Zusammenhang von Vulkanen und Onsen erklärt mit 111 aktiven Vulkanen, rund 27.000 Quellen und 4 Platten. Vulkanische und nichtvulkanische Quellen, plus warum auch in Arima heißes Wasser sprudelt, mit Daten von JMA, Umweltministerium und Forschung.
Veröffentlicht: 24.12.2025
Zusammenhang von Vulkanen und Onsen erklärt mit 111 aktiven Vulkanen, rund 27.000 Quellen und 4 Platten. Vulkanische und nichtvulkanische Quellen, plus warum auch in Arima heißes Wasser sprudelt, mit Daten von JMA, Umweltministerium und Forschung.
Veröffentlicht: 24.12.2025
Vulkane und Onsen hängen eng zusammen, doch Japans Quellen sind nicht alle nur durch Vulkane entstanden. In der Nähe von Vulkanen erwärmt die unterirdische Hitze das Grundwasser und begünstigt Quellen. Aber auch ohne nahe Vulkane können Quellen durch Plattenbewegungen und den Wasserkreislauf in großen Tiefen entstehen.
Die Schlussfolgerung vorweg: Japan hat so viele Onsen, weil das Land in einer tektonisch aktiven Zone liegt, in der 4 Platten aufeinandertreffen, wodurch es viele Wärmequellen im Untergrund gibt, und weil es viel Regen und Schnee sowie reichlich Grundwasser gibt. Vulkane sind dabei die bekannteste, aber nicht die einzige Wärmequelle. In diesem Artikel erklären wir anhand von Zahlen, wie Vulkane Quellen entstehen lassen, worin der Unterschied zwischen vulkanischen und nichtvulkanischen Quellen liegt und warum es auch ohne Vulkane sprudelnd heißes Wasser gibt.
Der japanische Archipel liegt an einem Ort, an dem 4 Platten aufeinandertreffen: die Pazifische Platte, die Philippinische Platte, die Nordamerikanische Platte und die Eurasische Platte. Die ozeanische Platte taucht unter die kontinentale Platte ab, wodurch sich die Erdkruste verformt und die vulkanische Aktivität zunimmt. Deshalb gibt es viele Orte mit Wärmequellen im Untergrund.
In Zahlen betrachtet überwacht die JMA 111 aktive Vulkane. Das entspricht etwa 7 % der aktiven Vulkane weltweit (rund 1.500). Auch die Zahl der Quellen ist hoch: Laut dem Umweltministerium gibt es etwa 27.000 Quellen und rund 2.900 Onsen-Orte (Stand: Reiwa 4). Hinzu kommt der hohe Niederschlag, sodass Wasser in den Untergrund sickert, dort erwärmt wird und wieder an die Oberfläche gelangt.
Unter Vulkanen gibt es eine heiße Wärmequelle namens Magmakammer. Wenn Grundwasser dorthin gelangt, wird es erhitzt und steigt leichter als Thermalwasser wieder auf.
Außerdem lösen sich vulkanische Gase und Mineralien im Wasser, wodurch Quellen mit deutlich erkennbarem Charakter entstehen, etwa Schwefelquellen oder saure Quellen. Der typische Schwefelgeruch, die milchige Trübung und der starke Säuregrad in vulkanischen Onsen gehen darauf zurück. Orte wie Kusatsu, Noboribetsu, Hakone und Beppu sind dafür gute Beispiele.
Je nach Wärmequelle lassen sich Onsen grob in zwei Gruppen einteilen. Diese Einteilung sagt jedoch nichts über die Qualität des Wassers aus.
| Hauptwärmequelle | Typische Merkmale | Beispiele | |
|---|---|---|---|
| Vulkanische Quelle | Magma und vulkanische Wärme | Stark ausgeprägter Charakter durch Schwefel, Säure und vulkanische Gase | Kusatsu, Noboribetsu, Hakone |
| Nichtvulkanische Quelle | Tiefe Erdwärme (geothermischer Gradient) und fluide aus Plattenprozessen | Von mildem Wasser bis zu sehr salzhaltigem Wasser | Arima, tiefe urbane Thermalquellen |
Nur weil eine Quelle vulkanisch ist, ist sie nicht automatisch mineralreicher oder besser. Manche Menschen empfinden sie als zu stark, andere bevorzugen eher milde nichtvulkanische Bäder. Für Reisende ist es praktischer, nicht zuerst nach „vulkanisch oder nicht“ zu fragen, sondern nach der Quellenart sowie nach Temperatur und Intensität.
Je tiefer man in die Erde vordringt, desto höher wird die Temperatur. Im Allgemeinen steigt sie um 3 °C pro etwa 100 m; das nennt man geothermischen Gradient. Auch ohne Vulkan kann man durch tieferes Bohren erhitztes Grundwasser erreichen. Wie Quellen grundsätzlich aufsteigen, erklären wir ausführlich in Wie Onsen entstehen.
Ein bekanntes Beispiel für heißes und stark mineralhaltiges Wasser ohne nahe Vulkane ist Arima Onsen. Warum sprudelt dort trotz fehlender aktiver Vulkane heißes, mineralreiches Wasser? Laut einer Studie der Kobe University von 2020 dehydriert die relativ junge und heiße Philippinische Platte, die am Nankai-Trog abtaucht, in etwa 60 km Tiefe. Das dabei entstehende heiße Fluid steigt entlang von Störungen zur Oberfläche auf. Solche Quellen werden als „Arima-Typ“ bezeichnet. Mit anderen Worten: Eine Quelle bedeutet nicht automatisch, dass ganz in der Nähe ein Vulkan liegt.
Weil Japan in einer tektonisch aktiven Zone liegt, in der 4 Platten aufeinandertreffen, und weil es viel Niederschlag sowie reichlich Grundwasser gibt. Laut Umweltministerium gibt es landesweit rund 27.000 Quellen.
Weil die Temperatur im Untergrund mit der Tiefe steigt (etwa +3 °C pro 100 m). Außerdem gibt es Fälle wie Arima Onsen, bei denen heißes Fluid aus der abtauchenden Platte aufsteigt.
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Vulkanische Quellen haben oft einen stärkeren Charakter, nichtvulkanische sind häufig milder. Entscheidend sind Quellenart und Temperatur, nicht ein allgemeiner Qualitätsvergleich.
Die JMA überwacht 111 aktive Vulkane, das entspricht etwa 7 % der aktiven Vulkane weltweit.
Vulkane und Onsen sind eng verbunden, weil Vulkane das Grundwasser erwärmen und auch die Zusammensetzung des Wassers beeinflussen. Dass Japan so viele Onsen hat, liegt aber nicht nur an der vulkanischen Aktivität, sondern auch daran, dass hier 4 Platten aufeinandertreffen und viel Grundwasser vorhanden ist. Selbst ohne nahe Vulkane kann in Orten wie Arima heißes Wasser sprudeln. Wer diese Zusammenhänge kennt, versteht leichter, warum Geruch, Farbe und Temperatur von Onsen so unterschiedlich sind.