Am ersten Tag der Reise wachte ich um halb fünf Uhr morgens auf.
Es war eine Erweckung durch pure Aufregung.
So ist das immer. An Sauna-Reisetagen wache ich früh auf. Wie ein Grundschüler am Vorabend eines Ausflugs.
In dem Moment, in dem ich aufwachte, hätte ich losrennen können – so aufgeregt war ich. Ich begann sofort mit den Vorbereitungen zur Abreise. Leider ist das Ziel Toyama weit entfernt. Eine lange Reise: zuerst von Tokushima nach Osaka, dann mit dem Schnellzug nach Fukui, und von Fukui mit dem Hokuriku-Shinkansen zum Bahnhof Toyama. In 30 Minuten war ich fertig und um fünf Uhr morgens saß ich im Auto.
Eine Fahrt in der Frühe macht mich noch aufgeregter. Sonst würde ich um diese Zeit noch schlafen. Dazu kommt: Die Straßen gehören mir ganz allein. Mit lauter Musik singend raste ich an der Naruto-Meerenge und Awaji-shima entlang, als mir der Hunger kam. Ich beschloss, an der Raststätte Awaji zu frühstücken. Ich bestellte ein Frühstücksset mit frischem Shirasu-Don und verschlang es in einem Zug. Mit vollem Magen strömte neue Energie in mich ein, also fuhr ich weiter. Mein Ziel war der JR-Bahnhof Nishinomiya, der guten Zugang zum Bahnhof Osaka bietet. Gegen sieben Uhr morgens parkte ich in einem Parkhaus in der Nähe des JR-Bahnhofs Nishinomiya. Dann fuhr ich mit der Regionalbahn zum Bahnhof Osaka, wo ich um halb acht ankam. Und dann etwa drei Stunden mit dem Zug – um halb elf Uhr morgens erreichte ich den Bahnhof Toyama. Da es ein Werktag war, waren nur wenige Menschen unterwegs.
Warum ich so früh aufgebrochen bin? Weil das Timing beim Besuch eines bekannten Saunabetriebs enorm wichtig ist. Ich hasse Gedränge. Sobald viele Menschen da sind, verliere ich jegliche Lust. Deshalb gehe ich gezielt zu Zeiten in die Sauna, wenn weniger Betrieb ist. Durch Besuche verschiedener Einrichtungen in ganz Japan habe ich gelernt: Selbst bei den bekanntesten Anlagen ist es unter der Woche tagsüber ruhig. Besonders zwischen zehn und elf Uhr morgens ist es fast immer leer. Der Grund: In Kapselhotels überschneidet sich das mit der Check-out-Zeit, sodass weniger Gäste da sind. Das gilt auch für Spa Alps, die Sauna-Pilgerstätte Hokurikus – als ich ankam, standen nur wenige Autos auf dem Parkplatz.
Endlich betrat ich das heilige Haus. Spa Alps ist bekannt für sein natürliches Grundwasser aus den Nordalpen. Die Wasserqualität ist die beste Japans, und das Wasser im Kaltwasserbad kann man sogar trinken. Als leidenschaftlicher Liebhaber von Quellwasser hätte ich am liebsten vor Freude gehüpft, doch ich gab mir einen kühlen Anstrich und ging zur Rezeption. Die Atmosphäre im Inneren war ausgesprochen retro und vermittelte ein Gefühl von Geschichte. Man spürt, dass dieser Ort die Menschen über lange Zeit begleitet hat. Mit scheinbar gleichmütigem Gesicht checkte ich ein und begab mich in die große Badeanlage. Die Aussicht, die ich so oft in Zeitschriften und im Internet gesehen hatte, lag nun direkt vor mir.
Mein erster Eindruck beim Betreten des Baderaums: erhaben. Die weitläufige Anlage ist schlicht gestaltet – Sauna, zwei Kaltwasserbäder (beide sehr groß), ein warmes Becken (sehr, sehr groß) und ein Bereich für die Außenluftruhe. Die Fenster sind groß und weit geöffnet, Sonnenlicht strömt herein. Es war, als würde man von einem Scheinwerfer angestrahlt.
Zunächst ging ich zur Waschzone und reinigte mich. Danach wärmte ich mich im warmen Becken auf. Was ich spürte: Das Wasser ist so weich. Es fühlte sich an wie ein Onsen – die Haut wurde samtig, das Haar seidig. Eine Reaktion, die mit normalem Leitungswasser undenkbar wäre. Quellwasser gibt es in vielen Qualitäten, aber das Wasser von Spa Alps ist eindeutig das Beste Japans.
Als sich mein Körper angenehm erwärmt hatte, beschloss ich, vor der Sauna kurz ins Kaltwasserbad zu steigen. In dem Moment, in dem ich eintauchte, stieß mein Körper in das sanft umhüllende Wasser einen stummen Jubelschrei aus. Obwohl ich in kaltem Wasser saß, ließ jegliche Anspannung nach – ein Gefühl tiefer Entspannung. Das ist das Besondere an einem Kaltwasserbad mit Naturwasser. In einer Ecke des Beckens gibt es einen Hahn, aus dem trinkbares Quellwasser kräftig herausschießt. Ich hielt meinen Mund direkt darunter und trank in großen Zügen. Dieser wilde Badestil hat Suchtpotenzial – ich bin bereits abhängig.
Nachdem ich meinen Körper ausreichend abgekühlt hatte, wechselte ich in die Saunakabine. Die Sauna von Spa Alps ist eine Rocky-Sauna mit einem riesigen Saunaofen in der Mitte. Wahrscheinlich eine Sonderanfertigung – er ist gewaltig groß. Auch die Menge der Saunasteine ist außergewöhnlich. Über den Steinen wird regelmäßig löyly gegossen, um die Feuchtigkeit aufrechtzuerhalten. Mein Eindruck in der Sauna: Die Wärme ist weich und angenehm. Normalerweise ist die Sauna ein Ort, an dem man die Hitze aushält, der Puls steigt und man meint, sein Leben zu riskieren – ein mühsamer Ort also. Aber die Sauna von Spa Alps war schlicht angenehm. Trotz der hohen Temperatur von 93 °C gab es keinerlei Atemlosigkeit oder stechendes Hitzeempfinden auf der Haut. Man kann entspannt schwitzen, als würde man in einem normalen Zimmer sitzen. Das Material der Sauna, der Ofen, die ausgewogene Luftfeuchtigkeit – in allem steckt Sorgfalt.
Nach der Sauna geht es ins herrliche Kaltwasserbad. Direkt vor dem Saunaausgang gibt es eine Übergussstation, und das Kaltwasserbad liegt gleich davor. Auch diese Wegeführung ist perfekt. Ich glitt in das Bad, das ich ganz für mich hatte, und ließ das Naturwasser der Nordalpen am ganzen Körper wirken. „Aaah, das ist so gut“, dachte ich unwillkürlich laut. Dann wechselte ich an den Rand des Kaltwasserbeckens und trank das Naturwasser in großen Zügen, um meinen Durst zu stillen. Da es mehr Mineralien enthält als handelsübliches Wasser, fühlte sich auch mein Körper kräftiger an. Als ich anschließend in den Bereich für die Außenluftruhe wechselte und den Garten betrachtete, verlor ich schon nach der ersten Runde das Bewusstsein.
Ich kam gerade noch zu Bewusstsein und machte mich auf zur zweiten Saunarunde. Wieder umhüllte mich die sanfte Wärme mit meinem ganzen Körper. Die Hitze der Sauna ist weich, und auch das Kaltwasserbad ist weich. Eine solche Saunaeinrichtung ist selbst in Japan selten. Am Ende genoss ich ganz nach Belieben vier Runden aus Sauna, Kaltwasserbad und Außenluftruhe. Ich hatte sogar das Zeitgefühl verloren. So viel Freiheit bietet Spa Alps. Man denkt sich: Ich möchte den großen Badebereich gar nicht verlassen.
Nachdem ich meinen Körper gründlich in Ordnung gebracht hatte, kam endlich die ersehnte Zeit für das Sauna-Essen.



Auch das Essen in Spa Alps ist berühmt. Die Küche mit saisonalen Zutaten und Meeresfrüchten aus Hokuriku ist köstlich. Da in der Kantine ebenfalls das Naturwasser der Nordalpen verwendet wird, ist auch der damit gekochte Reis ein Genuss.
Nachdem ich mich in die Anstaltskleidung umgezogen hatte und die Treppe hinaufging, fiel mein Blick auf ein Schild mit der Aufschrift Alps-Kantine. Ein schöner Name. Allein dieser Name macht Lust, das Lokal zu betreten. Neben der Kantine gibt es einen Ruhebereich mit Liegesesseln, und man kann so viele Manga lesen, wie man möchte. Es wirkt etwas retro, aber sauber. Irgendwie erinnert es mich an die Ogaki-Sauna. Der großzügige Bereich umfasst auch private Arbeitsnischen und einen Schlafraum mit ausgelegten Futons. Ein perfekter Plan entsteht: gut essen, Mittagsschlaf halten, und am Abend noch einmal in die Sauna.
In der Kantine bestellte ich das Alps-Menü und gebratenes Schweinefleisch mit Ingwer. Nach der hervorragenden Sauna und dem Kaltwasserbad lädt eine köstliche Mahlzeit den Körper mit Energie auf. Die Geschmackswahrnehmung ist geschärft, das Glücksgefühl verdoppelt sich. Diese Zeit liebe ich abgöttisch. Der Körper fühlt sich gut an, das Essen schmeckt, man schläft tief. Wenn diese drei Dinge zusammenkommen, ist der Mensch im Grunde glücklich. Die Sauna-Reise stellt einem diese wesentliche Frage. Während man in der Sauna oder im Kaltwasserbad sitzt, fragt man sich: Bin ich gerade glücklich? Die Antwort kommt sofort: Absolut! Wer das mit Überzeugung sagen kann, führt in diesem Moment das beste Leben.
Mit vollem Bauch setzte ich mich in den Liegestuhlbereich, las Manga und merkte gar nicht, wie ich einschlief. An einem Werktag nachmittags nach der Sauna einen Mittagsschlaf zu halten – das ist einfach herrlich. Als ich aufwachte, war es 15 Uhr. Ich hatte wohl gut zwei Stunden geschlafen. Die Erschöpfung vom Vormittag war vollständig verschwunden, und das Mittagessen war verdaut. Das bedeutet: Es gibt nur eine Sache zu tun. Noch einmal in die Sauna.
Am Abend absolvierte ich tatsächlich noch vier weitere Runden aus Sauna, Kaltwasserbad und Außenluftruhe. Es war so angenehm, dass ich einfach für immer hierbleiben wollte. Das war mein aufrichtiger Gedanke. Aber allem kommt irgendwann ein Ende. Kein Wohlgefühl dauert ewig. Nach vier Runden zog ich einen Schlussstrich und verließ die große Badeanlage. Wann ich wieder hierher kommen kann, weiß ich nicht. Vielleicht nie wieder in meinem Leben. Dieser Gedanke stieg in mir auf, aber genau das ist das Herzstück einer Sauna-Reise. Grundsätzlich gilt: Jede Begegnung ist einmalig. Einen einzigen Besuch mit voller Kraft genießen und ihn als kostbares Gut im Leben festhalten.
Mit Tränen in den Augen verließ ich Spa Alps. Doch die Reise hat gerade erst begonnen. Ich muss zum heutigen Übernachtungsort aufbrechen – und auch dieses Hotel hat eine beeindruckende Sauna. Eine Sauna, die die weltweite APA Hotel-Gruppe mit vollem Einsatz gebaut hat. Das nächste Ziel ist APA Hotel Stay Toyama.





