Die Heimreise in meinen Heimatort ist für mich ein fester Bestandteil meiner Sauna-Reisen.
Vier Tage bei den Eltern zu verbringen bedeutet, dass ich mindestens drei Mal in ein mir unbekanntes Sauna gehen kann. Kaum stand der Termin für die Heimreise fest, begann ich sofort zu recherchieren, welche Saunas ich besuchen wollte. Als ich zufällig nach Einrichtungen in der Präfektur Kochi suchte, stieß ich auf Tosa Mochizuki Onsen Himewakago no Yu. Die Anlage verfügt über ein Außenbad der Extraklasse, das zu den größten der Präfektur zählt, ein Quellwasser-Onsen im Durchlaufbetrieb, ein Hochkonzentrations-Kohlensäurebad sowie eine Sauna mit automatischem löyly und ein cold plunge bath mit einem Meter Tiefe und 15 °C. Dazu ist die Anlage noch brandneu. Da musste ich einfach hin. Glücklicherweise bin ich ein Mensch mit viel freier Zeit. Vier Tage Heimreise, aber keine festen Verabredungen. Wenn ich eine Einrichtung finde, die mich reizt, kann ich sofort losfahren. Mit dieser Freiheit in meinem Leben bin ich mehr als zufrieden.
Erster Tag der Heimreise, ein Freitagmorgen. Auf dem Weg zu meinem Elternhaus fuhr ich durch die Stadt Kochi. Es war ein Werktag, die Straßen waren angenehm leer. Ohne mich auch nur einmal zu verfahren, erreichte ich mein Ziel. Das Gebäude, das sich vor mir erhob, hatte die stattliche Ausstrahlung eines angesehenen Ryokan. Mit freudiger Erwartung betrat ich die Einrichtung und erledigte die Anmeldung.
Da ich zum ersten Mal hier war, beschloss ich, vor dem Gang ins große Bad einen kleinen Rundgang durch das Haus zu machen. Ein geräumiger Ruheraum, in dem man Manga lesen kann, ein Restaurant mit verlockenden Gerichten, ein Körperpflegebereich mit Peeling-Angeboten und sogar ein Schwitzbad mit Mineralsteinen nur für Frauen. Der Umfang dieser Anlage als Super-Sento war beeindruckend – schon jetzt stieg meine Begeisterung: Was für eine wunderbare Einrichtung.
Ich zügelte meine Ungeduld, durchquerte die Umkleide und betrat das große Bad. Eine großzügige, saubere Innenbadeanlage tat sich vor mir auf. Zunächst wusch ich mich gründlich, dann ließ ich mich langsam ins Hochkonzentrations-Kohlensäurebad gleiten. Feine, prickelnde Bläschen hüllten meinen ganzen Körper ein, und ich spürte, wie die vom langen Autofahren verspannte Muskulatur sich Stück für Stück entspannte.
Als mein Körper angenehm aufgewärmt war, machte ich mich auf den Weg zur Ferninfrarot-Hochtemperatursauna. Kaum öffnete ich die Tür, strömte mir ein angenehmer Holzduft entgegen. Das Thermometer zeigte etwa 80 °C – ich dachte, das sei eine gemächliche Einstellung zum gemütlichen Schwitzen, doch genau in diesem Moment traf es mich: Es war exakt die halbe Stunde, zu der der automatische löyly ausgelöst wird. Mit einem zischenden Laut ergoss sich heißer Dampf über mich, und die gefühlte Temperatur schoss in die Höhe. Aus allen Poren meines Körpers brach der Schweiß in großen Tropfen hervor.
„Was für eine angenehme Hitze…"
Mit diesen Worten im Kopf ließ ich meinen Körper bis an die Grenze dampfen. Als ich die Sauna verließ und den Schweiß mit Wasser abgespült hatte, wartete das, worauf ich mich am meisten gefreut hatte: das cold plunge bath. Ein Meter tief, auf 15 °C heruntergekühlt, randvoll mit eiskaltem Wasser. Der Moment, als ich bis zu den Schultern eintauchte und das eiskalte Wasser meinen ganzen Körper auf einmal erfasste – ein unwillkürliches „Puh"
Als ich das cold plunge bath verließ und etwas benommen in den Außenbereich schlenderte, öffnete sich vor mir ein gewaltiges Außenbad, das seinem Titel „das größte der Präfektur" gerecht wurde, ohne dass irgendetwas den Blick versperrte. Der östliche Himmel war weit geöffnet, und die gleißende Sommersonne ergoss sich über alles.
Ich ließ mich tief in den bereitstehenden Entspannungsstuhl sinken und schloss die Augen.
Eine angenehme Brise wehte vorbei, und zurück blieb nur das Gefühl, wie das Blut durch meinen ganzen Körper pochte. Es kribbelte und vibrierte im Hinterkopf, und eine erlesene Form der „Totonou"-Erlösung stellte sich ein, als würde mein Körper in der Luft schweben.
Dass ich in einer ganz neuen Anlage in meiner Heimatstadt, die ich eher zufällig aufgesucht hatte, ein derart perfektes Erlebnis haben würde. Beim Saunieren begegnet man von Zeit zu Zeit solchen wunderbaren Momenten, und genau deshalb kann ich davon nicht lassen. Außerdem gab es im Außenbereich sogar noch ein separates Gebäude mit einem „Kamado-buro" (Dampfbad), auch das habe ich ausgiebig genossen.
Am Nachmittag, bereits vollkommen tottonou-t, machte ich mich wieder auf den Weg zu meinem Elternhaus und startete den Wagen erneut. Eine Ausstattung, die keine Wünsche offenlässt, und ein großartiges Sauna-Erlebnis. Mit jedem Heimaturlaub ist ein weiterer, für mich wichtiger Ort hinzugekommen, den ich unbedingt wieder besuchen möchte. Die Reise hat gerade erst begonnen.





