Diese Saunareise begann wieder an einem Freitagabend.
Auch diesmal schloss ich die Arbeit am frühen Abend ab, setzte mich ins Auto und fuhr nach Osaka. Die Straßen waren etwas verstopft, aber wie geplant kam ich gegen 19 Uhr im Sauna & Kapsel Amza an. Für diese Nacht hatte ich hier eine Übernachtung gebucht. Mein Plan war simpel: erst in eine herrliche Sauna, dann tief schlafen und am nächsten Morgen gleich wieder in die Sauna – voller Tatendrang.
In einem Kapselhotel zu übernachten war für mich schon eine Weile her, doch ob man dort wirklich gut schläft, hängt vom Glück ab. Ein Kapselhotel ist im Grunde eine einfache Unterkunft, die nur das Nötigste bietet: einen Schlafplatz für eine Person. Es ist weniger ein Zimmer als ein Raum mit aneinandergereihten Schlafkojen – kompakt in Breite und Höhe. Jede Kapsel ist mit Matratze, Kissen, Decke sowie Beleuchtung, einer Steckdose und einem kleinen Fernseher ausgestattet.
Da es kein Einzelzimmer wie in einem normalen Businesshotel ist, kann es vorkommen, dass man das Schnarchen des Nachbarn, Geräusche oder das Kommen und Gehen mitten in der Nacht wahrnimmt. Wer das Pech hat, neben einem ohrenbetäubenden Schnarcher zu liegen, hat das schlechteste Los gezogen und kann von ausreichend Schlaf nur träumen. Ich selbst übrigens schnarche überhaupt nicht. Im Schlaf bin ich still wie ein Toter.
Mit leichter Unruhe im Hinterkopf beschloss ich, zunächst die Sauna zu genießen. Sauna & Kapsel Amza ist nämlich auch als Saunaanlage erstklassig. Mitten in Osaka Minami gelegen, verfügt es über je drei Saunen und Kaltbecken. Der große Badebereich ist äußerst gepflegt – kein Wunder, dass die Einrichtung in den Osaka-Saunarankings ganz oben steht.
Der erste Aufguss war schon grandios. Auf Reisen habe ich das Gefühl, die Sauna noch konzentrierter genießen zu können als sonst. Man ist irgendwie geschärfter. Im ersten Durchgang betrat ich die iki-Sauna, den Hauptsaunaraum, und heizte meinen Körper gründlich auf. Zur Auswahl standen Kaltbecken mit 14 °C, 16 °C und 25 °C. Zunächst kühlte ich mich im 16-°C-Becken ordentlich ab, dann ging ich zur Außenluftzone – und da zog ein verlockender Duft von Yakitori durch die Luft. Hier sind wir mitten in Osaka Minami, inmitten eines der pulsierendsten Vergnügungsviertel Japans. Auf diese Gegend herabzublicken, während man sich im Saunarausch befindet – das ist ein Gefühl, dem man sich einfach hingibt.
Für den zweiten Durchgang wechselte ich in die finnische Sauna. Ohne Fernseher, ruhig, mit der Möglichkeit zum Selbst-löyly – ein Ort der Stille und Einkehr. Die Atmosphäre erinnerte an eine Blockhütte und ließ das ursprüngliche Finnland aufblitzen. Die anderen Gäste im Raum hatten die Augen geschlossen und versanken in sich selbst. Saunabegeisterte, zweifellos. Auch hier heizte ich mich durch und tauchte danach ins 14-°C-Becken – die Blutgefäße zogen sich spürbar stärker zusammen als beim ersten Mal. Das Wasser war makellos sauber; da es ständig überläuft, bleibt die Qualität kristallklar. Diese Reinheit ist eines der Merkmale einer wirklich guten Sauna.
Anschließend absolvierte ich noch zwei weitere Runden in iki-Sauna und finnischer Sauna und beendete die nächtliche Saunaeinheit nach insgesamt vier Runden. Nach dem Verlassen des großen Badebereichs begab ich mich in die Lounge. Die Baseball-Postseason wurde übertragen – die Hanshin Tigers hatten sich offenbar für die Japan Series qualifiziert. Bei dem Anblick genoss ich gemütlich mein Getränk nach der Sauna.
Nun, es war Zeit zu schlafen. Ob man in einem Kapselhotel gut schläft, ist Glückssache – das hatte ich bereits geschrieben. Und jetzt sollte sich dieses Glücksspiel entscheiden.

Gegen 22 Uhr zog ich mich in den Kapselraum zurück und legte mich hin. Zu diesem Zeitpunkt war es noch ruhig. Ich las ein Weilchen, bis mir die Augen zufielen, und schlief dann ein – ein wunderbar angenehmes Einschlafen.
Als ich aufwachte und auf die Uhr schaute, war es 3 Uhr morgens. Da ich gegen halb elf eingeschlafen war, hatte ich viereinhalb Stunden geschlafen. Ich dachte zunächst an ein normales nächtliches Aufwachen und wollte weiterschlafen – aber was war das? Ein ohrenbetäubendes Dröhnen, als würde nebenan gebaut. Ein erdbebenartiges Grollen hallte durch den Raum. Allmählich wurde mein Bewusstsein klarer. Als ich genauer hinhörte, schien die Geräuschquelle direkt neben mir zu sein. Ich näherte mein Ohr der Trennwand. „Grrrrr





