Thermalquelle Shinme no Yu
Vol.4
Mie
Apr 3–5, 2026 Sauna-Reise durch Gifu, Aichi und Mie

Thermalquelle Shinme no Yu Erfahrungsgeschichte

Aussichts-Thermalbad mit Blick über die Nobi-Ebene

📅5. April 202610:00
Das ist genau das, was Saunareisen so spannend macht. Am Abend zuvor, als ich im Restaurant von Yudokoro Minori die Karte studierte, fiel mir auf, dass die Anbindung nach Mie sehr gut ist. In Kuwana, Präfektur Mie, wo die Anbindung von Nagoya gut ist, gibt es eine Anlage, die ich schon länger auf dem Radar hatte. Ursprünglich wollte ich die Reise in Gifu und Nagoya beenden, aber ich entschied mich spontan, doch noch nach Mie zu fahren. Ich habe alle recherchierten Einrichtungen in Google Maps gespeichert, deshalb kommt mir unterwegs oft der Gedanke: „Moment, könnte ich hierhin fahren?“ Deshalb verlaufen meine Reisen selten genau nach ursprünglichem Plan. Vielleicht liegt es auch an meinem Charakter, dass ich starre Pläne nicht mag und impulsiv handle. Um 7:30 Uhr verließ ich das Hotel und fuhr mit dem Taxi zum Bahnhof Ginan. Von dort ging es zum Bahnhof Nagoya und mit der Kintetsu-Linie weiter bis nach Kuwana. In Kuwana stieg ich in die Yoro-Linie um, um in Richtung Tado zu fahren. Der Zug, in den ich einstieg, fuhr nach Ogaki. In dem Moment, als ich die Aufschrift Ogaki sah, huschte kurz der Gedanke an Ogaki Sauna durch meinen Kopf. Da ich diese jedoch bereits zweimal besucht hatte, ließ ich mich nicht verleiten und schaute stattdessen auf die vorbeiziehende Berglandschaft. Als ich am Bahnhof Tado ausstieg und etwa zehn Minuten ging, sah ich ein großes Schild mit der Aufschrift Jinma no Yu. Vor dem Gebäude eröffnete sich der Blick auf die Außenbecken. In dieser Anlage soll man in einem Freiluft-Thermalbad sitzen und dabei die gesamte Nobi-Ebene überblicken können. Ich konnte es kaum erwarten, hineinzuspringen. Im Inneren wirkte das Haus sehr gepflegt. Man fühlte sich fast wie in einem gehobenen Ryokan oder Hotel. Das geräumige Gebäude beherbergt ein Restaurant, einen Bereich mit beheizten Steinliegen, eine Ruhelounge und private Räumlichkeiten, sodass man problemlos einen ganzen Tag dort verbringen könnte. Obwohl ich gleich morgens dort war, war die Anlage, wie zu erwarten bei einer der beliebtesten Einrichtungen in Mie, schon gut besucht. Im großen Badebereich öffnete sich ein großzügiger Raum. Innen- und Außenbecken sind miteinander verbunden, und das große Fenster an der Vorderseite lässt den Blick auf das Freiluftbad und die Nobi-Ebene erahnen. Ein schönes Ambiente. Im Innenbereich gibt es eine große Trockensauna, zwei verschiedene Kaltwasserbecken und ein kohlensäurehaltiges Becken. Die Sauna ist wirklich riesig. Das Freiluftbad ist schlichtweg ausgezeichnet: die Raumaufteilung und Gestaltung sind sehr gelungen, das Thermalbad bietet einen Panoramablick über die Nobi-Ebene, und etwa 20 Infinity-Chairs sind aufgereiht, sodass einem entspannten totonou-Moment nichts im Wege steht. Wirklich großartig. Zuerst wollte ich ins natürliche Thermalwasser. Ich ließ mich im Freiluftbad ins Wasser gleiten. Das Wasser fühlte sich leicht samtig an. Vor mir erstreckte sich die Nobi-Ebene. Bei dem schönen Wetter heute war die Aussicht fantastisch. Sogar die Hochhäuser im Bereich Nagoya waren zu erkennen. Nach einer Weile im Thermalbad wurde mir angenehm warm. Bei so einer Aussicht verliert man die Motivation, aufzustehen, man möchte einfach nur weiter schauen. Das ist wohl wahre Erholung. 1. Runde. Es gibt nur eine Sauna, also gab es keine Auswahl, was mir gefällt. Ich mag diese Schlichtheit. Der Saunaraum mit sechs Sitzreihen ist ziemlich groß. Die Wände sind mit Ziegeln verkleidet, die vermutlich ferninfrarote Wärme abgeben. Man hat das Gefühl, dass der Körper von innen erwärmt wird. Auf der obersten Bank zeigte das Thermometer 90 °C an, gefühlt waren es aber eher 100 °C. Vielleicht liegt das an der hohen Luftfeuchte. Ich schwitzte ausgiebig und ging dann zum Kaltwasserbecken. Eigentlich wollte ich in das 18 °C Kaltwasserbecken steigen, doch es war voll. Das 8 °C Einzel-Kaltwasserbecken nebenan war frei. So tauchte ich zwangsläufig direkt in das Einzelbecken bei 8 °C. Es war extrem kalt, aber der Frischekick eines Einzelbeckens ist unvergleichlich. Innerhalb eines Augenblicks zog sich der ganze Körper zusammen und der Blutfluss beschleunigte sich spürbar. Schon in der 1. Runde war ich quicklebendig und wurde im Freiluft-Infinity-Chair für eine Weile ohnmächtig vor Entspannung. In dieser Jahreszeit verstärkt das Frühlingswetter die Behaglichkeit der Frischluft-Aufenthalte. Man könnte ewig draußen sitzen bleiben. Schließlich raffte ich mich auf und ging zur 2. Runde. Auch in den folgenden Runden wiederholte sich der Ablauf: Sauna, dann Einzel-Kaltwasserbecken, danach Frischluft-Aufenthalt. Im Anschluss tauchte ich ins natürliche Thermalbad, das einen Blick über die Nobi-Ebene bietet. Je öfter ich das wiederholte, desto besser fühlte ich mich, meine Stimmung verbesserte sich, und ich wurde richtig glücklich. Ursprünglich war Jinma no Yu nicht auf meinem Reiseplan, aber es war die richtige Entscheidung, den Plan zu ändern. Drei Runden am Morgen – ich war bestens totonou.
Blick auf den Eingangsbereich
Blick auf den Eingangsbereich
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Es gibt viele Freizeitbeschäftigungen, doch wie viele davon lassen einen selbst die Hauptrolle spielen? Im Thermalbad und in der Sauna steht das eigene Körperempfinden immer im Vordergrund, der Zustand anderer Menschen spielt keine Rolle. Man starrt auf eine schöne Aussicht und lässt die Gedanken treiben. Man entspannt sich beim Frischluft-Aufenthalt, bis man denkt: „Okay, weiter zur nächsten Runde.“ In der Sauna stellt man sich selbst gegenüber und konzentriert sich nach innen. Das führt zur Erholung, denke ich. Im Alltag ist man ständig äußeren Reizen ausgesetzt und hat kaum Zeiten, in denen man die Aufmerksamkeit nach innen richtet. Sauna und Thermalbad schaffen diese kostbare Zeit auf zwangsfreie Art. Im Restaurant der Anlage probierte ich ein Setgericht, das zahlreiche Spezialitäten aus Mie in einem Mal vereint. Nachdem ich die Anlage verlassen hatte, ging ich denselben Weg zurück nach Nagoya. Heute ist der letzte Tag, das heißt das nächste Ziel ist das letzte auf der Reise. Ich war zwar schon oft in Nagoya, aber ein traditionsreiches Saunahaus dort hatte ich noch nie besucht. Der Name der Einrichtung lautet Sauna Fuji.
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