Planänderungen sind das Salz einer jeden Reise.
Auch der Besuch im Yurara no Yu Oshikuma war wohl ein glücklicher Zufall, der durch eine solche Planänderung entstanden ist.
Am Vortag hatte ich mich im Spa Resort Ogoto Agaryanse nach Herzenslust erholt und war danach nach Nara gefahren. Für den nächsten Tag hatte ich zwei Optionen:
① Bei Regen: gleich morgens ins Nara Health Land
② Ohne Regen: zuerst einen Morgenspaziergang im Nara Park, danach ins Nara Health Land
Als ich um 6 Uhr aufwachte, hatte der Regen aufgehört. Also: Plan ②.
Nach dem Frühbad und Frühstück checkte ich aus dem Hotel aus. Um halb acht war ich im Nara Park. In der frischen Morgenluft schlenderte ich durch den weitläufigen Park. Auch die Hirsche schienen bereits ihrem Tagesgeschäft nachzugehen. Rund zwei Stunden wanderte ich durch den Nara Park – vom Todai-ji über den Nigatsudo und den Hokke-do bis zum Kasuga Taisha. Völlig verschwitzt hätte ich am liebsten sofort in ein kaltes Tauchbecken gesprungen. Nach einer Kaffeepause in einem Cafe machte ich mich auf den Weg zum Nara Health Land.


Vom Nara Park bis nach Tenri waren es etwa 30 Minuten mit dem Auto. Als ich kurz vor 11 Uhr ankam, war der Parkplatz bereits voll. Gäste, die keinen Platz fanden, parkten auf dem Parkplatz des Pachinko-Ladens auf der anderen Straßenseite. Ein schlechtes Zeichen. Ich stellte mein Auto ab und ging zumindest bis zum Eingang. Dort erwartete mich eine lange Schlange, vor allem Familien, und ein Mitarbeiter verteilte Wartenummern. Als ich das sah, war mir klar: Planänderung. Das Nara Health Land konnte ich ein anderes Mal noch einmal versuchen. Ich kehrte zum Auto zurück und fuhr zum Yurara no Yu Oshikuma, das ich mir vorher schon herausgesucht hatte. Weitere 30 Minuten Fahrt später war ich endlich am Ziel.
Nach dem Einchecken betrat ich den großen Badebereich. Nach dem Waschen tauchte ich ohne Umschweife in das 15 °C kalte Tauchbecken ein. Der Körper, der sich im Nara Park aufgeheizt hatte, kühlte schlagartig ab. Nach dem Abtrocknen ging ich in die Saunakabine. Im Elektroofen-Sauna schwitzte ich kräftig, dann wieder ins kalte Wasser. Runde für Runde steigerte ich die Anzahl der Durchgänge. Nach dem Kaltwasserbad wartete die Außenterrasse auf mich. Da auch nicht viele Gäste da waren, legte ich mich einfach auf eine Bank. Über mir öffnete sich der weite Himmel von Nara. Das sanfte Plätschern eines Baches war zu hören. Einfach wunderschön. Am liebsten wäre ich einfach eingeschlafen. Es war richtig, hierherzukommen – das spürte ich von ganzem Herzen.
Jeder Saunabesuch hat seine eigene Geschichte. Und genau diese Geschichten sind es, aus denen das Leben besteht. Es war noch früher Nachmittag. Ein gutes Essen und dann gemächlich auf dem Heimweg – so sollte der Rest des Tages werden.





