An diesem Tag absolvierte ich in der Unterkunft, dem Shin-Gifu Sauna, eine Morgensauna in einer Runde, schloss sie mit dem Grundwasser des Nagaragawa ab und checkte aus.
Vom Bahnhof Gifu fuhr ich bis Bahnhof Mino-Ōta, stieg dort in einen Zug nach Tajimi um und machte mich auf den Weg zum Bahnhof Hime. Durch das Zugfenster zogen die Reisfelder und Berge der Landschaft von Gifu vorbei. Der Bahnhof Hime, an dem ich ankam, war ein unbesetzter Bahnhof, und in der Umgebung des Bahnhofs gab es nichts. Nicht einmal einen Convenience Store. Nur ein einzelner Getränkeautomat stand dort. Von dort aus ging ich etwa 20 Minuten in Richtung Bergseite. Wenn man einfach nur die idyllische Straße entlanggeht, tauchte schließlich das Schild „Naturheilbad Mitsune“ auf.
Es hatte die äußere Erscheinung eines Ryokan. Als ich durch den Noren-Vorhang trat, breitete sich ein gepflegter Garten aus. In der rein japanischen Atmosphäre blieb ich unwillkürlich stehen. Noch bevor ich das große Badehaus betreten hatte, spürte ich, dass diese Anlage kein gewöhnlicher Ort war. Die Welt aus Japanischem Stil und Garten war ganz nach meinem Geschmack.
Nachdem ich an der Rezeption alles erledigt hatte, machte ich mich auf den Weg zum großen Badehaus. Der Ausblick auf das Rotenburo, den man vom Innenbad aus sehen kann, ließ mich unwillkürlich dahinschmelzen.
Jenseits des großen Fensters waren Ahornbäume und Kirschbäume zu sehen, und dahinter erstreckte sich ein Wald. Es war gerade die Jahreszeit, in der die Kirschblüten in voller Pracht standen. Ein großer Kirschbaum trug prächtige Blüten. Damit man draußen in der Frischluft mit Blick auf die Kirschblüten entspannen konnte, waren auch Liegestühle zum Hinlegen aufgestellt. Während ich den Ausblick des Rotenburo betrachtete, dachte ich: Diese Anlage wird in jeder Jahreszeit schön sein, egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Im Frühling sind die Kirschblüten zu sehen, von dort bis in den Sommer hinein wird das Grün leuchtend, im Herbst kann man die roten Blätter genießen, und im Winter taucht man in das Rotenburo ein und blickt auf die Schneelandschaft. Wenn man Japans vier Jahreszeiten und Onsen gleichzeitig genießen möchte, dann sollte man hierher kommen.
Auch die Vielfalt der Badewannen ist groß. Ein Felsenbad mit natürlichem Quellwasser im Durchfluss, Silky-Bad und Kohlensäurebad sind im Rotenburo-Bereich angeordnet, und aus jedem Winkel kann man die schöne Natur betrachten. Auch in Bezug auf Sauna und Wasserbad gibt es zwei Trockensaunas und zwei Wasserbäder, beide großzügig und sehr komfortabel.
Nachdem ich mich gereinigt hatte, ließ ich mich zunächst in das Felsenbad mit natürlichem Quellwasser im Rotenburo-Bereich sinken. Bei einer durchlaufenden heißen Quelle kann man die Segnungen der Erde direkt empfangen. Nicht nur das angenehme Gefühl, sondern schon die Tatsache, dass es im Durchfluss ist, erfüllt mich mit Freude. Die Kraft der heißen Quelle ist enorm, und schon im Nu wird der Körper warm. Gut, dann auf zur ersten Trockensauna.
Runde 1. Ich betrat die 90 °C heiße Sauna mit Ferninfrarot-Heizung. Als ich mich auf die oberste Bank setzte, bemerkte ich, dass die Sitzfläche ungefähr einen Winkel von 100° hatte. Sie ist so gestaltet, dass man ganz natürlich in entspannter Haltung sitzen kann. Solche kleinen Details erfreuen mich. Auch der Saunaraum ist geräumig, und man kann bequem und entspannt sitzen. Ich wärmte meinen Körper gründlich auf und machte mich dann auf den Weg zum 17 °C kalten Wasserbad, das mit Grundwasser betrieben wird. Auch dieses ist groß. Es scheint Platz für etwa sechs Personen zu geben. Die Wasserzirkulation ist hervorragend, und eine stets saubere Wasserqualität wird aufrechterhalten.
Nachdem ich meinen Körper gründlich abgekühlt hatte, folgte die Frischluftruhe mit Blick auf die Kirschblüten. Als ich mich in den Stuhl setzte und in den Himmel blickte, breitete sich die Kirschblüte in voller Pracht über mein gesamtes Sichtfeld aus. Von Wind getragen schwebten Blütenblätter herab. Eine Frischluftruhe, in der man Japans vier Jahreszeiten direkt spürt, muss genau so sein. Was für eine verschwenderische Zeit.
In Runde 2 ging ich zur anderen Sauna im Rotenburo-Bereich. Auf dem großen Saunaofen waren Unmengen an Saunasteinen aufgeschichtet, und sie ist für Löyly ausgelegt. Außerdem soll alle 30 Minuten ein automatisches Löyly stattfinden. Durch das Fenster des Saunaraums sieht man die Waldlandschaft, die sich hinter dem Rotenburo-Bereich ausbreitet. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, und man kann hervorragend schwitzen. Nachdem ich meinen Körper ausreichend erwärmt hatte, verließ ich den Saunaraum und direkt vor mir befand sich das zweite Wasserbad. Der Weg ist perfekt. Dieses Wasserbad ist tief, sodass man den ganzen Körper vollständig eintauchen kann. Wie angenehm das doch ist. Ich wechselte erneut in den Frischluftruhebereich mit Blick auf die Kirschblüten. Die Frühlingsluft streichelte meine Haut. Als ich die Augen schloss, hörte ich nur noch Vogelgezwitscher und das Geräusch fließenden Wassers.
Runde 3. Ich begann damit, den durch die Frischluftruhe eingekühlten Körper erneut in die heiße Quelle zu tauchen. Der Prozess, bei dem ein abgekühlter Körper nach und nach wieder warm wird, ist ebenfalls überaus angenehm. In der Sauna erwärmen, mit Wasser abkühlen, in der heißen Quelle wieder erwärmen. Bei diesem Kreislauf hat man das Gefühl, dass er bis in die tiefsten Schichten des Körpers reicht. Von dort aus ging ich erneut zur Löyly-Sauna und beendete alles mit dem Grundwasser-Wasserbad, sodass die Morgensauna abgeschlossen war.
Wenn man sich inmitten schöner Natur aufhält, kann man die Zeit vergessen. Schon wenn man einfach nur da sitzt und die Landschaft betrachtet, stellt sich ein glückliches Gefühl ein. Wenn dann noch Onsen- und Saunaelemente hinzukommen, wird daraus ein Schatz, den man ein Leben lang nicht vergessen kann. Die Erinnerung daran, unter den Kirschblüten in voller Pracht tottonou geworden zu sein, wird noch lange in mir bleiben.