Wenn ich die Aufschrift „Kaltwasserbad mit Grundwasser“ sehe, überkommt mich augenblicklich der Impuls: Ich will sofort hingehen! Der Grund dafür ist, dass ein Kaltwasserbad mit Grundwasser genau deshalb so angenehm ist. Zumindest hatte ich das bisher aus eigener Erfahrung so empfunden.
Am Abend des zweiten Tages meines Aufenthalts in Wakayama beschloss ich, zum „Happiness Bath“ zu gehen, das ein Kaltwasserbad mit durchgehend fließendem Grundwasser hat. Gegen 16 Uhr checkte ich in ein Hotel in der Nähe des Ostausgangs des Bahnhofs Wakayama ein. Da ich noch etwas Zeit hatte, schrieb ich in meinem Hotelzimmer einen Blogbeitrag, und als ich fertig war, war es bereits 18 Uhr geworden. Das war die perfekte Zeit, um in die Sauna zu gehen. In die Sauna gehen, Saunaessen essen und bis zum Morgen tief und fest schlafen. Ich nahm es wie selbstverständlich hin, dass ich eine glückliche Zeit verbringen würde. Dabei ist eine glückliche Zeit etwas, das man nicht allein schaffen kann.
Ich verließ das Hotel und fuhr ein Stück mit dem Auto, dann parkte ich auf dem hauseigenen Parkplatz in der Nähe des Geschäfts. Um es höflich auszudrücken, es war schwer zu sagen, dass dort ruhige Autos standen. Dort reihten sich Fahrzeuge aneinander, die in der allgemeinen Wahrnehmung als „problematisch“ gelten: ein Alphard mit extrem tiefgelegter Karosserie, ein Crown, dessen Reifen auf Sturz getrimmt waren, und ein beinahe kaputtes Kei-Car mit überall Dellen und Kratzern. Ich bekam ein wenig Angst bei dem Gedanken, dass die Besitzer dieser Autos vielleicht gerade im Bad waren, aber erst einmal wollte ich das Baden genießen. Nach einem kurzen Fußweg tauchte das „Happiness Bath“ vor mir auf.
Ich betrat das Geschäft, stellte meine Schuhe in das Schuhfach und wollte am Automaten eine Eintrittskarte kaufen, als ich bemerkte, dass dort „außer Betrieb“ stand. Es schien, als müsste ich das Geld direkt am Empfangstresen bezahlen. Ich öffnete die Tür zum Männerbad und bezahlte dort die Badegebühr sowie die Gebühr für das Miethandtuch. Auch die Atmosphäre der Leute in der Umkleide war alles andere als sicher. Sollte man sagen, dass sie ziemlich rau wirkten? So war mein Eindruck. Auch hier zog ich mich blitzschnell aus und betrat das Badehaus.
Im nächsten Moment hatte ich das Gefühl, wieder gehen zu wollen.
Es waren Männer mit Tätowierungen über den ganzen Körper. Mehrere. Sie sprachen laut und vermittelten den Eindruck, als würden sie diesen Ort beherrschen. Ich hatte keine Lust mehr, auch nur den Ablauf zu prüfen. Ich ging ohne Blickkontakt zum Waschbereich und reinigte mich notgedrungen. Schon an diesem Punkt war mir das Kaltwasserbad mit durchgehend fließendem Grundwasser völlig egal geworden. Die Angst überwog, und es herrschte keine entspannte Atmosphäre. Ich versuchte, in ein Becken zu steigen, aber ich wurde trotzdem nicht ruhig. Dann geh doch einfach in die Sauna. Dann musste ich ihnen nicht ins Blickfeld geraten. So dachte ich und ging auf den Saunaraum zu. Als ich die Tür öffnen wollte und hineinschaute, saßen in dem engen Saunaraum mit einer Kapazität von 4 Personen alle 4 Plätze dicht an dicht belegt. Gerade in solchen Momenten ist das Timing einfach durchgehend schlecht. Auch meine Motivation, die Sauna zu benutzen, war damit dahin.
Also wollte ich vorerst nur noch das Kaltwasserbad probieren und dann gehen. Mit diesem Gedanken stieg ich mit einem ohnehin nicht wirklich aufgeheizten Körper ins Kaltwasserbad. Es war sehr lau. Ob die Wassertemperatur wohl über 20 °C lag? So sehr das Wasser auch mit Grundwasser durchgehend fließt, bei dieser Temperatur ist kein erfrischendes Gefühl zu bekommen. Ich dachte kurz daran, etwas länger zu bleiben, doch da kam jemand aus dem Saunaraum heraus. Obwohl ich bereits im Becken war, sprang die Person mit unglaublicher Wucht hinein. Erbarmt euch. Ich verließ das Kaltwasserbad sofort. Danach ging ich in die Umkleide, trocknete meinen Körper ab und verließ das Badehaus. Die Aufenthaltsdauer betrug gerade einmal 15 Minuten.
Um ein gutes Saunaerlebnis zu haben, ist die Art der Gäste einer Einrichtung ziemlich wichtig. Als ich die als heiligen Ort der Sauna bezeichnete „Sauna Shikiji“ besuchte, las ich ein Buch, das diese Anlage behandelte [Sauna Shikiji, von Mikie Sasano]. Darin wurden Episoden geschildert, die bis zum heutigen „Sauna Shikiji“ führten. Die Einrichtung, die ursprünglich unter dem Namen „Healthy Sauna Takamatsu“ betrieben worden war, wurde, als der damalige Stammgast sie übernahm, in „Sauna Shikiji“ umbenannt. Gleichzeitig stand dort geschrieben, dass große Mühe darauf verwendet wurde, die Gästestruktur zu verändern. Gegen Gäste mit Tätowierungen oder schlechtem Benehmen sagte man mutig: „Die Rechnung geht aufs Haus, bitte kommen Sie einfach nicht mehr“, verbesserte so die Gästestruktur und zog schließlich viele Menschen aus dem ganzen Land an. In einer angenehmen Einrichtung gibt es gute Gäste. Das ist vermutlich nicht falsch. Das habe ich auch bei meinem Besuch im Ogaki Sauna in der Präfektur Gifu gespürt.
Ich diskriminiere keineswegs Menschen mit Tätowierungen. Im Ausland ist das eine ganz normale Kultur, und aus der Sicht von Ausländern dürfte man sich fragen: „Was ist daran das Problem?“ Doch in Japan ist das etwas anders. Es vermittelt eben doch einen „gefährlichen“ Eindruck. Ein kleines Motiv stört mich nicht, aber wenn jemand Tätowierungen über den ganzen Körper hat, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich um eine Person aus einer antisozialen Organisation handelt. Wenn man sich bereits in einem Zustand der Angst befindet, kann man seinen Körper und Geist nicht loslassen und sich entspannen.
Ich kehrte zum Parkplatz zurück und stieg ins Auto. So konnte der Tag nicht enden. Nach der Peak-End-Regel würde ein schlechter Abschluss des Tages dazu führen, dass der ganze Tag als schlecht in Erinnerung bleibt. Ich öffnete Google Maps und prüfte, ob es in der Nähe meines aktuellen Standorts eine gespeicherte Einrichtung gab. Dann fand ich etwa fünf Autominuten entfernt ein Super-Badehaus namens „Fukurou no Yu“. Dieses hatte ich schon einmal in einer Zeitschrift gesehen, die Super-Badehäuser in der Kansai-Region vorstellte. Hier könnte ich mich entspannen und zur Ruhe kommen. So war das nächste Ziel entschieden.
In meinem ganzen Leben habe ich noch nie erlebt, dass ich zwischen dem ersten und dem zweiten Set eine andere Einrichtung besuche. Aber ich muss es tun. So kann ich nicht enden.
Fortsetzung folgt.
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