Der gestrige Aufenthalt in Shirahama Onsen muss seine Wirkung getan haben – ich erwachte in traumhafter Stimmung.
Die Nachwirkungen von drei entspannten Saunarunden im Royal Spa des Hotel Kawakyu, wo ich in das berühmte Shirahama Onsen eingetaucht war und dabei den Blick auf das abendliche Meer genossen hatte, saßen noch tief im Körper. Nach einem Morgenspaziergang, Frühstück und einem Kaffee auf dem Zimmer machte ich mich auf den Weg. Das heutige Ziel: Aridagawa Onsen Hikari no Yu.
Diese Einrichtung hatte ich schon länger im Blick. Der Grund, warum sie beim Thema Onsen, Sauna und Kaltwasserbad in Wakayama einfach nicht fehlen darf, liegt auf der Hand: ein Wechselbad mit 41 °C warmem Thermalwasser und 28 °C kalter Mineralquelle, die weltweit erste Thermalwasser-Dampfsauna mit verdampftem Quellwasser, eine Hochtemperatursauna mit rund 150 kg Kishu-Bincho-Holzkohle an der gesamten Wandfläche – und ein Kaltwasserbecken, das mit natürlichem Grundwasser aus dem Fluss Aridagawa gespeist wird. Allein diese Informationen genügen, um jeden Onsen- und Sauna-Fan sofort aufzuhorchen.
Um 8 Uhr traf ich an der Einrichtung ein, checkte ein und begab mich ins große Badehaus. Außen wie innen wirkt es wie ein gewöhnliches Super-Sento. Aber ich weiß es besser. Was hier Seite an Seite wartet, ist alles andere als gewöhnlich.
Kaum betritt man das Badehaus, sieht man rechts die Hochtemperatursauna mit Bincho-Holzkohle. Davor stehen zwei Becken nebeneinander: 41 °C Thermalwasser und 28 °C Mineralquelle. Durch den Durchgang gelangt man in den Außenbereich, wo man im Freien unter Bäumen und offenem Himmel in der Thermalquelle entspannen kann. Die Ruhezone ist großzügig ausgestattet – neben Liegestühlen gibt es auch Tatami-Flächen zum Hinlegen. Da es langsam auf den Frühling zugeht, dürfte die Außenluft beim Abkühlen ein Genuss sein.
Vor der Sauna wollte ich erst einmal das Wechselbad ausprobieren. Wenn 41 °C und 28 °C nebeneinanderstehen, ist die Botschaft eindeutig.
Ich ließ mich in das 41 °C warme Thermalwasser sinken und wärmte mich auf. Das Wasser ist eine Natriumchlorid-Quelle mit angenehm weicher Haptik. Schon nach wenigen Minuten durchströmte mich eine wohlige Wärme – die Kraft des Thermalwassers ist beeindruckend. Dann schwang ich das Bein über den Beckenrand und tauchte in die 28 °C kühle Mineralquelle ein. Was für ein Gefühl. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Man könnte schon allein durch diese Wiederholung in einen Zustand tiefer Entspannung geraten, ganz ohne Sauna.
Nach dem Abkühlen zurück hinüber ins 41 °C heiße Thermalwasser – und in diesem Augenblick durchfuhr mich ein Schauer des Wohlbefindens. Das Gefühl, wie das warme Wasser den abgekühlten Körper sofort einhüllt, ist eine ganz andere Art von Genuss als der Wechsel von der Sauna ins Kaltwasserbad. Wieder hinüber in die Mineralquelle, wieder zurück. Das wiederholte ich etwa fünfmal.
Ein so herrliches Wechselbad hatte ich in meinem Leben noch nie erlebt. Die Temperaturkombination ist einfach brillant. 41 °C und 28 °C – dieser Unterschied erzeugt einen Zustand tiefster Entspannung. Eigentlich war ich schon vollkommen zufrieden – dabei war ich noch gar nicht in der Sauna gewesen. Fast hätte ich es vor lauter Wohlbefinden vergessen.
Erste Runde. Ich betrat die Hochtemperatursauna mit Kishu-Bincho-Holzkohle an allen Wänden.
Etwa 150 kg Bincho-Holzkohle aus echtem Ubame-Eichenholz aus der Region Kishu sind über die gesamte Wandfläche verteilt. Über dem mit vielen Steinen beladenen Ofen ist ein Duschkopf installiert, der einen automatischen löyly auslöst. Die Raumtemperatur liegt bei etwa 90 °C. Dank der Infrarotstrahlung der Bincho-Holzkohle erwärmt sich der Körper spürbar von innen heraus – und da die Kohle ringsum an den Wänden angebracht ist, überträgt sich die Wärme besonders auf den Rücken. Bei einer gewöhnlichen Sauna erhitzt sich oft nur die Hautoberfläche, ohne dass die Tiefe wirklich erwärmt wird. Hier dagegen erwärmt man sich ganz natürlich von innen, ohne sich beengt zu fühlen. So also wirkt Bincho-Holzkohle.
Ich ließ mich in das Kaltwasserbecken mit Aridagawa-Grundwasser sinken. Die Temperatur lag bei etwa 18 °C – natürliches Quellwasser im Durchlaufbetrieb, das angeblich trinkbar ist. Die weiche, samtene Umhüllung des Wassers ist eine Wohltat. Da es Grundwasser ist, schwankt die Temperatur je nach Jahreszeit – im Sommer könnte es sich etwas lauwarm anfühlen, im Winter wird es wohl deutlich kälter sein. Dass jetzt gerade die angenehmstes Zeit ist, steht außer Frage. Welch glückliches Timing.
Ich trat in den Außenbereich und legte mich auf dem Tatami-Boden hin. Ich sog die frische Luft des Aridagawa-Tals tief in die Lunge. Eine Weile war ich weg.
Die zweite Runde begann ich mit der Thermalwasser-Dampfsauna, die als „weltweit erste