
Vol.3
Gifu
Apr 3–5, 2026 Sauna-Reise durch Gifu, Aichi und Mie
「Badeort Minori (Yudokoro Minori)」 Erfahrungsgeschichte
Hojicha-duftende Wärmewellen und natürliches Grundwasser
📅4. April 202619:00
Es regnete in Strömen.
Das Hotel, in dem ich übernachtet hatte, verfügt über ein großes Bad. Außerdem gibt es nur wenige Gehminuten entfernt ein anderes Super-Sento. Trotzdem mit dem Taxi extra zum Baden zu fahren, ist wohl nur für echte onsen- und sauna-Enthusiasten nachvollziehbar. Für mich jedoch, wenn drei verschiedene Kaltwasserbecken, ständig zufließendes natürliches Grundwasser, die Ikeda Yuge Thermalquelle (Ikeda Yuge Onsen) und zwei Saunatypen warten, stellen Starkregen oder andere Widrigkeiten kein Hindernis dar. Im Gegenteil, ich hoffte sogar, dass das schlechte Wetter für weniger Andrang sorgt.
Der Regen trommelte heftig gegen die Fensterscheiben des Taxis. Wie ich bereits zuvor schrieb, ist schlechtes Wetter für mich ein positiver Faktor. Bei der Ankunft schien es tatsächlich ruhiger zu sein als sonst. Badeort Minori (Yudokoro Minori) ist eigentlich eine beliebte Anlage, daher wäre es normalerweise deutlich lebhafter.
Nach dem Check-in machte ich mich auf den Weg zum großen Bad. Gleich rechts nach dem Eingang befindet sich die Hauptsauna, und angrenzend an die Sauna stehen zwei Kaltwasserbecken nebeneinander. Beide werden mit Grundwasser gespeist und haben Temperaturen von 12°C und 18°C. Diese Kombination ist einfach großartig. Später wollte ich die Kalt-Kalt-Wechselbäder genießen. Auch der Innenbereich ist gut ausgestattet, mit Kräuterbad und Jet-Bad. Draußen im Freien gibt es viele Liegestühle zum Ausruhen, ein Kohlensäurebad, die Ikeda Yuge Thermalquelle (Ikeda Yuge Onsen) als Felsenbad, eine finnische sauna und ein Kaltwasserbecken mit ständigem natürlichem Grundwasserzufluss – also ein reichhaltiges Angebot. Der Raum ist großzügig und die Ausstattung sehr gut.
Zunächst stieg ich in die Freiluft-Ikeda Yuge Thermalquelle (Ikeda Yuge Onsen). In einen warmen Onsen einzutauchen, während der Regen stark niederprasselt, hat einen ganz eigenen Reiz. Das Wasser ist leicht schmierig und man spürt, wie die Haut wunderbar geschmeidig wird. Das Felsenbad ist durchdacht gestaltet: Die Rückenlehne ist nicht rechtwinklig, sondern in einem angenehmen Winkel geneigt, sodass man sich entspannt anlehnen kann und dabei den Nachthimmel betrachten kann. Dass bei einem Felsenbad selbst der Neigungswinkel der Rückenlehne bedacht ausgeführt ist, zeigt die hohe Qualität dieser Anlage.
Als mein Körper durch das Onsen gut erwärmt war, begann ich mit dem ersten Set.
Ich ging in die finnische sauna im Außenbereich. Der Raum bietet Platz für etwa sechs Personen und hat eine Temperatur von rund 90°C. Ein angenehmer Hojicha-Duft liegt in der Luft. Persönlich mag ich Tee-Aromen in der Sauna sehr gern. Das Besondere hier ist, dass es nach einem Self-löyly einen sogenannten Nachdampf-Knopf gibt: Drückt man ihn, bläst ein starker Luftstrom aus den Pancar-Lüftern und der kleine Raum füllt sich binnen Sekunden mit Hitze. Die Regel ist, den löyly zu machen, wenn die Sanduhr leer ist. Nach einer Weile machte ein anderer Gast den löyly und anschließend wurde der Nachdampf-Knopf gedrückt. Aufgrund der Enge trifft einen die intensive Hitze in einem Moment. Es ist jedoch angenehm dampfig und der Hojicha-Duft füllt die Nasenhöhlen – sehr wohltuend. Gut durchgeschwitzt begab ich mich ins Kaltwasserbecken.
Ich tauchte in das Kaltwasserbecken mit konstantem Zufluss von natürlichem Grundwasser. Die gefühlte Temperatur lag bei etwa 18°C, doch durch die Vibra-Technik wirkt es kälter. Als Grundwasser schwankt es vermutlich je nach Jahreszeit, doch vor allem die Wasserqualität beeindruckt. Es fühlt sich sehr angenehm und weich an, man könnte ewig darin bleiben. Das für Grundwasser typische Frischegefühl auf der Haut ist deutlich spürbar. Die Wege sind perfekt angelegt: direkt beim Ausgang aus der sauna befindet sich das Kaltwasserbecken, sodass man ohne Verzögerung abkühlen kann. Auf einer Liege im Außenbereich liegend fühlte ich mich nach dem ersten Set vollkommen totonou.
Das zweite Set absolvierte ich in der Hauptsauna im Innenbereich. Es handelt sich um eine fünfreihige Turmsauna mit angenehmem Zedernholzduft. In der Sauna hing ein Säckchen mit Zedernholzspänen, was den Duft erklärte. Draußen duftete es nach Hojicha, hier nach Zedernholz. Nicht nur der Duft war beruhigend, auch Temperatur und Luftfeuchte im Raum waren hervorragend. Vorne steht ein großer Ofen, und regelmäßig, wenn nicht permanent, gibt es Auto-löyly, weshalb die Luftfeuchte stets hoch ist. In der obersten Bank herrschen etwa 95°C; kombiniert mit der Feuchte bekommt man dort einen sehr guten Schweiß. Nachdem der Körper durch die starke Hitze gut aufgeheizt war, ging es in das 12°C Kaltwasserbecken.
Auch im Innenbereich ist die Wegeführung perfekt. Direkt vor der Sauna liegt das 12°C Kaltwasserbecken. Nach dem Abspülen kühlt man im 12°C Becken gründlich ab und steigt dann ins angrenzende 18°C Becken hinauf. Für einen Körper, der gerade bei 12°C heruntergekühlt wurde, ist 18°C trotzdem deutlich kühl – und gleichzeitig erstaunlich angenehm. Dieser Wechsel zwischen 12°C und 18°C hat Suchtpotenzial. Anschließend zog ich in den Außenbereich zur Frischluft-Ruhezone und ließ mich vom Regen begleiten, während ich totonou wurde.
Drittes Set. Das letzte Set führte mich wieder in die finnische sauna im Außenbereich. Zwei Gäste waren bereits dort. Die Sanduhr war gerade leer, also kündigte ich an: Ich mache jetzt löyly, woraufhin ein „Bitte!“ zurückkam, und ich führte den löyly aus. Dampfwolken stiegen auf, und ich aktivierte den Nachdampf-Knopf. Eine rote Lampe leuchtete, und ein Hitzestoß folgte. Die beiden Vorgänger im Raum waren sichtlich überrascht. "So eine Funktion gibt es hier?" schrien sie begeistert. Das Gespräch kam ins Rollen und einer fragte mich: "Bist du Stammgast?" Als ich antwortete, dass es mein erster Besuch sei, waren sie noch überraschter. "Ich hätte gedacht, du bist Stammgast, haha." Vielleicht wirke ich auf andere wirklich wie ein Stammgast. Nun ja, wenn es um sauna geht, bin ich wohl tatsächlich süchtig.
Nach einem letzten, erfrischenden Bad im Kaltwasserbecken mit natürlichem Grundwasser endete mein Saunaabend für heute.


Auf Sauna-Reisen überkommt mich oft ein Gefühl der Dankbarkeit. Besonders seit ich dieses Medium betreibe und mehr Recherche über die Anlagen mache, fällt auf, dass hinter Begriffen wie "ständiger Zufluss natürlicher Thermalquelle", "Grundwasser-Kaltwasserbecken" oder "löyly-sauna" immense Investitionen in Infrastruktur, unternehmerische Anstrengungen und auch ein Quäntchen Glück stecken: dass an genau diesem Ort Thermalwasser austritt oder qualitativ gutes Grundwasser vorhanden ist. Wir Badende genießen diese Dinge meist ohne großes Nachdenken, aber beim Bewusstsein für diese Fügung, die Gaben der Natur und die Mühen der Betreiber entsteht automatisch Dankbarkeit.
Im Restaurant der Anlage plane ich bei einer Mahlzeit schon den nächsten Tag. Beim Blick auf die Karte schälte sich ein anderes Ziel heraus als ursprünglich geplant. Eigentlich wollte ich die Reise in Gifu und Nagoya beenden, doch die Verkehrsanbindung nach Mie fiel mir auf. In Kuwana City in der Präfektur Mie gibt es eine Anlage, die ich schon länger im Blick habe und die von Nagoya aus gut erreichbar ist. Da ich am nächsten Tag genug Zeit habe, beschloss ich, am Vormittag nach Mie zu fahren. Das Ziel für morgen lautet: Shinme no Yu.
Die Einrichtung in dieser Geschichte
Badeort Minori (Yudokoro Minori)
Natürliche heiße Quelle
Sauna vorhanden
Kaltwasserbad vorhanden
📍2-60-1 Shimoinshoku, Ginan-cho, Hashima-gun, Gifu Prefecture, Japan
Öffnungszeiten🕐:06:00〜00:00

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