Ein vorhersehbares Leben ist langweilig.
Auch beim Reisen gilt dasselbe. Gerade weil ich ohne Plan unterwegs bin, macht es Spaß. Ich kann frei entscheiden, wohin ich fahre. Es passieren unerwartete Dinge. Man trifft Menschen, mit denen man nie gerechnet hätte. Manchmal werden solche Begegnungen zu Erlebnissen fürs Leben.
Auch die Begegnung mit dem Kominkasentos Takano-guchi-no-yu war reiner Zufall. Nachdem ich im Gosho Takaranoyu in der Stadt Gose in der Präfektur Nara in einen herrlichen Totonou-Zustand gefallen war, folgte ich meinem Verlangen, die Reise fortzusetzen. Ich buchte ein Hotel in der Stadt Kinokawa in der Präfektur Wakayama und checkte pünktlich um 15 Uhr ein. Um die Müdigkeit des Vormittags abzuschütteln, legte ich mich 30 Minuten hin. Als ich erfrischt aufwachte, spürte ich sofort die Motivation, in die Sauna zu gehen.
Über das Kominkasentos Takano-guchi-no-yu hatte ich mich im Vorfeld informiert. Was mich am meisten anzog, war das Kaltwasserbad mit Grundwasser. Die Temperatur wird bei 15 °C gehalten – genau die angenehmste Temperatur. Beim Sauna-Ofen handelt es sich um einen iki-Ofen von Harvia mit automatischem löyly alle 30 Minuten, und das Personal veranstaltet regelmäßig eigene löyly-Runden. Darüber hinaus gibt es sogar einen eigenen Außenbereich für die Abkühlung an der frischen Luft. Für ein Stadtviertel-Sento mit einer solch vollständigen Ausstattung ist das wirklich außergewöhnlich. Mit großer Vorfreude fuhr ich zum Ziel.
Ich stellte das Auto auf dem Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs Takano-guchi ab und schlenderte durch die Gassen zum Badehaus. Nach etwa drei Minuten zu Fuß tauchte das Kominkasentos Takano-guchi-no-yu vor mir auf. Die Fassade erinnert an ein altehrwürdiges Sento. Drinnen weht einem ein angenehmer Duft entgegen, und obwohl die charmante Atmosphäre vergangener Zeiten erhalten geblieben ist, wirkt alles sehr gepflegt und sauber. Wo früher der Eingang war, befinden sich jetzt die Schuhfächer, dahinter ein Ticketautomat und die Rezeption. Ich kaufte meinen Eintrittsbad, ging in die Umkleide – auch diese war makellos sauber und tadellos gepflegt. Die nostalgischen Spinde sind ein weiterer Charme des Sento. Im Nu hatte ich meine Kleidung abgelegt und betrat den Badebereich.
Das Layout des Badebereichs besteht aus drei Bereichen: Innenbad, Außenbad und Frischluftbereich. Die Sauna befindet sich im hinteren Teil des Innenbeckens, und im Außenbereich gibt es das Kaltwasserbad und einen Whirlpool. Nachdem ich mir den Ablauf angeschaut hatte, reinigte ich mich wie gewohnt und wärmte meinen Körper im Innenbecken auf. Zu meiner Überraschung gibt es in dieser Anlage sogar ein Kohlensäurebad. Da auch dieses mit Grundwasser betrieben wird, vereint sich die samtige Wasserqualität mit dem wohligen Prickeln der Kohlensäure, ich döste eine Weile entspannt vor mich hin.
Als sich mein Körper aufgewärmt hatte, betrat ich die Sauna. Sie bietet Platz für etwa fünf Personen und ist klein, aber darin thront ein stattlicher iki-Ofen. Ein angenehmer Duft – vielleicht Aromawasser, irgendwie kirschblütenartig – liegt in der Luft. Die Temperatur beträgt 95 °C und ist außerordentlich heiß. Heiß, aber dank der hohen Luftfeuchtigkeit auch sehr angenehm. „Das ist wirklich eine gute Sauna“, dachte ich. Der Schweiß brach im Handumdrehen aus. Nach einer Weile wurde der automatische löyly ausgelöst, und der Raum hüllte sich in noch intensivere Hitze. Schon nach dem ersten Durchgang war mein Körper bis in den Kern durchwärmt. Als nächstes wartete das Kaltwasserbad mit natürlichem Grundwasser.
Ich duschte den Schweiß ab und ging zum Kaltwasserbad im Außenbereich. Es bietet Platz für etwa drei Personen, hat aber eine Tiefe von rund 120 cm. Das natürliche Wasser, das aus der Erde gepumpt wird, empfing meinen Körper sanft. Eine samtige Qualität, die Leitungswasser einfach nicht bieten kann. Der Beweis dafür: Trotz der 15 °C konnte ich minutenlang darin bleiben. Bei Leitungswasser würde sich ein stechendes Gefühl auf der Haut bemerkbar machen, und so lange hätte ich es dort nicht ausgehalten. Außerdem wurde meine Haut richtig glatt. Ein Zeichen, dass sich die Haut über das mineralreiche Wasser freute. Auch die Frische danach war eine völlig andere.
Nach dem Kaltwasserbad begab ich mich in den Frischluftbereich. Etwa sechs Liegestühle standen in einer Reihe, und es brannten sogar Räucherspiralen gegen Mücken. Was für eine Aufmerksamkeit. Der angenehme Duft der Räucherspirale führte mich in einen noch tieferen Entspannungszustand. Als mein durch das Kaltwasserbad abgekühlter Körper langsam wieder auf Normaltemperatur kam, trat der köstliche Totonou-Zustand ein. „Was für ein wirklich schönes Sento“, dachte ich dankbar und genoss es, die Sauna erleben zu dürfen. Ich ließ meine Gedanken treiben – „Was soll ich danach essen?
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