Wenn es nach mir ginge, würde ich in jeder Einrichtung mindestens 3 Runden Sauna → Kaltwasserbad → Ruhe absolvieren – das sehe ich als den wahren Anspruch eines ernsthaften Saunafans. Doch manchmal kommt es vor, dass man keine einzige Runde schafft oder nach nur einer Runde zum Aufgeben gezwungen wird. Genauer gesagt: Mit Gewalt wären zwar 3 Runden möglich, aber manchmal passiert etwas – ein Vorfall –, bei dem man es bei einer einzigen Runde bewenden lassen will. Das ist äußerst selten; bei 50 besuchten Einrichtungen passiert so etwas vielleicht einmal. Und genau das habe ich diesmal erlebt.
An diesem Tag hatte ich am Vormittag in der Präfektur Nara ausgiebig die Sauna genossen, am Nachmittag in einem Kino so sehr geweint, dass mir schier die Tränen ausgingen, und fuhr dann körperlich erschöpft mit dem Auto weiter. Ich hatte vor, irgendwo an einer Saunaeinrichtung Halt zu machen, um mich zu erfrischen und dann nach Hause zu fahren. So fiel meine Wahl auf Naniwa no Yu Naturthermalbad in Osaka.
Im Vorfeld hatte ich recherchiert und mir eine großartige Einrichtung erwartet – und die Thermalquellen, die Sauna und das Kaltwasserbad haben diesen Eindruck tatsächlich bestätigt. Warum also zog ich nach nur einer Runde ab? Kurz gesagt: Es war zu voll. Egal welche Wanne man im Innenbereich oder im Außenbereich aufsuchte, überall war volles Haus. Selbst wenn man die Sauna als rettenden Zufluchtsort ansteuerte, bildete sich bereits an der Tür eine Schlange. Nirgendwo gab es einen Platz zum Ausruhen. Umherirrende Gäste wie ich selbst tummelten sich in Scharen im großen Badebereich.
Bei näherer Betrachtung schienen es sich gewisse Gruppen auf ewig bequem gemacht zu haben. Grüppchen von 5 bis 6 Personen klumpten zusammen, plauderten munter drauflos und rührten sich nicht von der Stelle. Und davon gab es gleich mehrere. Eine wahrlich unerträgliche Situation, muss ich sagen. Für einen Einzelgast wie mich sind solche Gruppen schlicht und einfach das Feind. Für sie selbst ist es natürlich eine schöne Zeit mit Freunden, und ich habe keinerlei Recht, das zu verurteilen. So ärgerlich es ist – ich muss es einfach schlucken.
Aber wie lange noch, bis ich endlich in die Sauna kann? Während ich die Lage beobachte, habe ich mir bereits zum dritten Mal den Körper gewaschen. Die abgestorbenen Hautzellen sind längst verschwunden, die Haut fühlt sich an wie nach einem Peeling – glatt wie Seide. Ich stehe gefühlt seit einer Ewigkeit unter der Dusche.
Endlich löst sich die Schlange vor der Sauna auf, ich öffne die Eingangstür – und im Inneren hat sich eine Warteschlange im Gang gebildet. Vor meinen Augen breitet sich der unattraktive Rücken eines Mannes mittleren Alters aus. Fast wäre mir ein Seufzer entfahren, aber nachdem ich so lange gewartet hatte, blieb mir nichts anderes übrig. Unter diesen Umständen konnte ich mir keinen Platz aussuchen und musste nehmen, was übrig war. Eine solche Saunaerfahrung ist wirklich frustrierend – das möchte ich nie wieder erleben. Als endlich meine Reihe kam, wartete die unterste Bank auf mich. Da ich gewohnheitsmäßig oben sitze, kann mich die schwächere Hitze der unteren Bank nicht befriedigen. Ich spähte darauf, mich sofort auf einen oberen Platz umzusetzen, sobald einer frei würde – aber mehrere andere Gäste mit demselben Blick (echte Saunafans, unverkennbar) saßen bereits weiter oben, und ich gab es auf, sie zu verdrängen.
Als mein Körper langsam warm wurde, begann ich mir zu denken: Eine Runde reicht eigentlich. Zur Gewissheit wurde das, als ich die Sauna verließ. Die Schlange vor der Tür war noch länger als zu dem Zeitpunkt, als ich hineingeging. Eine zweite Runde anzugehen würde noch mehr Qual bedeuten als bisher. Ich entschloss mich, es bei einer Runde zu belassen.
Auch in der Umkleidekabine riss die negative Spirale nicht ab. Die Enge durch das Gedränge war enorm, selbst das Herausnehmen meiner Sachen aus dem Schließfach war eine kleine Tortur. Das Personal führte merkwürdige Aktionen aus und händigte Schließfachschlüssel direkt an neu ankommende Gäste weiter. Wenn man sich schon die Mühe macht, wäre es sinnvoller, am Eingang Einlasskontrollen einzuführen. Offensichtlich wurden mehr Gäste eingelassen, als der große Badebereich fassen kann – mit dem Ergebnis, dass zahlreiche Leute nicht einmal zum Baden kamen. Als ich einmal eine Saunaeinrichtung in Tokio besuchte und dort am Eingang Wartenummern ausgegeben wurden, war ich überrascht – aber lieber draußen mit Wartenummer warten, als drinnen im Stress zu versinken, und dafür im Badebereich ein angenehmes Saunaerlebnis zu haben. Ich würde mir wünschen, dass die Einrichtung ihren Betrieb in dieser Hinsicht verbessert.

Ich hätte gerne in der Nähe der Rezeption Pause gemacht, aber auch dort war es zu voll zum Hinsetzen. Als ich zum Restaurant schaute, sah ich freie Plätze – also beschloss ich, dort zu rasten. Gleich die Gelegenheit nutzen und auch noch essen, bevor ich heimfahre.
Diese Saunareise endete mit einem bitteren Nachgeschmack. Allerdings bin ich mir bewusst, dass es nicht immer so läuft, wie man es sich erhofft. Vielleicht wäre ein Besuch von Naniwa no Yu Naturthermalbad an einem anderen Tag ein völlig anderes Erlebnis. Aber eine Saunareise ist ein einmaliges Begegnen – das Erlebnis des jeweiligen Besuchs entscheidet über alles. Genau dieses ehrliche Erleben möchte ich auch in Zukunft festhalten.
Ich freue mich schon darauf, was die nächste Saunareise bringen wird.





