Eigentlich sollte man seine ganze Energie darauf verwenden, Menschen zu treffen, doch für mich sind Onsen- und Saunaerlebnisse die oberste Priorität, und alles andere ist nur ein nettes Beiwerk.
An diesem Tag war ich auf dem Weg nach Hyōgo, wo ich abends ein Treffen hatte. Das bedeutete für mich den Beginn einer Saunareise. Bis zum Termin am Abend war noch reichlich Zeit, also musste ich zunächst eine Anlage für den Morgen auswählen. Ich hatte zwar darüber nachgedacht, eine neue Anlage zu erkunden, doch wenn man es nüchtern betrachtet, habe ich die meisten der Anlagen in Hyōgo, die ich besuchen wollte, ohnehin schon gesehen. Neue Entdeckungen sind zwar schön, aber wäre es nicht ebenso gut, noch einmal Orte zu besuchen, die mir besonders gefallen haben oder mit denen ich schöne Erinnerungen verbinde? Diesmal wollte ich eine Reise zu meinen Erinnerungsorten machen.
Ich stieg in mein Auto, überquerte die Naruto-Straße und raste über Awaji-shima. Als ich das Fenster öffnete, wehte die frische Luft des Mai durch den Wagen. Je näher ich Kōbe kam, desto stärker tauchte eine bestimmte Anlage in meinen Gedanken auf.
Arima-Kaidō Onsen Suzuran no Yu.
Vor etwa einem Jahr hatte ich diesen Ort kennengelernt, und die großartige Freiluftbad-Atmosphäre, in der man eins mit der Natur werden kann, das direkt aus der Tiefe kommende Quellwasser-Onsen, das als Kakenagashi genutzte Wasserbad mit dem berühmten Miyamizu aus Rokko und die authentische finnische Sauna hatten mich so begeistert, dass ich damals eine Zeit lang fast jede Woche dort war. Es gab sogar eine Phase, in der ich beschlossen hatte, dort auf jeden Fall als letzten Halt meiner Reise vorbeizuschauen. Doch obwohl ich diese Anlage so sehr liebte, hatte ich sie wegen meiner ständigen Seitensprünge zu neuen Entdeckungen eine Zeit lang aus den Augen verloren. Ich wollte endlich wieder die Luft dieses Waldes atmen.
Gleich nach der Öffnung um 10 Uhr morgens kam ich an. Auf dem Parkplatz standen nur wenige Autos, und alles war von Stille umgeben. Alle bisherigen Besuche waren abends gewesen, also zu einer Zeit, in der dort viele Gäste waren, aber morgens war ich zum ersten Mal hier. Es fühlte sich auf seltsame Weise sehr frisch an. Auch rund um die Rezeption war fast niemand, und die Umkleide war beinahe wie für mich allein reserviert.
Ich bändigte meine Ungeduld, zog mich aus und betrat das große Badehaus. Selbst im Freiluftbereich waren nur etwa fünf Personen da. Es war zwar eine Anlage, die ich schon oft besucht hatte, doch wenn sich Tageszeit und Situation ändern, wird daraus ein vollkommen neues Erlebnis.
Nachdem ich mich gründlich gereinigt hatte, ging ich zunächst zum Freiluftbad. Dort erstreckten sich wie immer ein wunderschöner Garten und die Natur. Die schöne Jahreszeit des frischen Grüns verstärkte diesen Eindruck noch, und der Raum war so einladend, dass man unwillkürlich tief durchatmen wollte. Während ich auf die Ahornbäume und den dahinterliegenden Wald blickte, versank ich in dem schwach alkalischen, einfachen Onsen mit natürlichem Durchfluss. Der Gesang der Vögel drang direkt an mein Trommelfell. Die Kombination aus Natur und Onsen ist einfach unschlagbar. Was für ein herrlicher Morgen.
Als ich noch eine Weile im Onsen saß und die schöne Natur betrachtete, war ich, obwohl ich weder in der Sauna noch im Wasserbad gewesen war, bereits in diesem Zustand vollkommener Entspannung angekommen. Wenn das so weiterginge, würde ich wohl ewig im Onsen bleiben. Also schaltete ich bewusst um und ging zur finnischen Sauna.
Seit der Eröffnung dieser Sauna war fast ein Jahr vergangen, doch der angenehme Holzduft war unverändert präsent. Ein weiterer Pluspunkt war die am Eingang aufgehängte Vihta. In dem Moment, in dem ich den Raum betrat, lief ein automatisches löyly, das alle 20 Minuten stattfand, und warmer, wohltuender Dampf erfüllte den Raum. Da nur wenige Menschen da waren, konnte ich bequem auf der Bank sitzen und die Beine ausstrecken. Mit geschlossenen Augen wärmte ich meinen Körper in der Stille langsam und gründlich auf.
Nachdem ich in der Sauna meine Herzfrequenz bis an die Grenze getrieben hatte, kam der lang ersehnte Moment des Wasserbads. Direkt nach dem Verlassen der Sauna steht ein riesiges Wasserbad bereit, in dem das berühmte Miyamizu aus Rokko mit Quellwasser gemischt wird. Ich spülte den Schweiß ab und ließ mich langsam sinken. Das angenehm kühle und zugleich bis in die Tiefe weiche Wasser hüllte meinen erhitzten Körper sanft ein. Ich blickte auf den Wald vor mir und ließ mich im Wasserbad treiben, während mich die Geräusche der Natur beruhigten. Dass das Wasser für sich genommen schon erstklassig ist, wird durch diese Naturkulisse noch übertroffen, die eine überwältigende Frische verleiht.
Nach dem Wasserbad setzte ich mich auf einen Stuhl für das Entspannen an der frischen Luft und schaute auf den Wald. Ich schloss die Augen, hörte die Natur und spürte den Wind, der meine Wangen streifte. Langsam überkam mich das Gefühl, dass mein Bewusstsein in die Ferne driftete. Ich überließ mich diesem angenehmen Fluss und verlor vollständig das Bewusstsein.
Als ich wieder zu mir kam, ging ich zur zweiten Sauna-Runde. Das wiederholte ich mehrere Runden lang. Seltsamerweise wurde mein Körpergefühl mit jeder weiteren Runde immer besser. Genau das ist die Kraft, die Sauna besitzt.
Am Ende absolvierte ich ab dem Morgen luxuriöse 4 Sätze und war in einem Zustand vollkommener Erholung.