SPA Sen Taihei-Bad (SPA Sen Taihei no Yu)
Vol.1
Hyōgo
Mär 28–29, 2026 Sauna-Reise in den Präfekturen Hyogo und Wakayama (Hyogo, Wakayama)

SPA Sen Taihei-Bad (SPA Sen Taihei no Yu) Erfahrungsgeschichte

Impulsives Morgensauna-Erlebnis mit Blick auf die Akashi-Kaikyō-Brücke

📅28. März 202611:00
Ich wachte auf. Es war strahlend klar. In dem Moment setzte sich mein Körper bereits in Bewegung. Ich wollte baden und dabei das Meer sehen. Mehr brauchte es nicht als Grund. Eine der führenden Einrichtungen Kansais mit einem Freiluftbecken, von dem aus man die Akashi-Kaikyō-Brücke überblicken kann, wartete jenseits der Brücke auf mich. "Ungeplant und impulsiv" ist mein Motto. Morgens entscheide ich je nach Stimmung, wohin die Reise geht. Manchmal mache ich gar nichts. Gerade weil ich nicht im Voraus plane, sind die Eindrücke am Ziel manchmal umso stärker, und an scheinbar zufälligen Zwischenstationen erlebt man Überraschendes. Eine geplante Reise gibt zwar ein Gefühl von Sicherheit, doch den Preis dafür zahlt man oft mit dem Verlust jenes "unerwarteten Gänsehaut-Moments". Ich stieg ins Auto, ohne das Zimmer aufzuräumen. Nur ein kurzer Ausflug, so fühlte es sich an. Ich überquerte Awaji und kam an die Akashi-Kaikyō-Brücke. Immer wenn ich über diese Brücke fahre, bin ich auf höchster Spannung. Das Fenster auf, die Meeresbrise im Gesicht, und der Blick auf das weite Seto-Binnenmeer unter mir. Gleich werde ich mit Blick aufs Meer in die Sauna gehen. Wenn ich nur daran denke, gibt mein rechter Fuß aufs Gas noch etwas mehr Druck. Nach etwa anderthalb Stunden erreichte ich SPA Sen Taihei no Yu. Es war mein zweiter Besuch, daher kannte ich die Wege. Da es früh am Morgen war, war der Parkplatz leer und wenige Gäste waren da. Es sah nach einem angenehmen Aufenthalt aus. Ich ging sofort zur großen Badehalle. Das Morgenlicht fiel in die Badehalle, durch die Glasfront war das Außenbecken zu sehen, und dahinter schwebte die Akashi-Kaikyō-Brücke im Licht des Morgens. Das Meer war kristallklar. Allein dieser Anblick war es schon wert. Ich reinigte mich und begab mich zuerst ins Kohlensäurebad im Außenbereich. Beim halben Eintauchen starrte ich gedankenverloren aufs Meer. Schiffe fuhren vorbei, Autos rollten über die Brücke. Vorhin war ich noch selbst auf der Brücke unterwegs. Jetzt lag ich im warmen Wasser und schaute auf genau diese Brücke. Ein seltsames Gefühl. Nachdem ich das Kohlensäurebad verlassen hatte, lehnte ich mich an die Außenbeckenumrandung. Die Akashi-Kaikyō war in voller Breite zu sehen. Das Blau des Seto-Binnenmeers, die Silhouette von Awaji und die Brückenkabel, die das Morgenlicht reflektierten und funkelten. Wirklich wunderschön. Ich konnte mich eine Weile nicht rühren. 1. Runde: die Innen-Sauna mit hoher Temperatur. Bei etwa 90℃ herrschte sehr hohe Hitze bei gleichzeitig hoher Luftfeuchte, und automatische löyly wurde regelmäßig erzeugt. Man spürte deutlich, dass die Saunaluft Feuchtigkeit enthielt. Aufguss-Veranstaltungen scheinen ebenfalls beliebt zu sein, Ankündigungsplakate hingen in der Badehalle. Doch das Beste in dieser Sauna waren die Matten. Die Sitzflächen wurden wegen der hohen Temperaturen mit Matten ausgelegt, und diese Matten waren wunderbar weich. Beim Sitzen sank das Gesäß leicht ein. Auch die Rückenlehnen waren mit kuscheligen Matten bedeckt, sodass man sich bequem anlehnen konnte. Die Sitzflächen waren breit genug, um gemütlich im Schneidersitz zu sitzen. Diese Liebe zum Detail war einfach herrlich. Temperatur und Feuchte sind wichtig, aber der Komfort beim Sitzen beeinflusst die Qualität der Erfahrung unmittelbar. Hier stimmte einfach alles. Ausreichend erhitzt, dann ab ins Kaltwasserbecken. Bei idealen 15℃ konnte ich meinen ganzen Körper tief eintauchen und abkühlen. Im Außenbereich ließ ich mich auf einem Liegestuhl zurückfallen, Sonnenlicht fiel vom klaren Himmel, und die Meeresbrise strich über die Haut. Vor mir breiteten sich Meer und Brücke aus. Ich fühlte, wie mein Bewusstsein sich entfernte. Ich ließ mich vom Fluss der Zeit tragen und konnte mich eine Weile nicht bewegen. Als ich zu mir kam, fasste ich den Entschluss, weiterzumachen. Schon nach der ersten Runde war ich komplett totonou. Dank der atemberaubenden Aussicht und der hervorragenden Ausstattung war es perfekt. 2. Runde: direkt weiter in die Dampfsauna im Außenbereich. Im Moment des Öffnens der Tür wurde ich von einem Duft aus Heilkräutern umhüllt. Durch das Fenster konnte man die Akashi-Kaikyō sehen, doch der Raum war vom Dampf weiß verhüllt, wodurch die Aussicht verschwommen und fast märchenhaft wirkte. Ich erwärmte mich eine Weile. Manchmal heize ich mich stark auf und kühle mich anschließend kräftig ab, das ist auch schön, aber es ist ebenso angenehm, sich moderat zu erhitzen, mit einer kalten Dusche abzuschrecken und dann zur Abkühlphase an der frischen Luft überzugehen. Das ist meine Routine für die Dampfsauna. Wieder draußen, erneut mit Blick aufs Meer, setzte sich die genießerische Zeit fort. 3. und letzte Runde: zurück in die heiße Innen-Sauna. Ich setzte mich auf die weiche Matte und ließ die automatische löyly als Dampf über mich rollen. Noch einmal kräftig aufheizen, im Kaltwasserbecken abschließen. Bei der letzten Abkühlung brannte ich mir die spektakuläre Aussicht ins Gedächtnis, und damit war das Vormittags-Saunaerlebnis beendet.
Tofu-Salat im hauseigenen Restaurant
Tofu-Salat im hauseigenen Restaurant
Yurinchi im hauseigenen Restaurant
Yurinchi im hauseigenen Restaurant
Im Restaurant der Anlage aß ich eine Mahlzeit und tankte Energie. Bis hierhin war der Morgen perfekt. Das Problem war, dass ich für den weiteren Tag keinerlei Pläne hatte. Ich war mit der Einstellung losgefahren, nur kurz wegzufahren, daher hatte ich das Zimmer nicht aufgeräumt und nur das Nötigste zum Anziehen dabei. Aber ich hatte ja extra die Brücke überquert und war bis Kansai gefahren. Irgendetwas sollte schon von dieser Reise bleiben. Es gab zwei mögliche Ziele. Gifu oder Wakayama. Ich suchte nach einem Hotel in Gifu, fand aber kaum Verfügbarkeiten und konnte nichts buchen. In Wakayama hingegen ergab sich problemlos ein freies Zimmer. In solchen Fällen sollte man der Option folgen, die besser passt. Das Ziel war Wakayama. Das passte auch zum Thema dieses Ausflugs, nämlich Baden mit Meeresblick. Es gibt eine Anlage, von deren Außenbecken man einen Panoramablick auf Shirahama hat. Man kann die Quellen von Shirahama Onsen genießen, Sauna und Kaltwasserbecken sind hervorragend und das Hotel hat zudem ein gehobenes Niveau. Der Name dieser Anlage lautet Nanki Shirahama Onsen Hotel Kawakyu. Die impulsive Reise, die spontan begonnen hatte, setzte sich ebenso impulsiv fort. Pläne sind nicht nötig. Man folgt einfach dem, wohin der Körper einen ziehen will.
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