche Version bekannt ist.
Trotzdem zeigt die häufige Platzierung von Kusatsu und Arima an der Spitze, wie bekannt beide Orte schon in der Edo-Zeit waren. Kusatsu war für sein stark saures Wasser und die großen Wassermengen berühmt, Arima für seine lange Geschichte und die Nähe zur Hauptstadt. Das Banzuke spiegelt damit vermutlich tatsächlich einen Teil der damaligen Popularität und Bekanntheit wider.
Der Hintergrund für die Verbreitung des Onsen-Banzuke im Edo-Zeitalter war der damalige Boom des Reisens zu heiße Quellen. In der Edo-Zeit wurden Straßen ausgebaut und Reisen für breite Bevölkerungsschichten zugänglicher. Auch die Kultur des längeren Aufenthalts in Badeorten zur Erholung verbreitete sich unter den Stadtbewohnern, und das Interesse daran, welche Quelle die beste sei, wuchs ganz natürlich.
Zur gleichen Zeit entwickelten sich auch Druck- und Verlagswesen, sodass Banzuke, Reiseführer und Illustrationen günstig zirkulierten. Die Menschen brauchten Informationen, um vor einer Reise ein Ziel auszuwählen, und das Onsen-Banzuke erfüllte genau diese Nachfrage. Es war in gewissem Sinne ein Vorläufer heutiger Reiseführer und Ranking-Artikel.
Auch die Form des Me-tsuke-Banzuke selbst war damals ein Trend. Nicht nur Onsen, sondern auch Restaurants, Vergnügungsorte oder Spezialitäten wurden als Rangliste dargestellt und genossen. Das Onsen-Banzuke vereinte also Unterhaltung und praktische Orientierung. Es zeigt sehr deutlich, dass die Menschen in Edo heiße Quellen als etwas betrachteten, das man nach Wirkung vergleicht und hierarchisch ordnet.
Die Idee, heiße Quellen zu vergleichen und zu bewerten, endete nicht in der Edo-Zeit. Auch heute sind Rankings beliebter Badeorte in Reisezeitschriften, Projekte wie Nippon no Onsen 100-sen von Tourismusorganisationen und verschiedene Bewertungsportale weit verbreitet. Form und Methode haben sich verändert, doch das Interesse daran, zu sagen, welche Quelle die beste ist, besteht seit der Zeit der Onsen-Banzuke fort.
| Aspekt | Onsen-Banzuke der Edo-Zeit | Heutige Onsen-Rankings |
|---|---|---|
| Form | Druck im Stil einer Sumo-Rangliste | Artikel in Magazinen und im Web, Abstimmungsprojekte usw. |
| Bewertende Instanz | Verlag oder Herausgeber, Kriterien je nach Ausgabe unterschiedlich | Redaktion, Experten, Publikumswahl und andere Formen |
| Anordnung | Ost und West, hierarchisch nach Ōzeki als Spitze | Rangfolge oder Ranking-Format |
| Rolle | Zielauswahl und Unterhaltung auf Reisen | Zielauswahl und Informationsvermittlung |
So wird deutlich, dass moderne Rankings die Linie des Onsen-Banzuke fortsetzen. Zugleich gilt für beide eine ähnliche Einschränkung: Jede Rangliste spiegelt die Auswahl einer Person oder Gruppe nach bestimmten Kriterien wider. Wie sich bei den Edo-Ranglisten die Reihenfolge von Ausgabe zu Ausgabe änderte, so hängen auch heutige Rankings vom Bewertungsmaßstab und vom Zeitpunkt ab.
Deshalb sollte man sich nicht allein auf die Spitzenplätze von Rankings verlassen, sondern heiße Quellen danach auswählen, was man selbst sucht. Ein berühmter Ort passt nicht unbedingt zu jedem, und manchmal findet man gerade in weniger hoch platzierten Quellen die Wasserqualität oder Atmosphäre, die einem persönlich entspricht. Dies wird auch in Berühmte Onsen und Geheimtipps vertieft. Wer die bekanntesten Badeorte Japans kennenlernen möchte, findet in Die 10 berühmtesten Onsen in Japan weitere Anregungen.
Es handelt sich um einen im Edo-Zeitalter populären Druck, der Badeorte nach dem Vorbild der Sumo-Rangliste einstufte. Man verglich Wirkung und Größe der Quellen, ordnete sie in Ost und West und setzte an die Spitze, wie im Sumo, einen Ōzeki. Bekannt sind unter anderem Shokoku Onsen Kōnō Kagami. Je nach Ausgabe unterscheiden sich die aufgenommenen Orte und ihre Rangfolge.
Ōzeki. Im modernen Sumo ist Yokozuna der höchste Rang, doch in den Ranglisten der Edo-Zeit war Yokozuna als offizieller Rang noch nicht etabliert, und Ōzeki war faktisch die Spitze. Deshalb wurden auch im Onsen-Banzuke die angesehensten Badeorte als Ōzeki bezeichnet.
In einer weithin bekannten Ausgabe sollen Kusatsu Onsen im Osten und Arima Onsen im Westen als Ōzeki gestanden haben. Da jedoch mehrere Onsen-Banzuke entstanden sein dürften, hängt es von der jeweiligen Version ab, welche Orte an der Spitze standen. Korrekt ist also die vorsichtige Aussage, dass eine solche Ausgabe bekannt ist.
Nein. Gyōji und Kanjinmoto sind Rollen, die aus dem Sumo übernommen wurden, um dem Banzuke seine Form zu geben, und bezeichnen nicht die Badeorte selbst. Gyōji symbolisiert Ablauf und Ordnung, Kanjinmoto die veranstaltende Rolle. Dadurch erhielt der Druck den Charakter einer formellen Rangliste.
Die Form ist deutlich anders, doch die Idee, heiße Quellen zu vergleichen und zu ordnen, ist dieselbe. Wie die Edo-Ranglisten ihre Reihenfolge je nach Ausgabe änderten, so verändern sich auch heutige Rankings je nach Bewertungsmethode und Zeitpunkt. Beide sind letztlich von jemandem nach bestimmten Kriterien ausgewählt, weshalb man nicht blind nur auf die oberen Plätze vertrauen sollte.
Das Onsen-Banzuke war ein Edo-Druck, der Badeorte nach dem Vorbild von Sumo-Ranglisten einstufte. Bekannt sind unter anderem Shokoku Onsen Kōnō Kagami. Die Orte wurden in Ost und West eingeteilt, und an die faktische Spitze, den Ōzeki, wurden in einer weit verbreiteten Ausgabe im Osten Kusatsu und im Westen Arima gesetzt. Doch je nach Ausgabe variiert die Rangfolge, also kann man das nicht pauschal verallgemeinern.
Wenn man die Rangliste lesen kann, lassen sich auch Begriffe wie Gyōji und Kanjinmoto einordnen und damit das damalige Bild von Onsen entschlüsseln. Und diese Kultur des Vergleichen und Auswählens zieht sich bis in die heutigen Onsen-Rankings fort. Sowohl Banzuke als auch Rankings sind nichts weiter als die Auswahl von jemandem nach bestimmten Kriterien. Nicht der Platz in der Rangliste ist entscheidend, sondern was man selbst sucht, wenn man eine Quelle auswählt. Das ist der erste Schritt, um heiße Quellen wirklich zu genießen.
Ein Onsen-Banzuke ist ein im Edo-Zeitalter populärer Druck, der Badeorte nach dem Vorbild der Sumo-Ranglisten einstufte. Man verglich Wirkung und Größe der Quellen, teilte sie in Ost und West ein und setzte an die Spitze, wie im Sumo, einen Ōzeki. Vereinfacht gesagt war es ein Vorläufer heutiger Rankings beliebter heiße-Quellen-Ziele und spiegelte den damaligen Onsen-Tourismusboom direkt wider.
Kurz gesagt war das Onsen-Banzuke nicht bloß ein spielerischer Zeitvertreib, sondern ein Beleg dafür, dass Menschen heiße Quellen nicht nur als etwas zum Baden sahen, sondern als etwas, das man vergleicht und auswählt. Die Idee, verschiedene Quellen gegeneinander antreten zu lassen, führt zu heutigen Formaten wie Nippon no Onsen 100-sen und anderen Rankings beliebter Badeorte. In diesem Artikel ordnen wir ein, was ein Onsen-Banzuke war, welche Formen und Begriffe es gab, welche Orte angeblich oben standen und wie der Zusammenhang zur modernen Ranking-Kultur aussieht, wobei wir Unterschiede zwischen den Ausgaben und verschiedene Auffassungen offen lassen. Für den Gesamtzusammenhang der Badekultur lohnt sich auch Die Geschichte der japanischen Badekultur.
Das Onsen-Banzuke gilt als eine Art Me-tsuke-Banzuke, die im Edo-Zeitalter populär gewesen sein soll. Me-tsuke-Banzuke sind Drucke, die das Format von Sumo-Ranglisten übernehmen und darin Badeorte, Spezialitäten, Läden oder Sehenswürdigkeiten in Rankingform anordnen. Da die Menschen in Edo mit dieser Form vertraut waren, war auf einen Blick erkennbar, was oben und was unten stand.
Zu den bekannten Banzuke über heiße Quellen gehört Shokoku Onsen Kōnō Kagami. Wie der Name Kōnō Kagami andeutet, wird berichtet, dass Badeorte in ganz Japan nach ihrer Wirkung und Größe geordnet und wie bei einer Sumo-Rangliste in Ost und West aufgeteilt wurden. Solche Drucke gab es nicht nur in einer einzigen Version; vermutlich entstanden je nach Verlag und Zeit mehrere Varianten, und die aufgenommenen Orte sowie ihre Rangfolge unterschieden sich von Ausgabe zu Ausgabe.
Wichtig ist dabei: Das Onsen-Banzuke war lediglich eine damalige Sichtweise und kein offizielles Ranking auf Grundlage objektiver Kriterien. Wer die Reihenfolge nach welchen Maßstäben festlegte, hing von der jeweiligen Ausgabe ab, doch man nimmt an, dass Faktoren wie Wassermenge, Bekanntheit und die Beziehung zum jeweiligen Ort eine Rolle spielten. Deshalb sollte man die in einer bestimmten Ausgabe genannte Rangfolge nicht als historische Wahrheit verstehen, sondern als Quelle, die das damalige Bild von Onsen widerspiegelt.
Hilfreich für das Verständnis eines Onsen-Banzuke ist es, die aus dem Sumo entlehnten Begriffe zu kennen. Eine Rangliste hat eine formale Struktur, und wenn man die Begriffe versteht, lässt sich lesen, was wo steht.
| Begriff im Banzuke | Bedeutung im Sumo | Rolle im Onsen-Banzuke |
|---|---|---|
| Ōzeki | Damals faktisch der höchste Rang | Der am höchsten platzierte Badeort der jeweiligen Rangliste |
| Sekiwake / Komusubi | Rang unterhalb von Ōzeki | Bedeutende Badeorte direkt unterhalb von Ōzeki |
| Maegashira | Einfache Ringer in der obersten Division | Viele Badeorte, die in der Rangliste genannt werden |
| Gyōji | Schiedsrichter, der Kämpfe leitet | Zentral vermerkt, Symbol für Ablauf und Ordnung |
| Kanjinmoto | Veranstalter einer Aufführung | Zeigt die herausgebende oder veranstaltende Rolle an |
Wichtig ist hier, dass Ōzeki die höchste Stufe war. Im modernen Sumo ist Yokozuna die oberste Klasse, doch in Ranglisten der Edo-Zeit war Yokozuna als Rang noch nicht etabliert, und Ōzeki war faktisch die Spitze. Daher wurden auch im Onsen-Banzuke die angesehensten Badeorte als Ōzeki geführt. Beim Lesen einer Rangliste sollte man also zuerst die Ōzeki im Osten und Westen suchen und dann zu Sekiwake, Komusubi und Maegashira weitergehen.
Gyōji und Kanjinmoto bezeichnen nicht die Badeorte selbst, sondern Rollen, die dem Druck seine Form verleihen. Durch diese Elemente erhielt das Blatt die Würde einer echten Sumo-Rangliste und vermittelte dem Betrachter den Eindruck, es handele sich um eine offizielle Einstufung.
Oft genannt werden bei Onsen-Banzuke die Badeorte auf den höchsten Plätzen im Osten und Westen. In einer weit bekannten Ausgabe sollen Kusatsu Onsen in Gunma und Arima Onsen in Hyōgo als Ost- und West-Ōzeki gesetzt worden sein. Kusatsu als Vertreter des Ostens und Arima als Spitzenort des Westens bilden dabei die Spitze der Rangordnung.
Das ist jedoch nur eine von mehreren bekannten Ausgaben, und welche Badeorte als Ōzeki erscheinen, unterscheidet sich je nach Version. Man geht davon aus, dass mehrere Onsen-Banzuke existierten, und je nach Region und Herausgeber konnten sich die Namen an der Spitze ändern. Deshalb kann man nicht sagen, dass im Onsen-Banzuke immer Kusatsu und Arima die Ōzeki waren; korrekt ist vielmehr, dass eine solche Version bekannt ist.
Trotzdem zeigt die häufige Platzierung von Kusatsu und Arima an der Spitze, wie bekannt beide Orte schon in der Edo-Zeit waren. Kusatsu war für sein stark saures Wasser und die großen Wassermengen berühmt, Arima für seine lange Geschichte und die Nähe zur Hauptstadt. Das Banzuke spiegelt damit vermutlich tatsächlich einen Teil der damaligen Popularität und Bekanntheit wider.
Der Hintergrund für die Verbreitung des Onsen-Banzuke im Edo-Zeitalter war der damalige Boom des Reisens zu heiße Quellen. In der Edo-Zeit wurden Straßen ausgebaut und Reisen für breite Bevölkerungsschichten zugänglicher. Auch die Kultur des längeren Aufenthalts in Badeorten zur Erholung verbreitete sich unter den Stadtbewohnern, und das Interesse daran, welche Quelle die beste sei, wuchs ganz natürlich.
Zur gleichen Zeit entwickelten sich auch Druck- und Verlagswesen, sodass Banzuke, Reiseführer und Illustrationen günstig zirkulierten. Die Menschen brauchten Informationen, um vor einer Reise ein Ziel auszuwählen, und das Onsen-Banzuke erfüllte genau diese Nachfrage. Es war in gewissem Sinne ein Vorläufer heutiger Reiseführer und Ranking-Artikel.
Auch die Form des Me-tsuke-Banzuke selbst war damals ein Trend. Nicht nur Onsen, sondern auch Restaurants, Vergnügungsorte oder Spezialitäten wurden als Rangliste dargestellt und genossen. Das Onsen-Banzuke vereinte also Unterhaltung und praktische Orientierung. Es zeigt sehr deutlich, dass die Menschen in Edo heiße Quellen als etwas betrachteten, das man nach Wirkung vergleicht und hierarchisch ordnet.
Die Idee, heiße Quellen zu vergleichen und zu bewerten, endete nicht in der Edo-Zeit. Auch heute sind Rankings beliebter Badeorte in Reisezeitschriften, Projekte wie Nippon no Onsen 100-sen von Tourismusorganisationen und verschiedene Bewertungsportale weit verbreitet. Form und Methode haben sich verändert, doch das Interesse daran, zu sagen, welche Quelle die beste ist, besteht seit der Zeit der Onsen-Banzuke fort.
| Aspekt | Onsen-Banzuke der Edo-Zeit | Heutige Onsen-Rankings |
|---|---|---|
| Form | Druck im Stil einer Sumo-Rangliste | Artikel in Magazinen und im Web, Abstimmungsprojekte usw. |
| Bewertende Instanz | Verlag oder Herausgeber, Kriterien je nach Ausgabe unterschiedlich | Redaktion, Experten, Publikumswahl und andere Formen |
| Anordnung | Ost und West, hierarchisch nach Ōzeki als Spitze | Rangfolge oder Ranking-Format |
| Rolle | Zielauswahl und Unterhaltung auf Reisen | Zielauswahl und Informationsvermittlung |
So wird deutlich, dass moderne Rankings die Linie des Onsen-Banzuke fortsetzen. Zugleich gilt für beide eine ähnliche Einschränkung: Jede Rangliste spiegelt die Auswahl einer Person oder Gruppe nach bestimmten Kriterien wider. Wie sich bei den Edo-Ranglisten die Reihenfolge von Ausgabe zu Ausgabe änderte, so hängen auch heutige Rankings vom Bewertungsmaßstab und vom Zeitpunkt ab.
Deshalb sollte man sich nicht allein auf die Spitzenplätze von Rankings verlassen, sondern heiße Quellen danach auswählen, was man selbst sucht. Ein berühmter Ort passt nicht unbedingt zu jedem, und manchmal findet man gerade in weniger hoch platzierten Quellen die Wasserqualität oder Atmosphäre, die einem persönlich entspricht. Dies wird auch in Berühmte Onsen und Geheimtipps vertieft. Wer die bekanntesten Badeorte Japans kennenlernen möchte, findet in Die 10 berühmtesten Onsen in Japan weitere Anregungen.
Es handelt sich um einen im Edo-Zeitalter populären Druck, der Badeorte nach dem Vorbild der Sumo-Rangliste einstufte. Man verglich Wirkung und Größe der Quellen, ordnete sie in Ost und West und setzte an die Spitze, wie im Sumo, einen Ōzeki. Bekannt sind unter anderem Shokoku Onsen Kōnō Kagami. Je nach Ausgabe unterscheiden sich die aufgenommenen Orte und ihre Rangfolge.
Ōzeki. Im modernen Sumo ist Yokozuna der höchste Rang, doch in den Ranglisten der Edo-Zeit war Yokozuna als offizieller Rang noch nicht etabliert, und Ōzeki war faktisch die Spitze. Deshalb wurden auch im Onsen-Banzuke die angesehensten Badeorte als Ōzeki bezeichnet.
In einer weithin bekannten Ausgabe sollen Kusatsu Onsen im Osten und Arima Onsen im Westen als Ōzeki gestanden haben. Da jedoch mehrere Onsen-Banzuke entstanden sein dürften, hängt es von der jeweiligen Version ab, welche Orte an der Spitze standen. Korrekt ist also die vorsichtige Aussage, dass eine solche Ausgabe bekannt ist.
Nein. Gyōji und Kanjinmoto sind Rollen, die aus dem Sumo übernommen wurden, um dem Banzuke seine Form zu geben, und bezeichnen nicht die Badeorte selbst. Gyōji symbolisiert Ablauf und Ordnung, Kanjinmoto die veranstaltende Rolle. Dadurch erhielt der Druck den Charakter einer formellen Rangliste.
Die Form ist deutlich anders, doch die Idee, heiße Quellen zu vergleichen und zu ordnen, ist dieselbe. Wie die Edo-Ranglisten ihre Reihenfolge je nach Ausgabe änderten, so verändern sich auch heutige Rankings je nach Bewertungsmethode und Zeitpunkt. Beide sind letztlich von jemandem nach bestimmten Kriterien ausgewählt, weshalb man nicht blind nur auf die oberen Plätze vertrauen sollte.
Das Onsen-Banzuke war ein Edo-Druck, der Badeorte nach dem Vorbild von Sumo-Ranglisten einstufte. Bekannt sind unter anderem Shokoku Onsen Kōnō Kagami. Die Orte wurden in Ost und West eingeteilt, und an die faktische Spitze, den Ōzeki, wurden in einer weit verbreiteten Ausgabe im Osten Kusatsu und im Westen Arima gesetzt. Doch je nach Ausgabe variiert die Rangfolge, also kann man das nicht pauschal verallgemeinern.
Wenn man die Rangliste lesen kann, lassen sich auch Begriffe wie Gyōji und Kanjinmoto einordnen und damit das damalige Bild von Onsen entschlüsseln. Und diese Kultur des Vergleichen und Auswählens zieht sich bis in die heutigen Onsen-Rankings fort. Sowohl Banzuke als auch Rankings sind nichts weiter als die Auswahl von jemandem nach bestimmten Kriterien. Nicht der Platz in der Rangliste ist entscheidend, sondern was man selbst sucht, wenn man eine Quelle auswählt. Das ist der erste Schritt, um heiße Quellen wirklich zu genießen.