Es ist wunderschön, sich in einer volkstümlichen Onsen- und Saunaanlage zu entspannen – aber manchmal überkommt einen die Sehnsucht nach einem luxuriösen Ambiente.
Das Sauna Resort Oriental Kobe war genau der richtige Ort, um dieses Luxusgefühl zu erleben. Das an ein gehobenes Hotel angeschlossene Spa-Angebot ist schlicht und schnörkellos aufgebaut: eine Sauna mit über 100°C und ein Kaltbad mit 8°C. Wer in Kobe eine heiße Sauna und ein eiskaltes Tauchbad sucht, wird diese Anlage ganz oben auf seiner Liste haben.
Nach dem Check-in ließ ich es zunächst ruhig angehen und verbrachte einige Zeit im Hotelzimmer. Während ich an Blogartikeln schrieb, wurde es wie im Flug Nacht. Also auf in die Sauna. Im Umkleideraum zog ich mich aus und betrat das große Badehaus. Das kompakte Raumkonzept war simpel: ein warmes Becken, eine Sauna und ein Kaltbad. Keine natürlichen Thermalquellen wie im Super-Sento, keine Außenbäder – nur eine knallheiße Sauna jenseits von 100°C und ein 8°C kaltes Tauchbad.
Ich reinigte mich und betrat die Saunakabine. Im nächsten Moment überfiel mich eine brutale Hitze. Unvorstellbar heiß. Eine der extremsten Temperaturen, die ich in meinem Leben gespürt hatte. Unwillkürlich entfuhr mir ein lautes „Das ist heiß!“ Beim Blick auf das Thermometer zeigte es 105°C an. Außerdem war der Saunaofen ein Iki-Ofen, und es fand automatische Löyly statt. Kein Wunder, dass es so heiß war.
Die gefühlte Temperatur in der Saunakabine hängt stark von der Luftfeuchtigkeit ab. Je höher die Luftfeuchtigkeit, desto höher die gefühlte Temperatur. Diese Sauna ist schon von der Grundeinstellung her mit 105°C extrem heiß, und zusätzlich sorgt das Löyly für hohe Luftfeuchtigkeit, sodass man eine unglaublich starke Hitze spürt.
In der ersten Runde konnte ich nicht einmal fünf Minuten in der Saunakabine bleiben. Vielleicht mein bisher kürzester Rekord.
Ich verließ die Sauna, spülte den Schweiß ab und ging zum Kaltbad. Diesmal traf mich eine ungeheure Kälte. 8°C. Meine Blutgefäße zogen sich schlagartig zusammen, und ich spürte sogar Schmerzen. Weil das Wasser nur 8°C hatte, konnte ich dort nicht lange bleiben. Also verließ ich das Kaltbad sofort und brach auf einen nahe gelegenen Stuhl zusammen.
Während ich mich ausruhte, stellte sich mit der Zeit ein angenehmes Gefühl ein. Man sagt, dass die Temperaturdifferenz von etwa 100°C zwischen Sauna und Kaltbad beim Ausruhen das größte Wohlgefühl erzeugt. Tatsächlich ist das ein fast schon süchtig machendes Gefühl.
In der zweiten Runde konnte ich etwas länger bleiben als in der ersten. Nach dem 8°C kalten Kaltbad war das natürlich nicht überraschend. Aber nach etwa fünf Minuten begann ich wieder stark zu schwitzen und verlor meine Gelassenheit. Eine so heiße Sauna ist wirklich selten. Ich erreichte meine Grenze und stürzte mich ins Kaltbad.
Am Ende beendete ich den Abend mit nur zwei Runden. Eigentlich waren drei Runden geplant, aber meine Intuition sagte mir, dass ich besser aufhören sollte.



Nach der Sauna war es Zeit für etwas Gutes zu essen – und heute wollte ich mir etwas Besonderes gönnen. Das Sauna Resort Oriental Kobe liegt auf Port Island in Kobe in der Präfektur Hyogo, und das Restaurant im obersten Stockwerk bietet einen atemberaubenden Blick auf die Nachtlichter der Stadt. Bei diesem Anblick beschloss ich, ein elegantes Abendessen zu genießen. Normalerweise gehe ich in altbewährte Teishoku-Lokale oder chinesische Restaurants, aber ein bisschen Abwechslung kann nicht schaden.
Als ich das Restaurant betrat, empfing mich ein Kellner mit strahlendem Lächeln. Doch hinter diesem Lächeln glaubte ich deutlich zu lesen: „Du bist hier eindeutig am falschen Ort.“
Da es Sonntag war und wohl nur wenige Übernachtungsgäste da waren, wurde mir ein Couple-Sitzplatz mit Blick auf die Nachtstadt zugewiesen. Was denkt sich dieser Kellner nur? Wenn neben mir ein Paar säße, wäre das doch peinlich. Für einen Einzelgast wie mich wäre ein unauffälliger Tischplatz etwas abseits der Couple-Sitzplätze besser gewesen.
Als ich die Speisekarte ansah, fiel mir die Eleganz sofort auf. Es gab keine Gerichte wie mein übliches „Schweinefleisch mit Ingwer-Teishoku“. Stattdessen standen dort nur Menüs wie „Salat mit Parmaschinken und drei Käsesorten – mit saisonalen Früchten serviert“. Unter ihnen fand ich ein schlichtes Gericht namens „Kobe-Beef-Burger“ und bestellte es. Doch dass diese Wahl ein Fehler war, merkte ich erst nach dem ersten Bissen. Ein vom Saunaaufenthalt ausgezehrter Körper sehnt sich nach Brühe oder japanischem Essen wie Teishoku. Misosuppe oder Gemüsesuppe sind großartig, und auch Schweinefleisch mit Ingwer füllt die in der Sauna verlorenen Mineralstoffe wieder auf.
Der Burger schmeckt zwar auch gut, aber er vermittelt kein Gefühl, das den Körper durchdringt. Im Gegenteil: Das große Brötchen erzeugt eher ein Gefühl von Trockenheit. Ich dachte, man sollte besser nichts Ungewohntes tun, aber immerhin fühlte es sich elegant an, beim Essen die Nachtansicht von Kobe zu genießen. Wenn ich eine Freundin hätte, würde ich unbedingt einmal gemeinsam mit ihr dort essen wollen. Im Leben ist alles Erfahrung. Wenn man etwas erlebt hat, kann es einem später im Leben nützlich sein. Mit diesen Gedanken beglich ich die Rechnung und kehrte ins Hotelzimmer zurück.
Am nächsten Tag wachte ich wohl wegen der Anspannung nach einer späten Rückkehr schon um 4 Uhr morgens auf. Da an ein erneutes Einschlafen nicht zu denken war, stand ich auf, putzte mir die Zähne und beschloss, als Weckmittel zur Morgensauna zu gehen. In diesem Moment hatte ich völlig vergessen, dass die Sauna 105°C heiß und das Kaltbad 8°C kalt war. Mit verschlafenen Augen ging ich ins Badehaus, reinigte mich und betrat die Saunakabine. Die brutale Hitze reizte meinen gerade erst erwachten Körper. Erst jetzt fiel mir die eingestellte Temperatur von Sauna und Kaltbad wieder ein, aber da war es zu spät. Wenn ich schon einmal hier war, musste ich als professioneller Sauna-Mensch schwitzen und mich im Kaltbad abschließen.
Ich ging um 4 Uhr morgens in die 105°C heiße Sauna und kühlte meinen Körper im 8°C kalten Kaltbad ab. Auch das wird eine unvergessliche Erfahrung in meinem Leben sein. Die Reize waren zwar überaus stark, aber dass ich noch lebe, ist das Wichtigste.
Ich fuhr über die frühe Autobahn zurück und konnte sicher nach einer Nacht außer Haus heimkehren. Wenn man Frau und Kinder hat, wäre eine solche späte Heimkehr eine schwere Sünde, aber als Single ist es für mich kein Problem, wann immer ich auch spät heimkehre. Durch diese Heimkehr über Nacht habe ich wieder eine wunderbare Saunaanlage kennenlernen können. Auch künftig möchte ich noch oft spät heimkehren und auf diese Weise noch mehr Saunen kennenlernen.
Diese Osaka-Saunareise endet hier.





