Also gut, auf nach Kumamoto. Am 26. Dezember, mitten in meiner letzten Arbeit des Jahres, kam mir dieser Gedanke.
Um 15:30 Uhr war die Arbeit erledigt. Da es die Jahreswechselzeit war, machte ich mir Sorgen um die Verfügbarkeit von Shinkansen-Tickets und Hotelzimmern. Als ich am Computer die Reservierungslage des Shinkansen checkte, schien es noch vereinzelte Plätze zu geben. Allerdings wohne ich in der Präfektur Tokushima. Wenn man die Taktfolge des Shinkansen bedenkt, wäre es wohl besser, in Shin-Osaka einzusteigen. Von zu Hause bis Shin-Osaka braucht man etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. Wenn ich um 16 Uhr losfahre, käme ich gegen 18:30 Uhr in Shin-Osaka an, und von dort noch drei Stunden bis Kumamoto...
Langes Grübeln bringt nichts, also stieg ich einfach ins Auto. Während ich in Richtung Kansai fuhr, schmiedete ich im Wagen meinen Plan. Wenn ich noch heute nach Kumamoto wollte, würde ich selbst bei optimistischer Schätzung erst gegen 22 Uhr ankommen. Was könnte ich zu dieser Stunde noch unternehmen? Da ich grundsätzlich zwischen 22 und 23 Uhr schlafen gehe, wäre ein spätes Ankommen gleichbedeutend mit Schlafmangel. Und mit Schlafmangel ist es schwer, die Sauna in vollen Zügen zu genießen. Wenn ich heute nur ankäme und schlafen würde, hätte die Reise nach Kumamoto keinen Sinn. Ich kam zu dem Schluss, dass es besser wäre, heute in Osaka gemütlich zu übernachten, am nächsten Morgen früh nach Kumamoto zu fahren und dann die Sauna in vollen Zügen zu erleben. Und so entschied ich mich, diese Nacht in Osaka zu verbringen.
Gegen 18 Uhr parkte ich das Auto in der Nähe des Bahnhofs JR Nishinomiya und buchte mein Hotelzimmer für die Nacht. Das Hotel hatte ich bereits im Kopf. Es beherbergt eine Saunaanlage, die ich schon lange unbedingt besuchen wollte: die Hanshin Sauna im Hotel Hanshin Osaka. Da noch ein Zimmer frei war, buchte ich sofort und machte mich auf den Weg. Vom Bahnhof JR Osaka zu Fuß etwa 15 Minuten. Das mächtige Hotelgebäude tauchte vor mir auf. Ich durchquerte die stilvoll-elegante Lobby und checkte ein. Mein Zimmer lag im 17. Stock. Als ich die Tür öffnete, bot sich mir durch das große Fenster ein herrlicher Blick auf die nächtliche Skyline von Osaka. Trotz der spontanen Buchung ein wunderschönes Zimmer zu bekommen war ein Glücksfall.
Nun also auf zu der lang ersehnten Hanshin Sauna. Mit dem Fahrstuhl fuhr ich auf die entsprechende Etage hinunter, und schon sah ich den Eingang. Hotelgäste können die Anlage für 800 Yen nutzen. Ich bezahlte den Eintritt und ging zum Umkleideraum. Die Spinde wirkten ebenfalls hochwertig, und der Bereich war kaum besucht. Die luxuriöse Atmosphäre verlieh dem Besuch etwas Besonderes. Ich trank am Wasserspender nahe dem Eingang, um mich zu hydratisieren, und betrat dann das große Badehaus. Gleich beim Eingang war ein Saunaraum mit einer wunderschönen Glasfront zu sehen. Der Raum hatte hohe Decken und wirkte großzügig offen; es gab ein Innenbad mit natürlicher Thermalquelle, ein Sprudelbad und ein Kaltbad. Im Außenbereich warteten ein Felsenbad und zwei Liegestühle für die Außenluftpause. Die Anlage ist zwar nicht riesig, aber die kompakte und gut durchdachte Wegführung macht sie sehr angenehm.
Nach einer erfrischenden Dusche ließ ich mich in die natürliche Thermalquelle namens Tokujiro-no-Yu gleiten. Die sanfte Wärme des Thermalwassers auf der Haut ließ die Erschöpfung des ganzen Jahres wie weggeblasen erscheinen. Nachdem ich meinen Körper ausreichend aufgewärmt hatte, betrat ich den Saunaraum. Die Luft war ein wenig trocken, aber die Wärme drang tief in meinen Körper ein. Der herrliche Holzduft und die Hitze hüllten mich ein, und der Schweiß trat aus jeder Pore. Im Saunaraum läuft zwar ein Fernseher, aber die Lautstärke ist angenehm gedämpft, sodass sowohl diejenigen, die fernsehen möchten, als auch jene, die in Stille meditieren wollen, auf ihre Kosten kommen.
Nach der Sauna ging ich ins Kaltbad. Ich versank in das tiefe Kaltbad, das für etwa drei Personen Platz bietet. Die Wassertemperatur lag bei idealen 15 °C. Da kaum jemand da war, konnte ich mich richtig ausstrecken und entspannen. Nach dem Kaltbad folgte die Außenluftpause. Während ich die Luft von Osaka einatmete, ließ ich das vergangene Jahr Revue passieren. Dieses Jahr hatte ich zahlreiche Saunaanlagen besucht. Ab August begann ich ernsthaft, Einrichtungen im ganzen Land zu bereisen, und investierte meine gesamte Zeit und mein Geld in Saunareisen. Ich besuchte fast jede Woche Orte, die ich noch nie gesehen hatte, und das bereicherte mich auch menschlich. Dem nachzugehen, was man liebt, und es in vollen Zügen zu genießen – das ist, so wurde mir erneut bewusst, das Wichtigste für ein glückliches Leben. Letztlich gewinnt, wer die schönsten Erinnerungen sammelt. In diesem Sinne war 2025 ein perfektes Jahr.
In selbstzufriedener Stimmung genoss ich die Außenluftpause, badete in der Thermalquelle und betrat erneut die Sauna. Diesen Kreislauf wiederholte ich fünf Mal. Sauna, Kaltbad, Außenluftpause – auch in diesem Jahr hat mich dieser Rhythmus gerettet. Danke. Im bestmöglichen Zustand des Totonou beendete ich die heutige Saunasession und kehrte in mein Hotelzimmer zurück. Jetzt nur noch tief schlafen und morgen früh um 7 Uhr mit dem Shinkansen nach Kumamoto. Endlich steht der Besuch des westlichen Heiligtums Yurakusu bevor.
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