Grundlagen & Einführung

Japanische Sauna richtig: 'Totonou'-Guide für Anfänger

Japanische Sauna für Anfänger: in drei Schritten (Sauna → Kaltwasserbecken → Außenaufenthalt) das 'totonou'-Erlebnis erreichen. Etikette & Vorsichtsregeln.

Wenn Sie zum ersten Mal eine japanische Sauna besuchen, könnten Sie verwirrt sein. Menschen, die den Saunaraum verlassen und zum Kaltbad gehen. Menschen, die aus dem Kaltbad kommen und benommen auf einem Stuhl sitzen. Und alle haben diesen unaussprechlichen Ausdruck des Glücks auf ihren Gesichtern.

Das ist das einzigartige "Totonou"-Erlebnis, das Japan entwickelt hat. Eine Kultur, die es in der Heimat der Sauna, Finnland, nicht gibt. In diesem Artikel erklären wir, wie man eine japanische Sauna betritt, verständlich auch für Anfänger.

Die drei Schritte der japanischen Sauna: Der perfekte Zyklus, der weltweit Beachtung findet

Die japanische Saunakultur besteht aus drei einfachen Schritten: den Körper in der Sauna erwärmen, im Kaltbad abkühlen und im Außenluftbad entspannen. Durch das Wiederholen dieser drei Schritte erreicht man den ultimativen Entspannungszustand, das "Totonou".

Warum hat nur Japan diese Methode entwickelt? Es ist das Ergebnis des japanischen Forschergeistes und Perfektionismus. Nicht nur die Sauna und das Kaltbad, sondern vor allem die "Ruhe" danach ist entscheidend. Diese Entdeckung hat die japanische Saunakultur zur besten der Welt gemacht.

Vorbereitung vor dem Saunabesuch: Ein angenehmes Erlebnis beginnt mit der Vorbereitung

In einer japanischen Sauna beginnt das Erlebnis bereits mit der Vorbereitung.

Zuerst die Überprüfung des Gesundheitszustands. Sauna sollte vermieden werden, wenn man Alkohol getrunken hat oder sich unwohl fühlt. Die Sauna belastet den Körper mehr als man denkt. In bester Verfassung zu sein, ist der erste Schritt zu einem großartigen Erlebnis.

Als nächstes die Flüssigkeitszufuhr. In der Sauna schwitzt man erstaunlich viel. Man kann 500ml bis 1 Liter Flüssigkeit verlieren. Durch das Trinken von ein bis zwei Gläsern Wasser vor dem Baden kann man Dehydrierung vorbeugen.

Und das Wichtigste in japanischen Badeeinrichtungen ist, den Körper vor dem Baden zu reinigen. Dies ist sowohl eine Rücksichtnahme auf andere Benutzer als auch für sich selbst. Durch das Waschen des Körpers vor dem Betreten schwitzt man leichter und die Wirkung der Sauna wird verstärkt.

Vergessen Sie nicht, eine Saunamatte vorzubereiten. In Japan ist es üblich, eine Saunamatte mitzubringen. Dies ist eine Kultur, die auf dem hohen Hygienebewusstsein der Japaner basiert, und wenn man dies vernachlässigt, wird man von anderen Benutzern schief angesehen.

Erster Schritt: Wie man sich im Saunaraum verhält

Wenn alles vorbereitet ist, betreten Sie den Saunaraum. Sobald Sie die Tür öffnen, umhüllt Sie die Hitze. Die Temperatur liegt zwischen 80 und 100 °C. In den meisten japanischen Saunaanlagen ist sie auf 85 bis 90 °C eingestellt.

Der Saunaraum hat normalerweise drei Bänke. Je höher man sitzt, desto höher ist die Temperatur. Anfängern wird empfohlen, mit der unteren oder mittleren Bank zu beginnen. Wenn Sie sich daran gewöhnt haben, können Sie die obere Bank ausprobieren.

Nachdem Sie Ihren Platz gewählt haben, legen Sie die Saunamatte aus und setzen sich. Schließen Sie langsam die Augen. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung und das Gefühl, wie sich Ihr Körper erwärmt. In japanischen Saunen wird empfohlen, ruhig zu bleiben. Es gibt Saunen mit Fernsehern, aber die meisten Menschen schließen die Augen und konzentrieren sich auf ihr Inneres.

Die empfohlene Zeit beträgt für Anfänger 5 bis 8 Minuten, wenn Sie sich daran gewöhnt haben, 10 bis 12 Minuten. Doch wichtiger als die Zeit ist es, auf die Signale Ihres Körpers zu hören. Wenn der Schweiß von Ihrer Stirn zu fließen beginnt und Sie das Gefühl haben, dass Ihr Körper von innen heraus warm ist, ist es Zeit, hinauszugehen. Zwingen Sie sich nicht.

Bevor Sie den Saunaraum verlassen, wischen Sie den Schweiß von dem Platz, auf dem Sie gesessen haben. Das ist eine Rücksichtnahme auf die nächste Person. Solche kleinen Gesten der Rücksichtnahme tragen zur japanischen Badekultur bei.

Zweiter Schritt: Die Herausforderung und das Vergnügen des Kaltbads

Nachdem Sie den Saunaraum verlassen haben, gehen Sie sofort zum Kaltbad. Aber springen Sie nicht einfach hinein. Zuerst duschen Sie sich ab. Beginnen Sie mit den Füßen und arbeiten Sie sich langsam nach oben. Zum Schluss gießen Sie Wasser über den Kopf. Dieses Ritual schützt den Körper vor abrupten Temperaturveränderungen.

In vielen Einrichtungen gibt es eine Dusche neben dem Saunaraum. Es ist japanische Manier, den Schweiß leicht abzuspülen, bevor man ins Kaltbad geht. Das ist eine Rücksichtnahme auf andere und eine Maßnahme, um das Kaltbad sauber zu halten.

Dann betreten Sie das Kaltbad. Die Wassertemperatur variiert je nach Einrichtung, liegt aber normalerweise zwischen 15 und 18 °C. Wer zum ersten Mal hineingeht, wird von der Kälte überrascht sein. Aber laufen Sie nicht davon. Tauchen Sie langsam und schrittweise ein.

Nach etwa 30 Sekunden gewöhnt man sich an die Kälte. Nach einer Minute beginnt man sogar, ein Gefühl des Wohlbefindens zu empfinden. Das ist der Grund, warum japanische Saunaliebhaber sagen, dass das Kaltbad angenehm ist. Was anfangs unangenehm ist, wird unweigerlich zu einem Vergnügen.

Die Zeit im Kaltbad beträgt für Anfänger 30 Sekunden bis eine Minute, wenn Sie sich daran gewöhnt haben, eine bis zwei Minuten. Wenn die Körperoberfläche abgekühlt ist und sich die Atmung beruhigt hat, ist es Zeit, herauszukommen. Wenn Sie zu sehr abkühlen, wird es schwierig, sich beim nächsten Außenluftbad aufzuwärmen, also Vorsicht.

Die japanische Kaltbadkultur ist weltweit einzigartig. Viele Einrichtungen legen großen Wert auf die Wasserqualität. Kaltbäder mit Grundwasser, kohlegefiltertem Wasser oder gekühltem Quellwasser. Allein über Kaltbäder könnte man stundenlang sprechen, so tiefgründig ist diese Welt.

Dritter Schritt: "Totonou" im Außenluftbad

Nachdem Sie das Kaltbad verlassen haben, trocknen Sie Ihren Körper leicht ab. Dann gehen Sie zum Außenluftbad-Bereich. Hier beginnt der wahre Kern der japanischen Saunakultur.

Außenluftbad bedeutet, sich im Freien zu entspannen. Viele Einrichtungen bieten "Totonou-Stühle" an, spezielle Stühle zur Erholung. Setzen Sie sich tief in diesen Stuhl, lehnen Sie sich zurück und schließen Sie die Augen.

In den ersten Minuten spüren Sie vielleicht nichts. Aber nach etwa 3 bis 5 Minuten tritt ein seltsames Gefühl ein. Ihr Körper wird leicht, Ihr Kopf wird klar und Sie werden von einem tiefen Glücksgefühl umhüllt. Das ist der Zustand des "Totonou".

Das "Totonou"-Gefühl ist schwer in Worte zu fassen. Glückseligkeit, Schwebegefühl, ein meditativer Zustand, Verlust des Zeitgefühls. Die Ausdrucksweise variiert von Person zu Person, aber gemeinsam ist das tiefe Gefühl der Entspannung und des Glücks.

Warum "Totonou" im Außenluftbad? Wissenschaftlich erklärt, wechselt das autonome Nervensystem durch den Temperaturunterschied zwischen Sauna und Kaltbad, die Blutgefäße weiten und verengen sich, der Blutfluss nimmt rapide zu und im Gehirn werden Stoffe wie Endorphine ausgeschüttet. Doch es gibt etwas, das über die Logik hinausgeht.

Die Zeit im Außenluftbad beträgt etwa 5 bis 10 Minuten. Doch wenn man "totonou" ist, verliert man das Zeitgefühl. Wenn der Körper beginnt, kalt zu werden, ist das das Zeichen für das Ende.

Wiederholung des Saunazyklus: Das Erlebnis vertieft sich beim zweiten und dritten Durchgang

In japanischen Saunen ist es üblich, diesen Dreischritt mehrmals zu wiederholen. Normalerweise werden drei Durchgänge empfohlen, aber passen Sie es an Ihre Gesundheit und Zeit an.

Interessanterweise fühlen viele Menschen beim zweiten oder dritten Durchgang das tiefste "Totonou". Der erste Durchgang dient dazu, den Körper zu erwärmen, und ab dem zweiten Durchgang tritt man in einen echten Entspannungszustand ein.

Zwischen den Durchgängen sollten Sie die Flüssigkeitszufuhr nicht vergessen. In den Ruhebereichen der Saunaanlagen gibt es immer Verkaufsautomaten oder Wasserspender. Wasser, Sportgetränke, Gerstentee – nehmen Sie das Getränk Ihrer Wahl zu sich.

Japanische Saunamanieren: Eine Kultur, die Stille und Sauberkeit schätzt

In japanischen Saunen gibt es spezielle Manieren. Diese sind unausgesprochene Vereinbarungen, damit alle angenehm "totonou" können.

Im Saunaraum bleibt man ruhig. Lautes Sprechen oder die Nutzung von Smartphones sind strengstens verboten. In vielen Einrichtungen ist "keine Gespräche" ausdrücklich angegeben. Das ist eine Rücksichtnahme, um den meditativen Zustand anderer nicht zu stören.

Vor dem Betreten des Kaltbads muss man den Schweiß abspülen. Auch das ist eine Manier, die aus dem japanischen Sauberkeitsbewusstsein entstanden ist. Es dient dazu, das Kaltbad sauber zu halten und ist eine Rücksichtnahme auf die nächste Person.

Es ist auch wichtig, die "Totonou-Stühle" nicht lange zu besetzen. Besonders bei Andrang sollte man den Platz nach etwa 10 Minuten für die nächste Person freigeben.

Häufige Stolpersteine für Anfänger

Es gibt einige Stolpersteine, auf die Anfänger beim ersten Versuch einer japanischen Sauna stoßen können.

Zuerst das Auslassen des Kaltbads. Das Gefühl "zu kalt, ich kann das nicht" ist verständlich. Doch das Kaltbad ist der Schlüssel zum "Totonou". Beginnen Sie mit 30 Sekunden. Wenn Sie sich daran gewöhnen, werden Sie unweigerlich die Freude am Kaltbad entdecken.

Dann das Auslassen des Außenluftbads. Manche sind mit Sauna und Kaltbad zufrieden und ziehen sich dann um. Doch das "Totonou"-Erlebnis findet im Außenluftbad statt. Wenn Sie schon so weit gekommen sind, setzen Sie sich unbedingt in den Stuhl und entspannen Sie.

Und schließlich das Überanstrengen. Manche denken "ich muss 10 Minuten drin bleiben" und bleiben in der Sauna. Doch die Sauna ist kein Wettbewerb im Aushalten. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und verlassen Sie die Sauna, wenn es sich angenehm anfühlt.

Pflege nach der Sauna: Den perfekten Abschluss eines großartigen Erlebnisses

Nachdem Sie drei Durchgänge beendet haben, duschen Sie sich leicht ab, um den Schweiß abzuspülen. Dann entspannen Sie sich im Ruhebereich. Viele Einrichtungen bieten Entspannungsbereiche an.

Vergessen Sie nicht die Flüssigkeitszufuhr. Das kalte Wasser oder Sportgetränk nach der Sauna schmeckt besonders gut. "Oropo", ein Getränk aus Oronamin C und Pocari Sweat, ist bei Saunaliebhabern beliebt. Es steht manchmal auf der Speisekarte der Saunaanlagen, also probieren Sie es aus.

Auch das Essen nach der Sauna ist ein Genuss. Ramen, Curry, Reis mit rohem Ei. Nach der Sauna schmeckt alles besser. Das liegt daran, dass die Durchblutung verbessert wird und die Geschmacksnerven empfindlicher sind.

"Totonou" kann jeder erleben

Das "Totonou"-Gefühl ist nicht für jeden sofort erlebbar. Manche erleben es beim ersten Mal, andere brauchen mehrere Besuche. Doch es wird gesagt, dass die meisten Menschen "Totonou" erleben können, wenn sie die drei Schritte korrekt wiederholen.

Wichtig ist, sich nicht zu hetzen. Wenn Sie denken "ich muss totonou", werden Sie eher angespannt und können es nicht erleben. Spüren Sie einfach die Hitze der Sauna, akzeptieren Sie die Kälte des Kaltbads und atmen Sie im Stuhl. Das ist alles.

Das "Totonou"-Erlebnis, das die japanische Saunakultur hervorgebracht hat, ist unvergesslich, wenn man es einmal erlebt hat. Tiefe Entspannung, innerer Frieden, Glücksgefühl. Befreit von Alltagsstress, ist es ein Moment, in dem man das Leben spürt.

Wenn Sie Japan besuchen, probieren Sie unbedingt diese drei Schritte aus. Heiße Quellen und Saunen sind eine Kultur, auf die Japan stolz ist, und "Totonou" ist das ultimative Erlebnis davon.

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