Am Vortag hatte ich mich in einer Therme in Sanda, Hyogo-Präfektur, verwöhnen lassen und dementsprechend wunderbar geschlafen. Nach dem besten Erwachen machte ich einen Morgenspaziergang und frühstückte anschließend ausgiebig im Restaurant des Hotels. Ich ging zurück auf mein Zimmer, erledigte noch ein wenig Arbeit und machte mich dann auf den Weg in die Stadt Kawanishi in der Hyogo-Präfektur – mein heutiges Ziel.
Auf dem Weg von Sanda nach Kawanishi fing es zu regnen an. Bei einem normalen Freizeitausflug würde Regen die Stimmung trüben. Doch auf einer Sauna-Reise braucht man sich ums Wetter keine Gedanken zu machen. Ob es regnet oder nicht, ändert nichts an dem, was zu tun ist: in die Therme gehen, im Sauna-Raum den Körper aufheizen, ihn im Kaltwasserbecken abkühlen, ausruhen – und das Ganze wiederholen. Genau dieses Ritual ist es, das das Leben zu etwas Großartigem macht.
Dieses Ritual vollziehe ich heute in der Anlage SPA Kisera Kawanishi. Nach dem Einchecken mache ich mich auf den Weg zum großen Badebereich – doch der Weg dorthin ist lang. Ein Zeichen dafür, wie weitläufig die Anlage ist. Es gibt auch ein angeschlossenes Fitnessstudio, dessen Mitglieder den großen Badebereich kostenlos nutzen können. Stand November 2025 kostet der teuerste Plan 16.830 Yen (inkl. Steuer) pro Monat. Bei 30 Tagen im Monat wären das selbst bei täglicher Nutzung nur des Bades gerade einmal 561 Yen pro Tag. Wenn man für diesen Preis täglich eine erstklassige Sauna besuchen kann, würde ich als Einwohner von Kawanishi sofort unterschreiben.
Im Umkleideraum ausziehen, dann rein in den Badebereich. Erst einmal orientieren. Es gibt einen Innenbereich und einen Außenbereich, und die Auswahl an Becken ist enorm. Besonders bemerkenswert ist jedoch die Vielfalt der Saunen. Es gibt insgesamt drei: die Hauptsauna, in der locker 40 Personen Platz finden, eine Hütten-Sauna mit Self-Service-löyly sowie eine Fasssauna. Kaltwasserbecken gibt es sowohl drinnen als auch draußen – und sie befinden sich jeweils direkt neben der Sauna, was für einen optimalen Ablauf sorgt.
Zuerst gehe ich in die Hauptsauna. Die vierstufigen Bänke haben sehr breite Sitzflächen, sodass man es sich bequem machen kann. Ich setze mich entspannt im Schneidersitz, schließe die Augen und richte meine Aufmerksamkeit nach innen. Auch heute ist diese Zeit wieder gekommen. Seltsamerweise werde ich des Saunagehens nie überdrüssig. Normalerweise wird man von täglicher Wiederholung irgendwann gelangweilt – aber hier nicht. Der Grund ist simpel: Es fühlt sich einfach gut an. Die wohlige Wärme, die einen beim Betreten der Sauna umhüllt, die erfrischende Kühle des Kaltwasserbeckens nach dem Aufheizen, das Gefühl des Schwebens auf der Ruhebank – eine Wonne, an der man nie satt wird.
Nachdem ich meinen Körper in der Hauptsauna bis ans Limit aufgeheizt habe, tauche ich in das direkt daneben liegende Kaltwasserbecken. Dass es groß und tief ist, ist ein wahrer Segen. In einem engen Becken muss man stets Rücksicht auf andere nehmen und kann nicht wirklich entspannen. Langsam atmen, den Körper abkühlen lassen. Nach dem Kaltwasserbecken wechsle ich sofort zur Ruhebank. Hier beginnt die Phase tiefster Entspannung. Wie immer verlor ich dabei vollständig das Bewusstsein.
Nach der Rückkehr in die Realität begebe ich mich zur Self-löyly-Sauna. Diese hat die Anmutung einer kleinen Hütte: Der Innenraum ist dunkel, es gibt keinen Fernseher, und Gespräche sind untersagt. Ich schließe langsam die Augen und versinke in einen meditationsähnlichen Zustand. Indem ich meine Aufmerksamkeit auf den Atem richte, werden andere Menschen um mich herum unwichtig. Die Zeit scheint ganz von selbst langsamer zu fließen. Ein Raum, der einem allein gehört.
Nach der Self-löyly-Sauna gehe ich in das Kaltwasserbecken im Außenbereich und wechsle anschließend direkt zur Outdoor-Erholung. SPA Kisera Kawanishi bietet nicht nur eine hervorragende Sauna und ein erstklassiges Kaltwasserbecken, sondern auch ausreichend Ruhebereiche. So lässt sich die Abfolge Sauna → Kaltwasserbecken → Pause völlig stressfrei durchführen. Eine wirklich großartige Anlage.



Nach der Sauna genoss ich ein Essen im hauseigenen Restaurant und arbeitete danach im Coworking-Space. Darüber wurde es Abend, und der Countdown zum nächsten Ziel begann. Auf dem Rückweg von Kawanishi nach Hause nach Tokushima gab es eine Therme, die ich unbedingt besuchen wollte. Es handelt sich um Koino Onsen Uhara no Yu im Higashinada-Bezirk in Kobe, Hyogo-Präfektur, in der Nähe des JR-Bahnhofs Sumiyoshi – bekannt für sein äußerst seltenes Naturquellen-Freibad mit Wasser aus 1.089 Metern Tiefe sowie ein Kaltwasserbecken mit Rokko-Quellwasser.





