Das Verlangen eines Sauna-Liebhabers kennt keine Grenzen.
Am Morgen in die Sauna gehen und sich danach völlig erschöpft wie ein Stein schlafen legen. Normalerweise würde man sich dann bis zum Abendprogramm einfach in Ruhe ausruhen. Doch in dem Augenblick, in dem man erwacht und spürt, dass die Kräfte zurückkehren, ist der allererste Gedanke: „Gut, dann eben noch zu einer zweiten Sauna.“
Nachdem ich im Hotel meiner Unterkunft eingecheckt hatte, schlief ich tief und fest. Unter der Woche hatte ich ohnehin hart gearbeitet, und dazu kam noch, dass ich am frühen Morgen im Arima Kaido Onsen Suzuran no Yu in Kobe ein erstklassiges Bad und Saunaerlebnis genossen hatte, wodurch mich eine heftige Müdigkeit überfiel. Doch nach ein paar Stunden Mittagsschlaf hatte sich meine Kraft vollständig erholt, und mein Kopf war wieder klar. Meine Zellen waren erneut erwacht und verlangten nach der nächsten Sauna. So konnte ich jetzt wieder in bestem Zustand ins Onsen gehen.
Mein Hotel lag in der Präfektur Hyogo in Nishinomiya, nahe dem Hanshin Koshien Stadium, also fuhr ich mit dem Auto Richtung Naruo-hama. Als ich das Fenster öffnete, strömte eine Brise herein, in der sich schwach der Duft des Meeres mischte. Je näher ich dem Meer kam, desto eher tauchte das Ziel vor mir auf.
Naruo-hama Onsen Kumano no Sato.
Es war tatsächlich mein erster Besuch seit 10 Jahren. Vor 10 Jahren, als ich noch in der Präfektur Hyogo lebte, war ich schon einmal hier und habe noch immer die Erinnerung an ein wunderbares Erlebnis im Kopf. Als ich das Auto parkte und in den Eingang trat, konnte ich meine Überraschung kaum verbergen. Die Szenerie war völlig anders als in meiner Erinnerung. Ein automatisches Check-in-Gate war installiert, und das Innere wurde wunderschön renoviert. Auch das Restaurant war größer als erwartet, und auf den ersten Blick war klar, dass sich die gesamte Anlage weiterentwickelt hatte.
Ich zog mich im Schließfachbereich um und ging ins große Badehaus. Dort breitete sich ein von exotischem Flair erfüllter Raum aus, fast wie ein balinesisches Resort. Auch das große Badehaus war etwas anders als in meiner Erinnerung. Mir entfuhr unwillkürlich: „War das früher wirklich so groß?“ Vom Eingang aus konnte man über das Innenbad hinweg bis zum Außenbereich blicken, und es standen mehrere Becken mit reichlich natürlichem Quellwasser aus dem Untergrund nebeneinander. In der Mitte des Bads waren Stühle aufgestellt, um nach Sauna und cold plunge bath zur Ruhe zu kommen, und auch die Wege waren perfekt. Im Außenbereich angekommen, befand ich mich in einer einzigartigen Resortwelt mit einem Hauch europäischer Atmosphäre, und gerade die Stimmung dieses Außenbads war mir irgendwie in Erinnerung geblieben. Auch die Sauna schien renoviert und neu geworden zu sein. Nichts als Vorfreude.
Bevor ich in die Sauna ging, entschied ich mich zuerst für das berühmte Onsen. In Naruo-hama Onsen Kumano no Sato kann man ein direkt aus der Quelle gespeistes, schwach alkalisches, einfaches Thermalbad genießen. In dem Moment, als ich mich ins Wasser senkte, umhüllte mich ein weiches Hautgefühl mit leichtem Schmelz, das den ganzen Körper einhüllte. Schon nach wenigen Minuten im Wasser wurde mein Körper spürbar warm. Das ist die Kraft eines natürlichen Onsen. Ich war so aufgeheizt, dass ich, selbst ohne direkt in die Sauna zu gehen, sofort zum cold plunge bath hätte wechseln können.
Also beschloss ich, vor der Sauna erst einmal in den cold plunge bath zu gehen und den im Onsen erwärmten Körper abzukühlen. Ein sogenanntes Wasser-Vorbereiten. Auch der cold plunge bath war geräumig, mit genug Platz für problemlos fünf Personen. Mit einer angenehmen Temperatur von etwa 17℃〜18℃ kühlte er den erhitzten Körper wohltuend herunter und straffte ihn.
Ich wischte mir den Körper trocken und machte mich schließlich auf den Weg zur Sauna. Die Sauna ist eine Trockensauna mit Ferninfrarot-Heizern. Es ist kein sauna stove vom Steintyp, doch auch dieser Ferninfrarot-Heizer vermittelt eine kraftvolle Hitze, die bis ins Körperinnere dringt, und genau das mag ich sehr. Der Raum ist dreistufig aufgebaut und bietet Platz für etwa 18〜21 Personen. Auch in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit hatte ich nicht den Eindruck, dass die Haut trocken und brennend gereizt würde; das Gleichgewicht schien äußerst gut. Da alles renoviert wurde, ist auch der Innenraum sauber und äußerst angenehm.
Nachdem ich meinen Körper ausreichend erhitzt hatte, sprang ich wieder in den cold plunge bath. Nach gründlicher Abkühlung wechselte ich zu einem der aufgereihten Ruhe-Sessel. Bereits einige Menschen saßen dort länger und hatten offenbar völlig das Bewusstsein verloren, aber glücklicherweise war genau einer frei, also setzte ich mich. Auch dieser Sessel ist von hoher Qualität, ein in Italien gefertigter „NALDI Folio Relax Chair“. Wenn man ihm sein ganzes Gewicht anvertraut und alle Körperspannung loslässt, spürt man, wie sich das zuvor pochende Herz allmählich beruhigt. Diese Zeit ist wirklich unwiderstehlich angenehm.
Sobald ich wieder zur Ruhe gekommen war, begann der zweite Durchgang.
Ab hier startet alles mit dem Gang in das direkt aus der Quelle gespeiste Onsen. In einer Anlage mit hochwertigem Thermalwasser ist für mich nicht Sauna→cold plunge bath→Ruhe die Standardabfolge, sondern Onsen→Sauna→cold plunge bath→Ruhe. In Japan gibt es seit Langem die Kultur des Jōtō, doch Onsen sind eben etwas Besonderes, und ein Bad darin verbessert zweifellos den körperlichen Zustand. Außerdem ist das Gefühl unvergleichlich, wenn man nach dem Eintauchen in eiskaltes Wasser in ein warmes Onsen steigt.
Ich wärmte meinen Körper im Onsen auf und ging direkt weiter zur Sauna. Ich nahm die Hitze des Ferninfrarot-Heizers mit dem ganzen Körper auf, und als ich an meine Grenze kam, ging es in den cold plunge bath. Danach ruhte ich im NALDI Chair, tauchte wieder ins Onsen ein, dann wieder in die Sauna. Zum Schluss beendete ich alles mit dem cold plunge bath. Diese erstklassige Routine absolvierte ich in 3 Durchgängen, und damit war meine heutige Sauna-Aktivität abgeschlossen.