Suisyun ist für mich ein wahrer Ort der Zuflucht, eine Oase. Seit meiner Studienzeit gehe ich dort immer wieder hin – wann immer sich die Erschöpfung staut, zieht es mich wie von selbst zu Suisyun, und ich habe mich dort schon unzählige Male dem Onsen und der Sauna hingegeben. Dass ich die Einrichtungen dieser Marke, an der mein Herz so sehr hängt, an einem einzigen Tag gleich mehrmals abklappern kann, ist doch geradezu ein Luxus, oder?
Nachdem ich das Suisyun in Hattori Ryokuchi ausgiebig genossen hatte, checkte ich in meinem Hotel ein und beschloss, eine Weile Mittagsschlaf zu halten. Für eine gelungene Sauna-Reise ist Erholung die eigentliche Lebensader. Ob man nach der Vormittagssauna einen guten Mittagsschlaf hinlegt oder nicht, entscheidet über die gesamte Qualität des abendlichen Erlebnisses. Der Mittagsschlaf an diesem Tag war perfekt. Kaum eingecheckt, fiel ich ins Bett und schlief rund zwei Stunden tief und fest. Als ich um 17 Uhr aufwachte, fühlte ich mich blendend, als würde ein völlig neuer Tag beginnen. Nun, das heutige Ziel für den Abend ist Tsurumiryokuchi Yumoto Suisyun.
Ich parke das Auto und trete in das Gebäude ein. Neben der Bade-Einrichtung ist auch ein Fitnessstudio namens B-fit angeschlossen – wer Mitglied wird, kann angeblich das große Bad ohne Aufpreis nutzen. Wie beneidenswert! In der Region Hyogo-Osaka sind solche Kooperationen zwischen Bade-Einrichtungen und Fitnessstudios besonders gut ausgebaut. Würde ich in dieser Gegend wohnen, wäre ich ohne zu zögern Mitglied geworden. Auch bei den zuvor besuchten Top-Einrichtungen in Hyogo, SPA Kisera Kawanishi und Sanda Natural Onsen Kotobuki no Yu, hörte ich, dass Fitness-Mitglieder das große Bad kostenlos nutzen können, und ich warf den schwitzenden Mitgliedern damals neidische Blicke zu. Doch genug davon – beginnen wir zunächst mit der Erkundung des großen Bades.
Die Ausstattung war wie erwartet fantastisch. Es gibt zahlreiche verschiedene Becken, eine natürliche Onsen-Quelle mit direktem Quellwasserzufluss und drei Saunen. Auch das kalte Bad liegt direkt neben der Sauna, und im Außenbereich stehen mehr als 20 Liegestühle in einer Reihe. Diese Fülle beeindruckt mich jedes Mal von Neuem.
Ich reinige mich und tauche in das natürliche Onsen im Freien ein. Es war genau die Stunde, in der sich der Himmel wunderschön in der Abendsonne rot färbte, und während ich im Wasser lag und den brennend roten Himmel betrachtete, vergaß ich fast, dass ich mich in der Großstadt Osaka befand.
Nachdem ich mich im Onsen aufgewärmt hatte, war es Zeit für die Sauna.
Schon bei der Erkundung der Anlage hatte mich die Meditationssauna direkt angesprochen, also entschied ich mich ohne zu zögern, hier zu beginnen. Diese erst im April 2026 neu eröffnete Sauna empfängt einen im Moment des Eintretens mit gedämpftem Licht, dem angenehmen Duft von Holz und einer sanften Hitze. Der Name Meditationssauna kommt nicht von ungefähr – auch die anderen Gäste hatten die Augen geschlossen und schienen sich der Meditation zu widmen. Die Atmosphäre war schlichtweg perfekt. Angesteckt davon setzte auch ich mich im Schneidersitz hin, kreuzte Mittelfinger und Daumen und begann selbst zu meditieren. Ob das die richtige Technik ist, weiß ich nicht, aber solange man sich auf den eigenen Atem konzentriert und ein Gefühl des Eintauchens erreicht, kann es wohl nicht falsch sein.
Eine Sauna ohne Fernseher, mit gedämpftem Licht – das ist eben doch genau mein Geschmack. Große, offene Saunen mit Fernseher oder Saunen, in denen man mit vielen Leuten zusammen Aufguss genießen kann, sind auch nicht schlecht, aber eine Sauna, in der man sich in Stille selbst pflegen kann, entspricht wohl eher meinem Naturell. Danach kühlte ich meinen Körper im kalten Bad ab, und während ich bei der Freiluftruhe den Himmel über Osaka betrachtete, stellte sich allmählich der Zustand des Totonou ein.
Auch für die zweite Runde ging ich ohne zu zögern wieder in die Meditationssauna. Eigentlich hätte ich gerne auch die Hauptsauna mit Infrarot oder die Sauna mit chinesischen Kräutern und Salz ausgewogen genossen, aber manchmal ist es auch nicht schlecht, konsequent die eigene Lieblingssauna in vollen Zügen auszukosten. Es gibt keine einzig richtige Art, eine Sauna-Reise zu erleben. Gegen Ende der zweiten Runde kamen mehrere junge Leute plaudernd in die Sauna hinein – ein Verhalten, das dem Konzept der Sauna völlig widerspricht und eigentlich eine Todsünde darstellt. Dadurch wurde mein Meditationszustand mit einem Schlag aufgelöst. Für die Meditationssauna scheinen sie wohl noch nicht bereit zu sein. Wenn sie noch etwas mehr Erfahrung gesammelt haben und verstehen, was das Schöne an der Sauna ausmacht, werden sie ihren eigenen Fehltritt schon noch erkennen.
Auch bei der dritten Runde kehrte ich wieder zur Meditationssauna zurück. Das Ambiente dieses Saunaraums ist einfach herausragend. Der dunkle, fast schwarze Holzton, die angenehme Hitze, der nicht zu enge Raum für etwa zehn Personen, das automatische Löyly, das per Knopfdruck ausgelöst wird, die Feuchtigkeitsregulierung durch die Belüftung des Punkah-Louvers (bei Eigenregie besteht das Risiko, dass die Luftfeuchtigkeit entweder zu stark ansteigt oder, wenn man gar nichts tut, alles austrocknet), und der angenehme Duft – all das erfüllt meine Vorlieben derart perfekt, dass mir schlicht keine andere Wahl blieb, als keine andere Sauna mehr zu betreten. Doch ich konnte dabei eine Zufriedenheit erreichen, die es kaum zu überbieten gab. Nicht alles auszukosten, ist nicht immer die falsche Entscheidung. Auch eine einzige Sache bis in die Tiefe auszukosten, gehört zu den wahren Freuden einer Reise.

Der heutige Tag war, das kann ich mit Sicherheit sagen, ein perfekter Tag. Suisyun ist eben doch eine großartige Einrichtung. Neben den heute besuchten Standorten in Hattori Ryokuchi und Tsurumiryokuchi soll es auch Filialen in Minoh, Higashikori, Shiga und sogar Kumamoto geben. Irgendwann möchte ich unbedingt alle Suisyun-Standorte einmal komplett abklappern.
Nun, welche Einrichtung ich morgen besuchen werde, habe ich noch nicht entschieden.
Lasst mich das Ziel morgen früh je nach Stimmung beim Aufwachen bestimmen.
Solange das Ziel eine Sauna ist, kann es kein schlechtes Ende geben.





