Eiseniger Geruch in Onsen: Ursache vs Schwefelgeruch

Merkmale metallisch riechender Onsen: Warum eisenhaltige Quellen so riechen, wie sie sich vom Schwefelgeruch unterscheiden und welche Schlüsse der Geruch zulässt.

Metallisch riechende Onsen bezeichnen Thermalquellen, bei denen ein eisenartiger oder blutähnlicher Geruch wahrgenommen wird. In Japan wird dies manchmal als "金気臭" beschrieben. Solche Wahrnehmungen treten häufig bei eisenhaltigen Quellen auf, doch allein am Geruch lässt sich die genaue Zusammensetzung der Quelle nicht sicher bestimmen.

In diesem Artikel wird erklärt, warum metallische Gerüche entstehen, in welchen Quellen man sie typischerweise wahrnimmt, worin sie sich vom Schwefelgeruch unterscheiden und wie Reisende vor Ort die Unterschiede erkennen können.

Was ist mit "metallischem Geruch" gemeint

Mit metallischem Geruch ist meist nicht gemeint, dass man reines Metall riecht, sondern dass sich der Geruch ähnlich wie Eisen, Rost oder Blut anfühlt. Manche Menschen beschreiben ihn als blut- oder rostähnlich. Die Intensität kann stark variieren: von deutlich in der Umgebung wahrnehmbar bis zu kaum am Beckenrand oder am Auslass zu riechen.

Die Stärke hängt von der Wasserzusammensetzung, dem Kontakt mit Luft und dem Zustand des Wassers ab.

Warum entsteht der metallische Geruch

Bei eisenhaltigen Quellen ist das Wasser oft bei Austritt noch klar, oxidiert aber beim Kontakt mit Luft. Dabei verändert sich Farbe und Geruch, es können bräunliche bis rötlich-braune Ablagerungen oder Partikel im Wasser entstehen. Sichtbare Ablagerungen und Geruch treten häufig gemeinsam auf.

Allerdings ist die Geruchswahrnehmung subjektiv. Das Fehlen eines metallischen Geruchs schließt eine eisenhaltige Quelle nicht aus. Umgekehrt kann ein metallischer Eindruck auch durch andere Inhaltsstoffe oder die Umgebung der Anlage beeinflusst werden.

In welchen Quellen tritt der Geruch besonders auf

Am typischsten sind metallische Gerüche bei eisenhaltigen Quellen. Besonders solche Quellen, die leicht an der Luft oxidieren und dadurch ihre Farbe ändern, hinterlassen oft einen stärkeren Geruchseindruck.

Beispielsweise zeichnen sich Quellen wie die Goldbrunnen von Arima durch eine ausgeprägte Kombination aus eisen- und salzartiger Wahrnehmung aus, sodass Farbe und Geruch gemeinsam auffallen. Selbst bei ähnlicher chemischer Hauptkomponente kann die Wahrnehmung je nach Anlagenbetrieb und Wasserzustand sehr unterschiedlich sein.

Unterschied zum Schwefelgeruch

Der bekannteste Thermalgeruch ist der Schwefelgeruch, der oft als eigengeruch nach faulen Eiern erkannt wird. Metallischer Geruch unterscheidet sich deutlich: Er wirkt eher eisen- oder blutähnlich und hat eine andere sensorische Qualität.

In manchen Quellen können beide Gerüche zusammen auftreten, was dann auf mehrere Inhaltsstoffe oder lokale Umweltfaktoren hindeuten kann. Statt allein nach dem Geruch zu urteilen, ist es genauer, die Analysewerte oder die Angaben der Anlage zu prüfen.

Was der Geruch verrät

Der Geruch kann Hinweise auf charakteristische Inhaltsstoffe oder chemische Veränderungen im Wasser geben und ist für Erstbesucher oft ein einfacher Zugang, verschiedene Quelltypen zu erkennen.

Allerdings ist es irreführend, allein aus einem starken Geruch auf höhere Wirksamkeit oder aufgeklärte Gesundheitsvorteile zu schließen. Der Wert einer Quelle ergibt sich aus mehreren Faktoren wie Inhaltsstoffmenge, Temperatur, Nutzung und Frische des Wassers.

Hinweise zu gesundheitlichen Effekten

Bei eisenhaltigen Quellen wird gelegentlich über das Trinken des Quellwassers zur Eisenzufuhr berichtet, allerdings ist es unrealistisch, allein durch Baden nennenswerte Mengen Eisen aufzunehmen.

Trinkkuren dürfen nur in dafür zugelassenen Einrichtungen erfolgen. Man sollte nicht eigenmächtig Wasser probieren in der Erwartung gesundheitlicher Effekte. Es ist sicherer, nicht automatisch einen Zusammenhang zwischen metallischem Geruch und therapeutischem Nutzen zu unterstellen.

Wenn der metallische Geruch unangenehm ist

Wer metallische Gerüche nicht mag, wählt besser einfache Thermalquellen oder Hydrogencarbonatquellen, die in der Regel milde Gerüche haben. Beim Auswählen einer Quelle ist es empfehlenswert, nicht nur dem Bekanntheitsgrad zu folgen, sondern die persönliche Wahrnehmung als Entscheidungskriterium zu nutzen.

Umgekehrt lohnt sich für jene, die die Besonderheiten einer Quelle schätzen, ein Besuch einer eisenhaltigen Quelle: Farbe, Geruch und Ablagerungen geben oft klare Hinweise auf die Eigenheiten des Wassers.

Fazit

Metallisch riechende Onsen sind typischerweise eisenhaltige Quellen, bei denen Eisen beim Kontakt mit Luft oxidiert und so Farbe sowie Geruch beeinflusst. In Japan wird dieses Merkmal oft als metallischer oder eisenartiger Geruch beschrieben.

Dennoch sollte man Geruch nicht als alleiniges Urteil über die Zusammensetzung oder Wirksamkeit einer Quelle verwenden. Kombinieren Sie Geruchseindrücke mit den Angaben der Analyse und den Hinweisen der Anlage, um die Unterschiede zu Schwefelquellen besser einordnen und die Quelle als eigenständiges, interessantes Merkmal genießen zu können.

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