Die besonders unerwünschten No-Gos in der Sauna, im Kaltwasserbecken und beim Frischluftruhen werden zusammen mit den Gründen erklärt. Von Schweiß abwaschen und erst dann ins Becken, bis hin zu Handtuch, Kopf und Self-Löyly.
Veröffentlicht: 22.12.2025
Wichtig zu wissen, bevor man japanische Saunas besucht, ist nicht eine ausgefeilte Art des Saunierens, sondern vor allem, was andere stört. Sauna, Kaltwasserbecken und Frischluftruhe sind begrenzte Räume, die von Fremden in kurzer Folge gemeinsam genutzt werden, und eine unbedachte Handlung kann das Erlebnis der anderen direkt beeinträchtigen. Wer die zu vermeidenden Dinge vorher kennt, macht als Anfänger kaum grobe Fehler.
Kurz gesagt fallen die meisten No-Gos in der Sauna in eine von drei Kategorien: das gemeinsam genutzte Wasser oder die Sitzplätze verschmutzen, die Wärme oder Ruhe anderer stören oder einen Platz für sich allein beanspruchen. In diesem Artikel werden die besonders unbeliebten No-Gos in Sauna, Kaltwasserbecken und Frischluftruhe jeweils mit den Gründen erklärt, warum sie problematisch sind.
Was man in Onsen und Sento allgemein vermeiden sollte, steht in Dinge, die man in der Onsen-Badewelt vermeiden sollte, die grundlegende Art des Saunierens in Sauna für Anfänger: So geht's, Zeitaufteilung und Runden in Das goldene Sauna-Muster, und die Regeln für Löyly in Self-Löyly: Anleitung und Etikette. Dieser Beitrag konzentriert sich auf sauna-spezifische No-Gos.
Zunächst eine Liste der typischen No-Gos in Saunaanlagen, warum sie missbilligt werden und wie man es stattdessen machen sollte. Details folgen in den einzelnen Punkten.
| Was man nicht tun sollte | Warum es missbilligt wird | Was man stattdessen tun sollte |
|---|---|---|
| Mit Schweiß ins Kaltwasserbecken gehen | Der Schweiß verschmutzt das gemeinsame Wasser und verschlechtert die Hygiene sofort | Vorher den Schweiß mit der Schöpfkelle oder unter der Dusche vom ganzen Körper abspülen |
| Ohne Matte oder Handtuch sitzen | Schweiß bleibt direkt auf der Bank zurück, und der Nächste will sich dort kaum setzen | Die vorhandene oder mitgebrachte Matte auslegen und sich darauf setzen |
| Mit dem Kopf ins Kaltwasserbecken tauchen | Haare und Stylingprodukte verschmutzen das Wasser und machen es unhygienisch | Nur den Bereich vom Hals abwärts eintauchen. Das Gesicht mit der Hand kühlen |
| Schwungvoll ins Kaltwasserbecken gehen | Wellen und Spritzwasser treffen die Umgebung | Ruhig und langsam in das Wasser sinken |
| Den Stuhl bei der Frischluftruhe lange besetzen | Andere können den gemeinsamen Ruheplatz nicht nutzen | Bei Andrang frühzeitig freigeben und keine Plätze mit persönlichen Sachen reservieren |
| In der Sauna laut reden oder lange plaudern | Stört die Konzentration derjenigen, die Ruhe suchen | Gespräche kurz und leise halten |
| Eigenmächtig Löyly machen | Erhöht die gefühlte Hitze für alle im Raum plötzlich | Erst Regeln prüfen, dann kurz Bescheid sagen und erst dann nach Vorschrift aufgießen |
Etwas, das in der Sauna leicht übersehen wird, ist direkt auf der Bank zu sitzen. Weil man in der Sauna stark schwitzt, bleibt der Schweiß auf der Holzoberfläche der Bank zurück, wenn man nichts unterlegt. Die nächste Person sitzt dann auf einer Stelle, die mit fremdem Schweiß durchtränkt ist, was sehr unangenehm ist.
In vielen Anlagen liegen am Eingang spezielle Saunamatten bereit oder es werden am Empfang Handtücher für die Matte ausgeliehen. Diese unter den Sitzplatz zu legen, ist die Grundregel. Wenn man eine bereitgestellte Matte benutzt hat, sollte man sie beim Verlassen an den vorgesehenen Platz zurücklegen oder den Schweiß abspülen. In Anlagen ohne Matte legt man das mitgebrachte Handtuch unter. Allein im Hinblick auf einen sauberen Sitzplatz ist das eine unverzichtbare Rücksichtnahme.
Auch wenn man eine Matte benutzt, sollte man beim Gehen den Platz prüfen, auf dem man gesessen hat. Ist Schweiß auf die Bank getropft, spült man ihn in vielen Anlagen mit etwas Wasser aus dem Eimer oder mit der Dusche leicht ab, bevor man geht. Das Gefühl, den benutzten Platz in einem Zustand zu hinterlassen, den die nächste Person nutzen kann, gehört in der Sauna zum gemeinsamen Standard.
In japanischen Saunen, besonders in heißen Trockensaunen, verbringen viele Gäste die Zeit ruhig. Gespräche sind nicht immer grundsätzlich verboten, aber lautes Reden und lange Unterhaltungen sollte man besser vermeiden. In dem engen, schallenden Raum sind selbst kleine Stimmen schnell hörbar und stören diejenigen, die sich in Ruhe mit der Hitze auseinandersetzen wollen. In manchen Anlagen steht sogar ausdrücklich „keine privaten Gespräche“. Wenn man spricht, dann kurz und leise.
Parfüm, Haarstylingprodukte oder starke Bodylotions verbreiten im heißen, geschlossenen Raum ihren Geruch leicht und werden schnell zur Belastung für andere. Auch das wilde Schwenken des Handtuchs oder Bewegungen, bei denen Schweiß auf andere spritzt, sollte man vermeiden. In der Sauna gilt: Bewegungen klein und ruhig halten.
Das unbedingt zu vermeidende Verhalten im Kaltwasserbecken ist, direkt aus der Sauna hineinzugehen, ohne den Schweiß abzuwaschen. Das ist hygienisch das größte Problem und wird in der Branche oft als „Schweiß-Abspül-Kürzung“ missbilligt. Wer mit verschwitztem Körper ins Becken steigt, teilt diesen Schweiß mit allen, die danach hineingehen. Das Kaltwasserbecken ist ein kleines Wasserbecken, das von wenigen Personen wiederholt genutzt wird, und der Schweiß einer einzelnen Person verschlechtert die Wasserqualität sofort.
Vor dem Kaltwasserbecken sollte man den Schweiß mit Schöpfkelle oder Dusche vom ganzen Körper abspülen. Das dient nicht nur der Hygiene, sondern lindert auch die Belastung des Körpers durch den plötzlichen Temperaturunterschied. Wie man die Schöpfkelle benutzt und was beim Kaltwasserbecken allgemein gilt, steht in Was ist ein Kaltwasserbecken?. Beim Abspülen sollte man sich hinhocken und es ruhig tun, damit kein Spritzwasser auf andere gelangt.
Auch im Kaltwasserbecken sollte man den Kopf nicht untertauchen. Haare tragen leicht Stylingprodukte, Talg und lose Haare, die sich im Wasser verteilen und es unhygienisch machen. Dass in vielen Anlagen ein Schild mit „Bitte nicht mit dem Kopf eintauchen“ hängt, hat genau diesen Grund. Wenn man die Kälte auch im Gesicht spüren möchte, taucht man nicht den Kopf unter, sondern nimmt Wasser mit der Hand und führt es zum Gesicht. Merken sollte man sich: Im Kaltwasserbecken nur den Bereich vom Hals abwärts eintauchen.
Auch hineinspringen, den Körper ruckartig absinken lassen oder wild planschen sollte man vermeiden. Viele möchten das Kaltwasserbecken ruhig nutzen, und wenn Wellen oder Spritzer entstehen, treffen sie direkt die nebenan sitzenden Gäste. Je kleiner das Becken, desto stärker bewegt sich die Wasseroberfläche schon bei kleinen Bewegungen. Mit Haltegriff oder Beckenrand langsam ins Wasser zu sinken ist sowohl aus hygienischer Sicht als auch im Hinblick auf Ruhe die bessere Wahl.
Die Stühle und Liegeplätze für die Frischluftruhe sind in Anlagen oft begrenzt und bei Andrang schnell knapp. Einen freien Stuhl mit Handtuch oder Eimer zu reservieren und dann lange wegzugehen, oder nach der Pause einfach weiter sitzen zu bleiben, ist unerwünscht, weil andere den Platz dann nicht nutzen können. Die Pause ist ein wichtiger Teil des Erlebnisses, aber man sollte nicht vergessen, dass es ein gemeinsamer Platz ist. Bei viel Betrieb wird es besonders geschätzt, den Platz nach einer kurzen Erholung bald wieder freizugeben.
Wenn man nach dem Kaltwasserbecken oder der Dusche noch tropfnass auf den Stuhl setzt, wird der Platz für die nächste Person nass. Ganz trocken sein muss man nicht, aber es wirkt besser, wenn man sich mit dem Handtuch leicht abtrocknet und so vorbereitet, dass keine großen Tropfen mehr herunterfallen. Beim Gehen mit nassen Füßen sollte man auch das Wasser an den Füßen leicht abstreifen, damit der Boden nicht rutschig wird.
Auch in Anlagen mit Self-Löyly sollte man nicht einfach Wasser aufgießen, ohne zu prüfen, ob es erlaubt ist und welche Menge und welche Abstände gelten. Löyly erhöht die gefühlte Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum auf einmal stark und kann dadurch für hitzeempfindliche oder bereits erschöpfte Personen belastend sein. Erst die Hinweise prüfen, den Leuten im Raum kurz Bescheid sagen und dann nur die vorgesehene Menge sparsam aufgießen ist die Grundregel. Die genaue Vorgehensweise und Etikette werden in Self-Löyly: Anleitung und Etikette erklärt.
Schon das Mitbringen eines Smartphones in Badebereich oder Sauna kann andere verunsichern, selbst wenn man nicht fotografiert. Allein das Gerät in einem Raum, in dem man nackt ist, erzeugt die Sorge, aufgenommen zu werden, deshalb ist das Mitbringen und Fotografieren in den meisten Anlagen verboten. Man sollte sich merken: Smartphones gehören nicht in den Badebereich.
Sauna nach Alkohol ist weniger eine Etikettefrage als ein Sicherheitsproblem. Alkohol verändert Blutdruck und Puls, und der Wechsel zwischen heiß und kalt in Sauna und Kaltwasserbecken belastet den Körper zusätzlich. Das kann zu Dehydrierung, Schwindel oder Bewusstseinsverlust führen. Auch die Verbraucherschutzbehörde warnt vor Unfällen in der Sauna. Alkohol sollte man besser erst nach dem Saunagang genießen.
Zum Schluss ein Punkt, der leicht übersehen wird, aber wichtig ist: Wenn das Personal oder andere Gäste einen auf etwas hinweisen, sollte man das ruhig annehmen und korrigieren. Wenn man es nur aus Unwissenheit falsch gemacht hat, bleibt nach der Korrektur kein Problem zurück. Hinweise in einem gemeinsamen Raum sind kein persönlicher Angriff, sondern dienen dazu, den Ort für alle angenehm zu halten.
Mit Schweiß ohne Abspülen ins Kaltwasserbecken zu gehen, also die sogenannte Schweiß-Abspül-Kürzung. Dadurch wird das von wenigen Personen wiederholt genutzte Wasserbecken verschmutzt und die Hygiene stark beeinträchtigt. Vor dem Kaltwasserbecken sollte man immer den Schweiß mit Schöpfkelle oder Dusche vom ganzen Körper abspülen.
Im Grunde ja. Wenn man ohne Unterlage sitzt, bleibt Schweiß auf der Bank zurück, und die nächste Person sitzt auf einer unangehmen Stelle. Benutzen Sie die vorhandene Matte oder das Leihhandtuch; wenn nichts da ist, legen Sie Ihr mitgebrachtes Handtuch unter. Beim Verlassen ist es besonders höflich, den Schweißplatz noch abzuspülen.
Weil Stylingprodukte, Talg und lose Haare ins Wasser gelangen und es unhygienisch machen. In vielen Anlagen ist das per Aushang verboten. Wenn Sie Ihr Gesicht kühlen möchten, tauchen Sie nicht unter, sondern nehmen Wasser mit der Hand und führen es zum Gesicht.
Nicht unbedingt völlig verboten, aber lautes Reden und lange Gespräche sollten vermieden werden. In einem engen Raum mit starker Schallreflexion ist selbst leise Stimme gut hörbar und stört diejenigen, die Ruhe suchen. Manche Anlagen verbieten private Gespräche ausdrücklich.
Wenn Sie Ihre Pause beendet haben, geben Sie den Platz frühzeitig frei und reservieren Sie ihn nicht mit persönlichen Gegenständen. Die Stühle für die Frischluftruhe sind begrenzt und bei Andrang ein gemeinsamer, schnell knapper Platz.
Zu wissen, was man in der Sauna nicht tun sollte, ist nicht dazu da, Angst zu machen, sondern damit man sich sicher fühlt. Die meisten No-Gos lassen sich auf drei Grundsätze zurückführen: das gemeinsame Wasser oder die Sitze nicht verschmutzen, die Wärme und Ruhe anderer nicht stören und einen Platz nicht für sich allein beanspruchen. Nach dem Schwitzen ab ins Kaltwasserbecken, auf einer Matte sitzen, nicht mit dem Kopf untertauchen, ruhig bleiben und keinen Stuhl blockieren - wenn man diese Grundlagen beachtet, macht man in Sauna, Kaltwasserbecken und Frischluftruhe kaum etwas falsch. Wer die Grundtechnik von Anfang an prüfen möchte, liest Sauna für Anfänger: So geht's, und wer die allgemeinen Regeln im Badebereich nachlesen will, findet in Dinge, die man in der Onsen-Badewelt vermeiden sollte zusätzliche Sicherheit.