Warum lieben Japaner Onsen und Sauna? Ein Überblick mit Daten des Umweltministeriums und der Tourismusbehörde zu Vulkanland, täglichem Baden, Reisen, Sento-Gemeinschaft und dem Sauna-Boom seit den späten 2010ern.
Veröffentlicht: 22.10.2025
Warum Japaner Onsen und Sauna lieben, lässt sich nicht einfach mit „weil sie Bäder mögen“ erklären. Die Geografie als Vulkanland mit Onsen im ganzen Land, die tägliche Gewohnheit, in der Badewanne zu entspannen, die enge Verbindung von Onsen und Reisekultur, die Rolle der Sento als Treffpunkt und die in den späten 2010ern gewachsene Saunakultur greifen ineinander. So ist Baden nicht nur ein vorübergehendes Hobby, sondern fest in der Lebenskultur verankert.
Dieser Artikel betrachtet den Hintergrund aus mehreren Blickwinkeln: Geografie, Alltagsgewohnheiten, Reisekultur, Gemeinschaft und moderne Sauna. Er ordnet diese Faktoren übersichtlich ein und beleuchtet auch, was aus Sicht ausländischer Besucher auffällt und warum sich die Gründe nicht allein mit Gesundheit erklären lassen.
Der Hintergrund dafür, dass Japaner Onsen und Sauna mögen, lässt sich nicht auf einen einzigen Punkt reduzieren. Mehrere Faktoren wirken gleichzeitig. Zuerst ein Überblick, danach die einzelnen Aspekte.
| Blickwinkel | Inhalt | Verwandter Artikel |
|---|---|---|
| Geografie | Als Vulkanland gibt es landesweit viele Onsen, also ist das Ziel nie weit weg | Warum japanische Onsen so besonders sind |
| Alltagsgewohnheiten | Zu Hause wird in der Badewanne entspannt, Baden ist Teil des Alltags | Unterschiede zwischen Hausbad und Onsen-Kultur in Japan |
| Geschichte | Glaube, Buddhismus, Sento und Heilbaden haben sich überlagert | Geschichte der japanischen Badekultur |
| Reisekultur | Onsen verbinden sich mit Unterkunft, Essen und Stadtleben und werden zum Reiseziel | Warum japanische Onsen so besonders sind |
| Moderne Sauna | Seit den späten 2010ern verbreitet als Mittel zum Neustart im Alltag | Was totonou bedeutet |
Diese 5 Punkte stehen nicht im Gegensatz zueinander, sondern stützen sich gegenseitig. Die Geografie schafft Gewohnheiten, Gewohnheiten fördern die Reisekultur, und auf diesem Fundament wächst die moderne Saunakultur. So wird das Gesamtbild leichter verständlich.
Wenn man die Beziehung zwischen Japanern und Onsen erklärt, ist die Geografie ein wichtiger Ausgangspunkt. Japan liegt an mehreren tektonischen Platten und ist geologisch sehr aktiv. Dank der unterirdischen Wärme sind Onsen nicht auf einzelne besondere Orte beschränkt, sondern im ganzen Land verbreitet.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Dimension: Laut einer Untersuchung des Umweltministeriums (Stand Ende des Fiscal Year 2022) gibt es landesweit etwa 2.879 Onsen-Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten und insgesamt rund 27.932 Quellen. Das sind nur Richtwerte, aber bei dieser Zahl sind Onsen kein seltenes Reiseziel, sondern für Menschen in jeder Region eine realistische Freizeitoption.
Wenn Onsen in der Nähe sind, werden sie nicht als besonderer Luxus wahrgenommen. Außerdem unterscheiden sich Wasserqualität und Landschaft je nach Region stark, was eine Kultur des Vergleichs und Genießens fördert. Warum japanische Onsen in Menge und Qualität so herausragen, wird in Warum japanische Onsen so besonders sind im internationalen Vergleich erklärt.
Wenn die Geografie das Fundament ist, dann verankern alltägliche Gewohnheiten diese im Leben. In Japan ist weit verbreitet, dass Baden nicht nur Waschen bedeutet, sondern auch das Eintauchen in heißes Wasser und Ruhe. Im Vergleich zu Ländern, in denen oft die Dusche genügt, ist Baden hier eine Handlung, die den Tag strukturiert.
Gerade deshalb werden Onsen und Sauna nicht nur als Orte der Sauberkeit verstanden, sondern auch als Orte zum Umschalten und Entspannen. Das alltägliche Baden zu Hause und das besondere Baden im Onsen auf Reisen hängen eng zusammen. Die Unterschiede behandelt Unterschiede zwischen Hausbad und Onsen-Kultur in Japan.
Auch die Regel, sich vor dem Eintauchen in die Wanne zu waschen, ist mit dieser Gewohnheit untrennbar verbunden. Sie ist eine Voraussetzung, um das gemeinsame Bad sauber zu halten, und der Grund dafür wird in Warum man sich vor dem Baden wäscht erklärt.
Die Gewohnheit, jeden Tag ins heiße Wasser zu steigen, ist nicht plötzlich entstanden. Alte Onsen-Verehrung, die buddhistische Vorstellung von Reinigung, Sento und Heilbäder in der Edo-Zeit, moderne Hygienevorstellungen und die Verbreitung des Hausbads haben sich über lange Zeit überlagert und die heutige Badekultur geformt.
Mit anderen Worten: Die japanische Vorliebe für Onsen und Sauna ist eher eine Fortsetzung historisch gewachsener Lebenskultur als ein bloßer Trend der Gegenwart. Das Gesamtbild dieser Entwicklung zeichnet Geschichte der japanischen Badekultur nach.
In Japan haben sich Onsen-Orte als Reiseziele entwickelt. Unterkunft, Essen, Spaziergänge durch die Onsen-Stadt und die Landschaft der Jahreszeiten bilden eine Einheit. Onsen sind daher nicht nur Baden, sondern oft das eigentliche Ziel der Reise.
Deshalb gelten Onsen in Japan als etwas, das sich lohnt, extra anzufahren. Dass sie zu Familien- und Wochenendreisen so gut passen, liegt vor allem an dieser Reisekultur. Auch die Verbrauchsstudie der Tourismusbehörde für ausländische Besucher zeigt, dass Onsen-Baden zu den Dingen gehört, die man bei der nächsten Reise wieder erleben möchte. Die Verbindung zwischen Reisen und Baden ist also auch für ausländische Reisende als Erlebniswert nachvollziehbar.
Onsen und Sento hatten immer auch eine Rolle über die Badefunktion hinaus. Historisch waren sie Orte, an denen sich Menschen aus der Nachbarschaft trafen und Familien Zeit miteinander verbrachten. Das Gefühl des „nackten Miteinanders“, bei dem Status und Titel in den Hintergrund treten, ist in dieser Kultur der gemeinschaftlichen Bäder gewachsen.
Allerdings ist diese Nähe nicht für alle gleich angenehm. Heute wählen mehr Menschen Onsen oder Sauna auch als Orte, an denen man allein ruhig sein kann, während die Funktion als Treffpunkt ebenfalls bleibt. Die geteilte Atmosphäre in der Sauna und die lose Verbindung zwischen unbekannten Gästen werden in Sauna und Gemeinschaftskultur behandelt.
Die Beliebtheit der Sauna hat sich etwas anders entwickelt als die traditionelle Onsen-Kultur. Sie ist auch in Städten leicht zugänglich und ermöglicht in kurzer Zeit einen mentalen Neustart. Deshalb hat sie sich als Mittel nach der Arbeit oder für den Alltag etabliert. Während Onsen stark mit Reisen verbunden sind, passt Sauna besonders gut zum täglichen Gebrauch.
Seit den späten 2010ern wurde das Sauna-Erlebnis über Medien und Social Media leichter geteilt, und jüngere Generationen sowie neue Nutzer nahmen zu. Bücher zum Thema Sauna und die 2019 im Fernsehen von TV Tokyo ausgestrahlte Serie „S道“ trugen dazu bei, dass das Wort „totonou“ für den Zustand von körperlicher und geistiger Ausgeglichenheit nach Sauna, Kaltbad und Ruhe allgemein bekannt wurde.
Die Bedeutung von totonou wird in Was totonou bedeutet erklärt, die verschiedenen Anlagenarten in Arten japanischer Saunen. In Finnland, dem Ursprungsland der Sauna, unterscheiden sich Temperatur, Nutzung und die Rolle des Kaltwasserbeckens deutlich von Japan. Die Unterschiede beschreibt Finnische Sauna vs. japanische Sauna.
Wie wir gesehen haben, gehören Onsen und Sauna zwar beide zur Badekultur, verbreiten sich aber auf unterschiedliche Weise. Der Vergleich zeigt das deutlich.
| Onsen | Sauna | |
|---|---|---|
| Verbindung | eng mit Reisen und Tourismus | als Reset im Alltag |
| Hauptnutzung | Reisen, Wochenenden, Übernachtungen | nach der Arbeit, Tagesausflug |
| Verbreitungsphase | seit Langem schrittweise | seit den späten 2010ern wieder stark gewachsen |
| Kernwert | Wasserqualität, Landschaft, Aufenthalt | Gefühl des Totonou und Effizienz in kurzer Zeit |
Es geht nicht darum, was besser ist. Gerade weil Onsen einen Zugang als besondere Reise und Sauna einen als täglicher Neustart bietet, existieren beide nebeneinander und machen die gesamte Badekultur reicher.
Aus Sicht ausländischer Reisender werden die Besonderheiten der japanischen Badekultur besonders deutlich. Die große Zahl an Onsen-Orten, die enge Verbindung von Unterkunft und Onsen-Stadt sowie die gemeinsamen Baderegeln wirken sehr japanisch. Auch bei der Sauna ist die feste Abfolge von Sauna, Kaltbad und Ruhe ein kulturelles Merkmal, das in dieser Form nicht überall üblich ist.
Das gemeinsame Baden nackt und die Regel, sich vor dem Eintauchen zu waschen, können ohne Vorkenntnisse zunächst irritieren. Doch gerade diese gemeinsamen Normen halten die Bäder sauber und angenehm. Hinter der japanischen Vorliebe für Onsen und Sauna stehen also nicht nur Einrichtungen, sondern auch Gewohnheiten und gemeinsames Verständnis.
Onsen und Sauna werden oft im Zusammenhang mit Gesundheit und Entspannung genannt. Auch wissenschaftlich wird dazu geforscht. Dennoch reicht es nicht aus, die Vorliebe der Japaner allein mit gesundheitlichen Vorteilen zu erklären.
Zu den Gründen für ihre Attraktivität gehören auch Gewohnheit, Kultur, Landschaft, Essen, die Zufriedenheit einer Reise, Zeit mit anderen Menschen und vieles, was sich nicht auf medizinische Aspekte reduzieren lässt. Viele Menschen gehen in Onsen oder Sauna vor allem, um den Alltag zu unterbrechen und etwas Besonderes zu erleben. Diese Kultur verliert man aus dem Blick, wenn man den Grund auf einen einzigen Punkt reduzieren will.
Weil Japan ein Vulkanland ist, an dem mehrere Platten aufeinandertreffen und das von unterirdischer Wärme profitiert. Laut einer Untersuchung des Umweltministeriums (Stand Ende des Fiscal Year 2022) gibt es landesweit etwa 2.879 Onsen-Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten und rund 27.932 Quellen. Da Onsen im ganzen Land verbreitet sind, fällt es nicht schwer, ein Ziel zu finden. Das bildet die Grundlage der Onsen-Kultur.
Nicht nur, um sauber zu werden, sondern auch, um den Tag abzuschließen, Müdigkeit loszuwerden und mental umzuschalten. Die Gewohnheit, der Zeit im heißen Wasser selbst Wert beizumessen, ist weit verbreitet.
Onsen sind stärker mit Reisen und Tourismus verbunden und werden oft als besonderes Erlebnis mit Unterkunft und Landschaft wahrgenommen. Sauna ist dagegen auch in Städten leicht nutzbar und hat sich als Alltags-Reset etabliert. Der Kernwert liegt bei Onsen in Wasserqualität und Landschaft, bei Sauna im Gefühl von totonou und in der Effizienz auf kurze Zeit.
Sauna selbst gibt es schon lange, doch der heutige Boom beschleunigte sich in den späten 2010ern. Durch Medien, Social Media und Formate wie die 2019 ausgestrahlte Serie „S道“ verbreitete sich auch der Begriff totonou stark.
Nicht unbedingt. Manche genießen Onsen und Sento als Ort der Begegnung, andere bevorzugen sie als ruhigen Platz für sich allein. Wie angenehm das ist, hängt stark von der Person ab.
Die japanische Vorliebe für Onsen und Sauna entsteht aus dem Zusammenspiel von Geografie als Vulkanland, täglicher Badewannen-Gewohnheit, Verbindung von Onsen und Reisekultur, der Gemeinschaftsfunktion der Sento und der seit den späten 2010ern verbreiteten modernen Sauna.
Onsen haben sich vor allem als Kultur der besonderen Reise entwickelt, Sauna als Mittel zum Reset im Alltag. Gerade weil beide nebeneinander existieren, ist die Badekultur insgesamt so reich. Wenn man sie nicht nur als Badeeinrichtungen, sondern als Teil der japanischen Lebenskultur versteht, die von Geografie und Geschichte getragen wird, wird das Gesamtbild klarer.
Warum lieben Japaner Onsen und Sauna? Ein Überblick mit Daten des Umweltministeriums und der Tourismusbehörde zu Vulkanland, täglichem Baden, Reisen, Sento-Gemeinschaft und dem Sauna-Boom seit den späten 2010ern.
Veröffentlicht: 22.10.2025
Warum Japaner Onsen und Sauna lieben, lässt sich nicht einfach mit „weil sie Bäder mögen“ erklären. Die Geografie als Vulkanland mit Onsen im ganzen Land, die tägliche Gewohnheit, in der Badewanne zu entspannen, die enge Verbindung von Onsen und Reisekultur, die Rolle der Sento als Treffpunkt und die in den späten 2010ern gewachsene Saunakultur greifen ineinander. So ist Baden nicht nur ein vorübergehendes Hobby, sondern fest in der Lebenskultur verankert.
Dieser Artikel betrachtet den Hintergrund aus mehreren Blickwinkeln: Geografie, Alltagsgewohnheiten, Reisekultur, Gemeinschaft und moderne Sauna. Er ordnet diese Faktoren übersichtlich ein und beleuchtet auch, was aus Sicht ausländischer Besucher auffällt und warum sich die Gründe nicht allein mit Gesundheit erklären lassen.
Der Hintergrund dafür, dass Japaner Onsen und Sauna mögen, lässt sich nicht auf einen einzigen Punkt reduzieren. Mehrere Faktoren wirken gleichzeitig. Zuerst ein Überblick, danach die einzelnen Aspekte.
| Blickwinkel | Inhalt | Verwandter Artikel |
|---|---|---|
| Geografie | Als Vulkanland gibt es landesweit viele Onsen, also ist das Ziel nie weit weg | Warum japanische Onsen so besonders sind |
| Alltagsgewohnheiten | Zu Hause wird in der Badewanne entspannt, Baden ist Teil des Alltags | Unterschiede zwischen Hausbad und Onsen-Kultur in Japan |
| Geschichte | Glaube, Buddhismus, Sento und Heilbaden haben sich überlagert | Geschichte der japanischen Badekultur |
| Reisekultur | Onsen verbinden sich mit Unterkunft, Essen und Stadtleben und werden zum Reiseziel | Warum japanische Onsen so besonders sind |
| Moderne Sauna | Seit den späten 2010ern verbreitet als Mittel zum Neustart im Alltag | Was totonou bedeutet |
Diese 5 Punkte stehen nicht im Gegensatz zueinander, sondern stützen sich gegenseitig. Die Geografie schafft Gewohnheiten, Gewohnheiten fördern die Reisekultur, und auf diesem Fundament wächst die moderne Saunakultur. So wird das Gesamtbild leichter verständlich.
Wenn man die Beziehung zwischen Japanern und Onsen erklärt, ist die Geografie ein wichtiger Ausgangspunkt. Japan liegt an mehreren tektonischen Platten und ist geologisch sehr aktiv. Dank der unterirdischen Wärme sind Onsen nicht auf einzelne besondere Orte beschränkt, sondern im ganzen Land verbreitet.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Dimension: Laut einer Untersuchung des Umweltministeriums (Stand Ende des Fiscal Year 2022) gibt es landesweit etwa 2.879 Onsen-Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten und insgesamt rund 27.932 Quellen. Das sind nur Richtwerte, aber bei dieser Zahl sind Onsen kein seltenes Reiseziel, sondern für Menschen in jeder Region eine realistische Freizeitoption.
Wenn Onsen in der Nähe sind, werden sie nicht als besonderer Luxus wahrgenommen. Außerdem unterscheiden sich Wasserqualität und Landschaft je nach Region stark, was eine Kultur des Vergleichs und Genießens fördert. Warum japanische Onsen in Menge und Qualität so herausragen, wird in Warum japanische Onsen so besonders sind im internationalen Vergleich erklärt.
Wenn die Geografie das Fundament ist, dann verankern alltägliche Gewohnheiten diese im Leben. In Japan ist weit verbreitet, dass Baden nicht nur Waschen bedeutet, sondern auch das Eintauchen in heißes Wasser und Ruhe. Im Vergleich zu Ländern, in denen oft die Dusche genügt, ist Baden hier eine Handlung, die den Tag strukturiert.
Gerade deshalb werden Onsen und Sauna nicht nur als Orte der Sauberkeit verstanden, sondern auch als Orte zum Umschalten und Entspannen. Das alltägliche Baden zu Hause und das besondere Baden im Onsen auf Reisen hängen eng zusammen. Die Unterschiede behandelt Unterschiede zwischen Hausbad und Onsen-Kultur in Japan.
Auch die Regel, sich vor dem Eintauchen in die Wanne zu waschen, ist mit dieser Gewohnheit untrennbar verbunden. Sie ist eine Voraussetzung, um das gemeinsame Bad sauber zu halten, und der Grund dafür wird in Warum man sich vor dem Baden wäscht erklärt.
Die Gewohnheit, jeden Tag ins heiße Wasser zu steigen, ist nicht plötzlich entstanden. Alte Onsen-Verehrung, die buddhistische Vorstellung von Reinigung, Sento und Heilbäder in der Edo-Zeit, moderne Hygienevorstellungen und die Verbreitung des Hausbads haben sich über lange Zeit überlagert und die heutige Badekultur geformt.
Mit anderen Worten: Die japanische Vorliebe für Onsen und Sauna ist eher eine Fortsetzung historisch gewachsener Lebenskultur als ein bloßer Trend der Gegenwart. Das Gesamtbild dieser Entwicklung zeichnet Geschichte der japanischen Badekultur nach.
In Japan haben sich Onsen-Orte als Reiseziele entwickelt. Unterkunft, Essen, Spaziergänge durch die Onsen-Stadt und die Landschaft der Jahreszeiten bilden eine Einheit. Onsen sind daher nicht nur Baden, sondern oft das eigentliche Ziel der Reise.
Deshalb gelten Onsen in Japan als etwas, das sich lohnt, extra anzufahren. Dass sie zu Familien- und Wochenendreisen so gut passen, liegt vor allem an dieser Reisekultur. Auch die Verbrauchsstudie der Tourismusbehörde für ausländische Besucher zeigt, dass Onsen-Baden zu den Dingen gehört, die man bei der nächsten Reise wieder erleben möchte. Die Verbindung zwischen Reisen und Baden ist also auch für ausländische Reisende als Erlebniswert nachvollziehbar.
Onsen und Sento hatten immer auch eine Rolle über die Badefunktion hinaus. Historisch waren sie Orte, an denen sich Menschen aus der Nachbarschaft trafen und Familien Zeit miteinander verbrachten. Das Gefühl des „nackten Miteinanders“, bei dem Status und Titel in den Hintergrund treten, ist in dieser Kultur der gemeinschaftlichen Bäder gewachsen.
Allerdings ist diese Nähe nicht für alle gleich angenehm. Heute wählen mehr Menschen Onsen oder Sauna auch als Orte, an denen man allein ruhig sein kann, während die Funktion als Treffpunkt ebenfalls bleibt. Die geteilte Atmosphäre in der Sauna und die lose Verbindung zwischen unbekannten Gästen werden in Sauna und Gemeinschaftskultur behandelt.
Die Beliebtheit der Sauna hat sich etwas anders entwickelt als die traditionelle Onsen-Kultur. Sie ist auch in Städten leicht zugänglich und ermöglicht in kurzer Zeit einen mentalen Neustart. Deshalb hat sie sich als Mittel nach der Arbeit oder für den Alltag etabliert. Während Onsen stark mit Reisen verbunden sind, passt Sauna besonders gut zum täglichen Gebrauch.
Seit den späten 2010ern wurde das Sauna-Erlebnis über Medien und Social Media leichter geteilt, und jüngere Generationen sowie neue Nutzer nahmen zu. Bücher zum Thema Sauna und die 2019 im Fernsehen von TV Tokyo ausgestrahlte Serie „S道“ trugen dazu bei, dass das Wort „totonou“ für den Zustand von körperlicher und geistiger Ausgeglichenheit nach Sauna, Kaltbad und Ruhe allgemein bekannt wurde.
Die Bedeutung von totonou wird in Was totonou bedeutet erklärt, die verschiedenen Anlagenarten in Arten japanischer Saunen. In Finnland, dem Ursprungsland der Sauna, unterscheiden sich Temperatur, Nutzung und die Rolle des Kaltwasserbeckens deutlich von Japan. Die Unterschiede beschreibt Finnische Sauna vs. japanische Sauna.
Wie wir gesehen haben, gehören Onsen und Sauna zwar beide zur Badekultur, verbreiten sich aber auf unterschiedliche Weise. Der Vergleich zeigt das deutlich.
| Onsen | Sauna | |
|---|---|---|
| Verbindung | eng mit Reisen und Tourismus | als Reset im Alltag |
| Hauptnutzung | Reisen, Wochenenden, Übernachtungen | nach der Arbeit, Tagesausflug |
| Verbreitungsphase | seit Langem schrittweise | seit den späten 2010ern wieder stark gewachsen |
| Kernwert | Wasserqualität, Landschaft, Aufenthalt | Gefühl des Totonou und Effizienz in kurzer Zeit |
Es geht nicht darum, was besser ist. Gerade weil Onsen einen Zugang als besondere Reise und Sauna einen als täglicher Neustart bietet, existieren beide nebeneinander und machen die gesamte Badekultur reicher.
Aus Sicht ausländischer Reisender werden die Besonderheiten der japanischen Badekultur besonders deutlich. Die große Zahl an Onsen-Orten, die enge Verbindung von Unterkunft und Onsen-Stadt sowie die gemeinsamen Baderegeln wirken sehr japanisch. Auch bei der Sauna ist die feste Abfolge von Sauna, Kaltbad und Ruhe ein kulturelles Merkmal, das in dieser Form nicht überall üblich ist.
Das gemeinsame Baden nackt und die Regel, sich vor dem Eintauchen zu waschen, können ohne Vorkenntnisse zunächst irritieren. Doch gerade diese gemeinsamen Normen halten die Bäder sauber und angenehm. Hinter der japanischen Vorliebe für Onsen und Sauna stehen also nicht nur Einrichtungen, sondern auch Gewohnheiten und gemeinsames Verständnis.
Onsen und Sauna werden oft im Zusammenhang mit Gesundheit und Entspannung genannt. Auch wissenschaftlich wird dazu geforscht. Dennoch reicht es nicht aus, die Vorliebe der Japaner allein mit gesundheitlichen Vorteilen zu erklären.
Zu den Gründen für ihre Attraktivität gehören auch Gewohnheit, Kultur, Landschaft, Essen, die Zufriedenheit einer Reise, Zeit mit anderen Menschen und vieles, was sich nicht auf medizinische Aspekte reduzieren lässt. Viele Menschen gehen in Onsen oder Sauna vor allem, um den Alltag zu unterbrechen und etwas Besonderes zu erleben. Diese Kultur verliert man aus dem Blick, wenn man den Grund auf einen einzigen Punkt reduzieren will.
Weil Japan ein Vulkanland ist, an dem mehrere Platten aufeinandertreffen und das von unterirdischer Wärme profitiert. Laut einer Untersuchung des Umweltministeriums (Stand Ende des Fiscal Year 2022) gibt es landesweit etwa 2.879 Onsen-Orte mit Übernachtungsmöglichkeiten und rund 27.932 Quellen. Da Onsen im ganzen Land verbreitet sind, fällt es nicht schwer, ein Ziel zu finden. Das bildet die Grundlage der Onsen-Kultur.
Nicht nur, um sauber zu werden, sondern auch, um den Tag abzuschließen, Müdigkeit loszuwerden und mental umzuschalten. Die Gewohnheit, der Zeit im heißen Wasser selbst Wert beizumessen, ist weit verbreitet.
Onsen sind stärker mit Reisen und Tourismus verbunden und werden oft als besonderes Erlebnis mit Unterkunft und Landschaft wahrgenommen. Sauna ist dagegen auch in Städten leicht nutzbar und hat sich als Alltags-Reset etabliert. Der Kernwert liegt bei Onsen in Wasserqualität und Landschaft, bei Sauna im Gefühl von totonou und in der Effizienz auf kurze Zeit.
Sauna selbst gibt es schon lange, doch der heutige Boom beschleunigte sich in den späten 2010ern. Durch Medien, Social Media und Formate wie die 2019 ausgestrahlte Serie „S道“ verbreitete sich auch der Begriff totonou stark.
Nicht unbedingt. Manche genießen Onsen und Sento als Ort der Begegnung, andere bevorzugen sie als ruhigen Platz für sich allein. Wie angenehm das ist, hängt stark von der Person ab.
Die japanische Vorliebe für Onsen und Sauna entsteht aus dem Zusammenspiel von Geografie als Vulkanland, täglicher Badewannen-Gewohnheit, Verbindung von Onsen und Reisekultur, der Gemeinschaftsfunktion der Sento und der seit den späten 2010ern verbreiteten modernen Sauna.
Onsen haben sich vor allem als Kultur der besonderen Reise entwickelt, Sauna als Mittel zum Reset im Alltag. Gerade weil beide nebeneinander existieren, ist die Badekultur insgesamt so reich. Wenn man sie nicht nur als Badeeinrichtungen, sondern als Teil der japanischen Lebenskultur versteht, die von Geografie und Geschichte getragen wird, wird das Gesamtbild klarer.