An diesem Morgen hatte ich im Utopia Shiratama Onsen meine Sinne bis zum Äußersten geschärft – durch den krassen Gegensatz zwischen der glühend heißen Bona-Sauna und dem eiskalten Tauchbecken. Danach machte ich mich auf den Weg durch das glühend heiße Osaka, auf der Suche nach dem nächsten Vergnügen. Mein Ziel: das SPAWORLD HOTEL&RESORT – das gigantische Spa-Resort in Shinsekai, vor dem selbst weinende Kinder verstummen.
Seit meinem ersten Besuch hier im Januar 2026, bei meiner ersten Saunareise des neuen Jahres, als mich die riesige Theater-Sauna in der Europa-Zone völlig aus der Bahn geworfen hatte, war nun etwa ein halbes Jahr vergangen. Dieses Mal hatte ich den Zeitpunkt des Wechsels zwischen Männer- und Frauenbereich gezielt abgepasst, um die mir noch unbekannte Asien-Zone zu erleben. Der Wechsel von einem bodenständigen Stadtviertel-Sento zu einem Themenpark mit gigantischem Kapitaleinsatz – genau dieser extreme Kontrast ist das beste Gewürz einer jeden Saunareise.
Doch kaum angekommen, stellte sich mir bereits eine Mauer der Realität in den Weg. Am Eingang hatte sich eine lange Schlange gebildet. Der Einlassvorgang war überlastet, sodass Wartezeit entstand. Doch kein Grund zur Eile – ich hatte reichlich Zeit, und ein solches Warten gehört zum Schicksal riesiger Einrichtungen einfach dazu. „Drinnen wird es wohl von Menschen wimmeln", dachte ich seufzend, während ich nach etwa zehn Minuten erfolgreich das Einlasstor passierte.
Nun machte ich mich in der Umkleide der Asien-Zone bereit und trat in den Badebereich ein.
Riesig. Wirklich unglaublich riesig.
Vor mir erstreckte sich ein völlig überdimensionierter Raum, in dem gleich drei gewöhnliche Super-Sentos Platz gefunden hätten. Angesichts der Menschenmenge, die am Einlasstor gewartet hatte, mussten sich eigentlich zahlreiche Gäste hier aufhalten – doch der Badebereich war so gewaltig, dass er beinahe menschenleer wirkte.
Die Asien-Zone steht unter dem Motto „Wa" (japanisches Wesen) und wird geprägt vom in den letzten Jahren umfassend erneuerten Sanoyu-Bereich sowie dem prachtvollen großen Hinoki-Bad als Highlights. Allein die Besichtigung der gesamten Anlage gleicht schon einer kleinen Expedition, so groß ist sie.
Zunächst wollte ich mir die Sanoyu-Sauna vornehmen, auf die ich es eigentlich abgesehen hatte.
Als ich die Tür öffnete, erstreckte sich vor mir ein riesiger, U-förmiger Raum, in dem locker 50 Personen Platz gefunden hätten. In der Mitte thronte ein Saunaofen im Motiv eines Teehauses. Kein Fernseher, gedämpftes Licht, ein dunkler, ruhiger Raum. Das Thermometer zeigte 75°C – im Vergleich zur brutalen Bona-Sauna vom Morgen eine wirklich sanfte, milde Einstellung. Während der würzige Duft von geröstetem Tee (Hojicha) durch den Raum zog, saß ich im Schneidersitz entspannt in dieser luxuriösen Umgebung, in der sich in diesem riesigen Raum nur wenige Personen befanden. In der Stille spürte ich, wie sich mein Körper langsam von innen heraus erwärmte.
Als ich die Sauna verließ, wartete bereits das Tauchbecken auf mich. Das SPAWORLD HOTEL&RESORT legt außerordentlichen Wert auf den „goldenen Ablauf" von der Sauna über das Tauchbecken bis zur Freiluft-Erholung. Vor mir lagen zwei Tauchbecken nebeneinander: eines mit brutalen 7°C und eines mit äußerst idealen 16°C. Ohne zu zögern tauchte ich in das 16°C-Becken ein. Es war groß genug für acht Personen gleichzeitig und ausreichend tief, um meinen aufgeheizten Körper sanft, aber zuverlässig herunterzukühlen.
Von dort aus ging ich weiter in den Freiluftbereich, wo in einer Landschaft im Motiv eines Gebirgsbachs bzw. eines Bergdorfs heiße Quellen angelegt waren, und am Fenster standen mehr als 20 Liegen in einer Reihe aufgestellt. Hier musste ich keine Sorge haben, zum „Totonou-Flüchtling" zu werden. Ich setzte mich auf einen der freien Ehrenplätze, blickte auf den Himmel über Osaka und ließ meine Gedanken für eine Weile in die Ferne schweifen.
Nachdem ich mich wieder gesammelt hatte, ging ich für die zweite Runde zur Hochtemperatur-Sauna im Hinoki-Bereich.
Diese Sauna nutzt gewöhnliche Infrarotheizungen, und es steht ein Fernseher bereit. Anders als der meditative Raum zuvor überließ ich mich hier einfach der Hitze, während ich gedankenverloren eine Fernsehsendung über Katastrophenschutz verfolgte. Erstaunlicherweise gibt es auch direkt am Ausgang dieser Hinoki-Sauna ein eigenes, geräumiges Tauchbecken. In welchem Bereich und in welcher Sauna man sich auch befindet – vor einem liegt garantiert immer ein Tauchbecken. Vor diesem Design, das die Psyche der Saunagänger so genau durchdenkt, kann ich nur ehrfürchtig den Kopf schütteln.
Danach, während ich auf einer Liege im Freien vom Wind umspielt wurde, überkam mich ein merkwürdiges Gefühl.
Bei meinem ersten Besuch dieser Einrichtung dominierten „Staunen" und „ungekannte Aufregung" angesichts der überdimensionalen Größe. Doch dieses zweite Mal überwog die Freude, in diesen gigantischen Themenpark „zurückgekehrt" zu sein, sowie das stille Glücksgefühl, diesen wunderbaren Ablauf erneut erleben zu dürfen. Selbst bei derselben Einrichtung verändert sich das, was man mit jedem Besuch empfindet.
In den letzten Jahren habe ich schon viele bekannte Einrichtungen in Osaka besucht. Der Spielraum für neue Entdeckungen wird zunehmend kleiner. Das bedeutet wohl, dass ich künftig in die Schleife eintreten werde, immer wieder zu den Einrichtungen zurückzukehren, die ich über alles liebe. Mit der Zahl der Besuche mögen sich vielleicht auch negative Gefühle einstellen. Doch auch solche seelischen Bewegungen gehören zur „Saunareise" dazu. Dass es Einrichtungen gibt, die einem bei jedem Besuch neue Erkenntnisse schenken – ist das nicht an sich schon ein großer Reichtum?
Mit solchen philosophischen Gedanken im Kopf beendete ich die tiefe Freiluft-Erholung der zweiten Runde.
Ich beschloss, mit der dritten Runde diese Osaka-Saunareise abzuschließen.
Nachdem ich Körper und Geist im stillen Raum bis zum Äußersten beruhigt hatte, straffte ich meine Poren im 16°C-Tauchbecken und verschmolz bei der letzten Freiluft-Erholung mit dem Wind.

Damit war meine diesjährige Saunareise durch Osaka beendet.
Die Aufregung, neue Orte zu entdecken, ist wunderbar – doch ich bin überzeugt, dass auch eine Reise, bei der man eine bekannte, geliebte Einrichtung erneut besucht und sich der Veränderung des eigenen Empfindens bewusst wird, ganz besonders ist. Werden beim nächsten Besuch wieder andere Gefühle in mir aufsteigen? Mit dieser Vorahnung im Herzen verließ ich das gigantische SPAWORLD HOTEL&RESORT und fuhr mit dem Auto nach Hause.





