Der Ausdruck „Sauna-Detox“ wird oft verwendet, doch der Begriff ist zu breit und kann leicht missverstanden werden. Das befreiende Gefühl nach dem Schwitzen ist zwar real, gleichzeitig sollte man wissen, dass die Hauptaufgabe der Abfallbeseitigung im Körper nicht beim Schweiß liegt.
In diesem Artikel klären wir, wie man die Detox-Wirkung der Sauna sachlich einordnet.
Zuerst wissen
Die Hauptorgane für die Beseitigung von unerwünschten Stoffen sind Nieren und Leber. Schweiß enthält zwar verschiedene Bestandteile, doch zu glauben, dass beim Betreten der Sauna alle Giftstoffe auf einen Schlag austreten, geht zu weit.
Der Begriff Sauna-Detox wird häufiger im Sinne von dem erfrischenden Gefühl oder der psychischen Erleichterung durch das Schwitzen und weniger im streng medizinischen Sinn verwendet.
Was passiert beim Schwitzen
In der Sauna kommt es zu starker Schweißbildung, weshalb man sich leicht und befreit fühlen kann. Diese Wirkung ist größtenteils darauf zurückzuführen, dass Flüssigkeit ausgeschieden wurde. Zwar sind im Schweiß nicht ausschließlich Wasser, doch ist es nicht korrekt, Schweiß als das zentrale Organ für die Ausscheidung von Abfallstoffen anzusehen.
Deshalb trifft die Formulierung „Je mehr man schwitzt, desto sauberer wird der Körper“ nicht den Kern; treffender ist die Beschreibung, dass Schwitzen ein erfrischendes, belebendes Gefühl vermittelt.
Wenn von Detox die Rede ist, in welchem Umfang
Realistisch betrachtet führt die Sauna eher zu einer Verbesserung des Wohlbefindens durch bessere Durchblutung und Schwitzen, sie kann Gefühlen von Schwere oder Schwellungen entgegenwirken und ist ein Anlass, sich Zeit für Flüssigkeitszufuhr und Ruhe zu nehmen. Zwar kann das langfristig die Gesundheit unterstützen, doch sollte man eine starke entgiftende Wirkung nicht pauschal behaupten.
Das Wichtigste: Flüssigkeitszufuhr
Je mehr man in der Sauna schwitzt, desto wichtiger wird die richtige Flüssigkeitszufuhr. Unzureichendes Trinken belastet die Zirkulation im Körper und kann das Befinden verschlechtern. Besonders, wenn man die Sauna wegen angeblicher Detox-Effekte nutzt, hat das Verhindern von Dehydration oberste Priorität.
Es ist nicht sinnvoll, nach der Sauna nicht zu trinken und sich über den reinen Gewichtsverlust zu freuen.
Nicht mit Alkohol kombinieren
Die Vorstellung, dass Alkohol durch Schwitzen schneller abgebaut wird oder ein Kater dadurch verschwindet, ist gefährlich. Die Verstoffwechselung von Alkohol erfolgt primär in der Leber, und die Sauna kann dieses Problem nicht lösen. Nach dem Trinken eine Sauna zu besuchen, erhöht das Risiko für Dehydration und eine Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Fazit
Die Bezeichnung Sauna-Detox ist nicht vollkommen falsch, sollte aber nicht überbewertet werden. Das erfrischende Gefühl und die psychische Erleichterung durch Schwitzen sind unbestreitbar, jedoch liegen die zentralen Entgiftungsfunktionen in Leber und Nieren, nicht im Schweiß.
Wenn Sie die Sauna zur Gesundheitsförderung nutzen möchten, ist es realistischer, sie als Anlass zu sehen, zu schwitzen, sich auszuruhen, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen und den Alltag zu ordnen, statt sie als direkten Ort zur Ausscheidung von Giftstoffen zu betrachten.


