An diesem Tag hatte ich mich vormittags in der Arima Onsen Taikono-yu entspannt und anschließend im Liegesaal des Hauses einen Mittagsschlaf gehalten. Nach dem Sauna-Gang hatte ich noch ausgiebig gegessen und war, ohne dem Schlaf auch nur den geringsten Widerstand zu leisten, in die Traumwelt abgedriftet. Als ich aufwachte, war es bereits gegen 15 Uhr. Dank des Mittagsschlafs hatte sich meine Energie wieder aufgeladen. Wohin sollte ich als Nächstes in die Sauna? Dieser Gedanke hatte sich bereits in meinem Kopf eingenistet. Von Arima aus ist sowohl Kobe als auch Osaka gut erreichbar. Irgendwie zog es mich an diesem Tag nach Osaka. Ein bestimmtes Haus tauchte in meinen Gedanken auf: New Japan Umeda, der Geburtsort des japanischen Kapselhotels. Eine der besten Saunen Osakas – bekannt auch als Schauplatz der Dramaserie Sado.
Nachdem das Ziel feststand, buchte ich ein Hotel in Osaka, sprang ins Auto und fuhr los. Nach etwa einer Stunde kam ich am Hotel an. Ich checkte ein, betrat das Zimmer – und sofort lag ein schimmeliger Geruch in der Luft. Die Klimaanlage blies verbrauchte Luft ins Zimmer; offensichtlich wurde sie nicht gereinigt. Auch das Badezimmer roch nach Schimmel. Etwas störend, aber bei spontanen Sauna-Reisen ohne Plan nicht ungewöhnlich. Vergessen wir das kurz. Fünf Minuten nach dem Check-in saß ich schon im Taxi. „Bitte nach New Japan Umeda", sagte ich dem Fahrer. Wenige Minuten später waren wir da. New Japan Umeda liegt mitten in der Umeda Higashi-dori, einer lebhaften Straße voller Izakayas und Unterhaltungsbetriebe. Mit gelassenem Blick schlenderte ich durch das Gewühl der Straße, bis schließlich der Eingang vor mir auftauchte.
Nach dem Check-in begab ich mich sogleich in den großen Badebereich. Der Badebereich von New Japan Umeda erstreckt sich über drei Etagen, jede mit eigener Sauna und eigenem Kaltbad. Zunächst wechselte ich in die Waschecke im zweiten Stockwerk und reinigte mich gründlich. Danach steuerte ich die finnische Sauna auf derselben Etage an. Der Duft von Vihta und Holz erfüllte den Raum – ein wohltuendes Gefühl. Ich atmete tief durch. Der Schimmelgeruch aus dem Hotel schien sich auf der Stelle verflüchtigt zu haben. Ich machte löyly und versank in Meditation. Glücklicherweise war ich allein – die Sauna ganz für mich. Eine finnische Sauna ist einfach unvergleichlich, wenn es ums Schwitzen geht. Als ich an meine Grenzen stieß, verließ ich den Saunaraum. Direkt daneben wartete ein 16°C kaltes Kaltbad. Die Raumführung ist perfekt. Ich spülte den Schweiß ab und tauchte ein. Eine überwältigende Frische hüllte meinen Körper ein. Vor lauter Wohlbehagen entfuhr mir ein Laut. Nach dem Kaltbad ließ ich mich in einen Liegestuhl fallen, der nur etwa zehn Schritte vom Becken entfernt stand – auch das eine makellose Wegführung. Kaum schloss ich die Augen, drohte das Bewusstsein zu entgleiten. Morgens Arima Onsen, abends Sauna in New Japan – was für ein glücklicher Tag. Ein gleichaltriger Mann warf mir einen schiefen Blick zu, als er mich dort allein grinsend sitzen sah. Kümmerte mich nicht im Geringsten.
Für die zweite Runde stieg ich in die erste Etage hinab und betrat die Hochtemperatursauna. Wenige Minuten später begann der automatische löyly. Der Dampf vom Saunaofen war herrlich angenehm. Ein frischer Zitrusduft lag in der Luft. Den Duft von Vihta und Holz liebe ich sehr, aber auch die eigens entwickelten Aromawässer der einzelnen Häuser sind etwas ganz Besonderes für mich. Als ich den Saunaraum verließ, stand ich vor der Wahl zwischen zwei Kaltbädern: 14°C oder 18°C. Ohne zu zögern entschied ich mich für 14°C. In diesem Becken läuft das Wasser die Wand hinab. Ich lehnte mich dagegen und ließ mich wie bei einem Wasserfall übergießen. Eine unglaubliche Erfrischung. Nach dem Kaltbad zog ich weiter in den speziellen Entspannungsbereich. Ähnlich wie an einem Poolrand standen dort viele Liegestühle aufgereiht. Da kaum jemand da war, konnte ich mich sofort setzen. Ich schloss langsam die Augen und war für etwa fünf Minuten reglos.
Nun die letzte Runde. Ich stieg in die dritte Etage und wollte die finnische Sauna-Kabine ausprobieren – doch sie war voll belegt. Das hebe ich mir für das nächste Mal auf. Also kehrte ich in die zweite Etage zurück, in die finnische Sauna mit dem vertrauten Duft von Vihta und Holz, wie in der ersten Runde. Erneut hatte ich sie für mich allein. Ich machte löyly und wandte mich nach innen. Ich richtete meine Aufmerksamkeit auf den Atem, spürte meinen Herzschlag. Bald war meine Grenze erreicht. Ich spülte den Schweiß ab und tauchte ins Kaltbad. Die erhitzte Körper kühlte sich in einem Zug ab. Eine ungeheure Frische breitete sich aus. New Japan Umeda – beeindruckend bis zuletzt.
Nach der Sauna war es Zeit für ein gutes Essen.


Absolutes Totonou-Erlebnis am Geburtsort des japanischen Kapselhotels. Die dreigeschossige Anlage bietet auf jeder Etage eine Sauna und ein Kaltbad mit jeweils eigenem Konzept. Nach der perfekten Entspannung genießt man sich satt an Sauna-Essen. Eine Anlage, die das reine Glück des Menschseins in vollen Zügen spürbar macht.





