So war es nun an der Zeit, das letzte Ziel meiner Hyogo-Sauna-Reise anzusteuern. Trotz des engen Zwei-Tages-Zeitplans konnte ich vier verschiedene Einrichtungen besuchen. Es ist eine schlichte Reise – nichts weiter als Onsen und Sauna –, doch die Begegnungen mit vier neuen Welten und die unvergleichliche Zeit, die ich dabei verbracht habe, erfüllen mich mit tiefer Zufriedenheit.
Beim Endziel, Koino Onsen Uhara no Yu, kam ich um 18 Uhr an. Vor der Einrichtung hatte sich eine Schlange von Autos gebildet. Der Parkplatz schien bereits voll zu sein. Nach einigen Minuten Warten fand ich schließlich eine freie Lücke. Durch den schicken Betoneingang hindurch begab ich mich zur Rezeption. Ich holte mir ein Handtuch und erkundete das Gelände. Neben dem großen Badebereich gibt es auch einen Liegestuhlraum und ein Restaurant – für ein Super-Sento eine beachtliche Größe.
Koino Onsen Uhara no Yu bietet Thermalwasser aus 1.089 Metern Tiefe als Kakenagarashi (Freifluss ohne Wiederverwendung) an. Dazu gibt es eine große Saunakabine für über 20 Personen und ein Kaltwasserbad, das mit Quellwasser (Grundwasser) betrieben wird. Für Onsen- und Saunabegeisterte ist das schier zum Träumen. Im Umkleideschrank des Badebereichs zog ich mich blitzschnell um und betrat das große Bad. Beim Überblick über die Innenbäder fiel mir sofort auf, dass die Badewannen eine Verfärbung aufwiesen – ein Zeichen der Mineralien aus dem frei fließenden Thermalwasser. In der Präfektur Hyogo gibt es das berühmte Arima Onsen, und die Verfärbung erinnerte mich stark daran. Das ist zweifellos ein ganz hervorragendes Onsen.
Zuerst stieg ich in das Außenbad, um die Naturthermale in vollen Zügen zu genießen. Die Gaben der Erde hüllten meinen Körper sanft ein und schenkten mir Heilung von innen heraus. Dazu ließ die kühle Außenluft die Wärme des Thermalbades noch herrlicher erscheinen. Dieser Moment spielte mir in die Karten, und für eine Weile versank ich im Wasser in einem Zustand völliger Gedankenleere.
Nachdem ich meinen Körper ausreichend aufgewärmt hatte, begab ich mich zum ersten Saunagang. Die Saunakabine ist mit einem Doppelsystem ausgestattet: einem Ferninfrarotheizgerät und einem Konvektionsofen mit aufgeschichteten Saunasteinen, bei einer Temperatur von etwa 75 °C. Als ich dem Gespräch der Stammgäste lauschte, erfuhr ich, dass die Temperatur heute ungewöhnlich niedrig sei – normalerweise sei es heißer. Ich setzte mich auf die oberste Bank der Saunakabine und ließ meinen Körper in aller Ruhe aufwärmen.
Auch eine Sauna mit niedrigerer Temperatur ist durchaus wunderbar. Anders gesagt: Eine hohe Temperatur ist nicht zwingend besser. Was beim Saunieren wirklich zählt, ist die Entspannung von Körper und Geist sowie die Erhöhung des Pulses zur Verbesserung der Durchblutung. Bei niedrigerer Temperatur steigt die Entspannung, und durch längeres Verweilen lässt sich die Durchblutung ebenso gut ankurbeln. Die Saunakabine war nahezu ausgebucht und sehr lebhaft. Auch so eine Sauna hat ihren Reiz – die Lebendigkeit ist etwas Besonderes.
Nach der Sauna war es Zeit für das Kaltwasserbad. Ich stieg in das Bad ein, das als Rokko Quellwasserbad ausgewiesen ist. Sowohl in der Breite als auch in der Tiefe war es angenehm großzügig. Ein leichter Chlorgeruch ließ mich vermuten, dass das Wasser im Kreislauf gefiltert wird und kein Freifluss ist. Dennoch war die Wasserqualität des Grundwassers weich und angenehm, und es kühlte meinen vom Onsen und der Sauna erhitzten Körper wohltuend ab. Nach dem Kaltwasserbad wechselte ich ins Außenbad für die Außenluftentspannung. Ich blickte in den Nachthimmel über Kobe und genoss den Duft des aufsteigenden Naturthermalbades.
Für mich ist der Moment, in dem ich mich im Leben am meisten entspannen kann, genau dieser: wenn ich in einem Onsen oder einer Sauna sitze. In keiner anderen Stunde des Tages bin ich so frei und so gelöst. Der Alltag ist hektisch, geschäftig, stressig. Doch wenn ich innerhalb von 24 Stunden auch nur eine einzige Stunde habe, in der ich mich neu aufstellen kann, dann schleppe ich die Erschöpfung des Tages nicht in den nächsten Tag und kann jeden Abend mit dem Gefühl abschließen: Das war großartig! Dass ich in diesem Moment sagen kann „Das ist großartig!

ist der Beweis für Glück. In solchen Gedanken versunken, absolvierte ich noch drei weitere Runden. Ich wiederholte die Schleife: Onsen → Sauna → Kaltwasserbad. Ohne Selbstbeschränkung hätte ich diesen Kreislauf wohl ewig fortgesetzt – doch die Heimfahrt rief, und so war hier Schluss.





