Ich wachte auf. Strahlend blauer Himmel.
In diesem Moment setzte sich mein Körper von selbst in Bewegung. Ich wollte ein Bad mit Meeresblick nehmen. Mehr brauchte es nicht. Eine der besten Anlagen in der Kansai-Region, ausgestattet mit einem Außenbad, von dem aus man die Akashi-Kaikyo-Brücke in ihrer ganzen Pracht überblicken kann, wartete jenseits der Brücke auf mich.
„Ohne Plan, spontan und aus dem Bauch heraus“ ist mein Motto. Morgens aufzuwachen und je nach Stimmung zu entscheiden, wohin es gehen soll. Es gibt auch Tage, an denen ich gar nichts unternehme. Gerade weil ich keine Pläne im Voraus mache, kann ich am Ziel manchmal große Begeisterung erleben, und manchmal kann ich an einem Ort, an dem ich nur beiläufig vorbeischaue, wunderbare Erfahrungen machen. Reisen mit Plan geben einem zwar ein Gefühl von Sicherheit. Doch ich habe das Gefühl, dass man im Austausch für diese Sicherheit jene „unerwartete Begeisterung“ aufgibt.
Ohne mein Zimmer aufzuräumen, stieg ich ins Auto. Es fühlte sich an, als würde ich nur kurz etwas unternehmen. Ich überquerte Awaji-shima und näherte mich der Akashi-Kaikyo-Brücke.
Wenn ich diese Brücke überquere, bin ich immer im absoluten Hochgefühl. Ich öffne das Fenster, lasse mir den Seewind um die Nase wehen und blicke auf das Seto-Binnenmeer, das sich unter mir ausbreitet. Gleich werde ich in genau diesem Meer saunieren. Schon dieser Gedanke gibt meinem Fuß auf dem Gaspedal mehr Kraft.
Nach etwa anderthalb Stunden kam ich bei „SPA-Spezialbad Taihei no Yu“ an. Da es mein zweiter Besuch war, kannte ich den Weg. Es war früh am Morgen, also war der Parkplatz leer und auch die Zahl der Gäste gering. Es versprach ein angenehmer Besuch zu werden. Ich machte mich sofort auf den Weg zum großen Badebereich.
Das Morgenlicht fiel in den Badebereich, durch das Glas war das Außenbad zu sehen, und dahinter schwebte die Akashi-Kaikyo-Brücke im Licht des Morgens. Auch das Meer war wunderschön. Schon dieser Anblick war den Besuch wert.
Ich reinigte mich und ging zunächst zum kohlensäurehaltigen Bad im Außenbereich. Während ich im Halbbad saß, blickte ich gedankenverloren auf die Meereslandschaft. Schiffe fuhren vorbei, und auf der Brücke bewegten sich Autos. Eben noch war auch ich über diese Brücke gefahren. Jetzt saß ich im Wasser und betrachtete sie. Ein seltsames Gefühl.
Nach dem kohlensäurehaltigen Bad lehnte ich mich an die Mauer des Außenbads. Die Akashi-Meerenge lag vor mir, wie auf einen Blick erfassbar. Das Blau des Seto-Binnenmeers, die Silhouette von Awaji-shima und die Kabel der Brücke, die das Morgenlicht reflektierten und glitzerten. Wirklich wunderschön. Ich konnte mich eine Weile nicht bewegen.
Die erste Runde war die heiße Innensauna.
Sie hatte etwa 90 °C, eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, und der automatische Löyly wurde regelmäßig durchgeführt. Man konnte deutlich spüren, wie viel Feuchtigkeit in der Sauna-Luft enthalten war. Auch Aufguss-Events scheinen hier sehr beliebt zu sein, denn im Badebereich waren Ankündigungsplakate dafür angebracht.
Doch das Beste an dieser Sauna sind die Matten. Da die Sitzflächen in der Sauna sehr heiß werden, sind Matten ausgelegt, und diese Matten sind wunderbar weich. Wenn man sich setzt, hat man das Gefühl, dass das Gesäß leicht einsinkt. Außerdem sind auch die Rückenlehnen mit weichen Matten bedeckt, sodass man sich bequem anlehnen kann. Die Sitzfläche ist zudem breit genug, sodass man entspannt im Schneidersitz sitzen kann. Diese Rücksichtnahme freut mich wirklich sehr. Temperatur und Luftfeuchtigkeit einer Sauna sind wichtig, aber die Sitzqualität wirkt sich unmittelbar auf die Qualität des Erlebnisses aus. Diese Sauna erfüllt wirklich alles.
Nachdem ich den Körper ausreichend erhitzt hatte, ging es ins Kaltwasserbecken. Bei idealen 15 °C kühlte ich mich ab, indem ich meinen ganzen Körper in das breite und tiefe Kaltwasserbecken eintauchte.
Als ich mich auf den Liegestuhl im Außenbereich sinken ließ, strahlte die Sonne vom klaren Himmel herab, und der Seewind streichelte meine Haut. Vor mir breiteten sich das Meer und die Brücke aus. Ich spürte, wie mein Bewusstsein langsam in die Ferne glitt. Ich überließ mich dem Lauf der Zeit und konnte eine Weile nicht mehr aufstehen. Als ich wieder zu mir kam und mir dachte, dass ich nun weitermachen sollte, setzte ich mich wieder in Bewegung. Schon nach der ersten Runde war ich ganz bei mir. Dank der besten Aussicht und der besten Ausstattung.
Die zweite Runde führte direkt in die Dampfsauna im Außenbereich.
In dem Moment, als ich die Tür öffnete, wurde ich von Kräuterduft umhüllt. Durch das Fenster war die Akashi-Meerenge zu sehen, doch der Innenraum war durch den Dampf völlig weiß, sodass das Meer wie vernebelt und traumhaft wirkte. Ich wärmte meinen Körper eine Weile auf. Hartes Erhitzen und hartes Abkühlen sind schön, aber auch maßvolles Aufheizen, das Abkühlen mit einer Wasserdusche und danach das Außenluftbad sind ebenfalls sehr angenehm. Das ist meine Routine, wenn ich in die Dampfsauna gehe. Beim erneuten Außenluftbad mit Blick aufs Meer setzte sich diese luxuriöse Zeit fort.
Die letzte dritte Runde führte wieder in die heiße Sauna. Ich setzte mich auf die weichen Matten und nahm den Dampf des automatischen Löyly mit dem ganzen Körper auf. Nachdem ich meinen Körper ausreichend erhitzt hatte, schloss ich mit dem Kaltwasserbecken ab. Beim letzten Außenluftbad prägte ich mir den atemberaubenden Anblick ein, den man vom Außenbad aus sieht, und damit war mein Saunamorgen beendet.