JAPAN ONSEN COLLECTION

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Ein erlesener Moment

Eine Reise zu 52 außergewöhnlichen Thermalquellen und SaunenJAPAN ONSEN & SAUNA GUIDE

Japans feinste Onsen & Saunen

52 Extraordinary Destinations

52

Ein Kurator, der über 300 Einrichtungen im ganzen Land besucht hat, wählt 52 außergewöhnliche Orte aus, die er von Herzen empfehlen kann. Der einzige Reiseführer, der den Reiz von Onsen und Sauna sowie Kultur und Etikette eingehend vermittelt.

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Chiba
12. Juli 2026 | Vol.4

「Everyday Sauna Tokyo, Filiale Makuhari」 Erfahrungsgeschichte

Der ultimative Raum der Immersion – geschaffen aus Feuer und Grundwasser

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12. Juli 2026 | Vol.4

「Everyday Sauna Tokyo, Filiale Makuhari」 Erfahrungsgeschichte

Der ultimative Raum der Immersion – geschaffen aus Feuer und Grundwasser

Reisetagebuch

Nachdem ich in der SATOYAMA TERRACE in Kimitsu eine traumhafte Morgensauna genossen hatte, startete ich in aller Ruhe den Motor. Erfüllung und eine angenehme Müdigkeit vermischten sich auf wohltuende Weise, während ich an der Auffahrt Kimitsu IC auf die Autobahn fuhr und Kurs auf Makuhari nahm. Das Ende meiner Saunarunde durch die Präfektur Chiba rückte näher. Das nächste Ziel: Mainichi Sauna Tokyo Makuhari. Mainichi Sauna Tokyo ist das erste gemeinsame Konzept zweier Legenden: Mainichi Sauna aus Gunma – bekannt als Mekka der Holzofensauna – und Sauna Tokyo in Akasaka, eine Oase mitten in der Stadt. Die erste Filiale des neuen Brands eröffnete im Mai 2026 in Makuhari, Präfektur Chiba, und ist als sauna-dedizierte Anlage ausgelegt, mit fünf Saunen, drei Kaltbecken und natürlichem Grundwasser. Unter Saunafans war der Hype schon vor der Eröffnung enorm – und für mich war dieser Ort auf meiner Chiba-Reise absolut unverzichtbar. Ich parkte auf dem weitläufigen Parkplatz, und das Gebäude, das ich so oft auf Fotos gesehen hatte, stand plötzlich leibhaftig vor mir. Die Aufregung im Zaum haltend, trat ich ein, erledigte den Check-in und hörte dem freundlichen Mitarbeiter bei der Einweisung zu – wobei meine Gedanken bereits im Saunaraum weilten. In der großzügigen, blitzsauberen Umkleide schlüpfte ich in Rekordzeit aus meinen Klamotten und öffnete die Tür zum Badebereich. Der Moment, in dem sich die Tür öffnete, empfing mich eine andere Welt. Am stärksten traf mich die Atmosphäre. Elektrisches Licht war kaum zu sehen – stattdessen standen unzählige Kerzen auf den Backsteinwänden der Becken. Ihr sanftes Schimmern erhellte den Raum, und die raue Textur des Backsteins gab dem Ganzen eine ganz besondere Tiefe. Allein dieser Anblick machte den weiten Weg hierher wert. Dazu strömte ein angenehmer Duft durch den Raum – der gesamte Badebereich war in Aromaduft gehüllt. Ich kannte diesen Duft bereits von Sauna Tokyo in Akasaka; wahrscheinlich verwenden beide das gleiche Produkt. Der Badebereich erstreckt sich über zwei Ebenen: Im Erdgeschoss befindet sich der Thermalbereich, im Obergeschoss die Saunen. Ich begann mit der Erkundung im Erdgeschoss. Den Mittelpunkt bildet das Kohlensäurebecken, flankiert von einem Whirlpool und weiteren Wannen sowie Waschplätzen. In der Mitte des Kohlensäurebeckens thront ein großer Baum – ein Detail, das den Raum von einem schlichten Bad in etwas Besonderes verwandelt. Blaues Licht taucht das Becken in eine geheimnisvolle Atmosphäre. Ich wärmte mich gründlich auf und stieg dann die Treppe hinauf ins Herz der Anlage. Oben angekommen, hüllte mich sofort die intensive Energie der Männer ein, die sich dem Saunafieber hingaben. Eine völlig andere Dimension als das entspannte Erdgeschoss. Die gesammelte Aura all jener, die in der Hitze gegen sich selbst kämpften, erfüllte die Luft mit einer spürbaren Spannung. Hier warten fünf Saunen, drei Kaltbecken und ein großzügiger Ruhebereich, in dem man auch Getränke bestellen kann. Dass man sich nicht bloß ausruht, sondern auch noch mit einem Getränkeservice verwöhnt wird – das verleiht dem Erlebnis eine ganz besondere Noblesse. Nachdem ich mich mit der Anlage vertraut gemacht hatte, war es Zeit, mit dem Saunieren zu beginnen. Da dies bereits meine zweite Station an diesem Tag war, brauchte ich kein Aufwärmen mehr. Womit anfangen? Natürlich mit dem Aushängeschild dieser Anlage: der Holzofensauna. Als ich eintrat, empfing mich ein maßgefertigter, riesiger Holzofen, der gewaltige Hitze ausstrahlte. Im Dunkel, in dem absolutes Schweigegebot herrscht, flackerten die lodernden Flammen. Nur dieses Feuer erhellte den Raum. Ich setzte mich so, dass ich die Flammen direkt im Blick hatte. Im Dunkeln die Flammen zu beobachten, ließ mich spüren, wie eine kraftvolle Energie in mir aufstieg. Diese bis ins letzte Detail durchdachte Atmosphäre erzeugte eine Immersion, die ihresgleichen sucht. Ich sammelte meinen Geist, als wäre es eine Art Übung in Achtsamkeit, und ließ einfach die Hitze auf mich wirken. Nach und nach kam ich an meine Grenzen. Zeit für das Kaltbecken. Die Kaltbecken von Mainichi Sauna Tokyo Makuhari sind mit natürlichem Grundwasser gefüllt. Drei Varianten stehen zur Wahl: 15 °C, 22 °C und ein Durchflussbecken mit trinkbarem Naturwasser (ca. 20 °C). Nach der intensiven Hitze der Holzofensauna wollte ich natürlich das kälteste Becken. Als ich meinen Körper vollständig in das 15-Grad-Becken tauchte, durchströmte mich eine überwältigende Frische. Das Becken ist angenehm großzügig gestaltet, sodass man ohne Gedränge lang verweilen kann. Anschließend wechselte ich in den Ruhebereich. Mehr als 30 Liegestühle standen ordentlich aufgereiht, dazu gab es mehrere Bereiche zum Hinlegen. Dort hatten Männer, die von der Sauna und dem Kaltbecken völlig entkräftet worden waren, die Augen geschlossen und trugen Gesichter reiner Glückseligkeit, während sie in eine andere Welt abdrifteten. Was für ein friedliches Bild. Und bald würde ich ein Teil davon sein. Ich ließ mich in einen Stuhl sinken und atmete tief durch – bis die Welt vor meinen Augen leicht zu schwanken begann und die vollkommene Entspannung einsetzte. Der Lärm im Kopf verstummte, alles wurde klar. Genau deshalb kommt man immer wieder zur Sauna. Wie lange ich ruhte, spielte keine Rolle. Hier existiert keine Zeit. Man genießt die Sauna einfach so, wie es einem gefällt. Für den zweiten Durchgang wählte ich die Sauna namens Kero Joki Ranbu. Der geräumige Saunaraum, der locker zwanzig Personen Platz bietet, ist üppig mit Keroholz verkleidet – dem sogenannten Holzedelstein. Ich atmete tief durch, in Erwartung des charakteristischen Dufts, doch da die Sauna erst kürzlich eröffnet hatte, war das typische Kero-Aroma noch nicht vollständig ausgeprägt. Dafür war der Raum umso heißer. Ich schätzte ihn auf weit über 100 °C, aber ein Blick auf das Thermometer zeigte 90 °C. Dass Gefühl und Messwert in der Sauna nicht immer übereinstimmen – das ist einer ihrer reizvollsten Aspekte. Im Saunarraum stand ein Ofen der Marke „iki pro“, eine Form, die ich noch nie zuvor gesehen hatte – offenbar die Profiversion des bekannten iki-Ofens, eine Weiterentwicklung des Originals. Zweifellos trägt diese außergewöhnliche Leistungsfähigkeit zur gefühlten Hitze bei. Im Saunaraum lief Hintergrundmusik, die nach einer Weile auf einen poppigen Track wechselte – zeitgleich veränderte sich das Licht, und das automatische löyly begann. Der ohnehin schon heiße Raum wurde durch das löyly vollends auf den Siedepunkt gebracht. Ich trieb meinen Körper bis an die Grenze und machte mich dann erneut auf den Weg zum Kaltbecken. Im 15-Grad-Becken abgekühlt, verbrachte ich die Ruhephase in einem Zustand vollkommener Leere. Eine kurze Anmerkung am Rande: Wie schon bei Sauna Tokyo in Akasaka fiel mir auch hier die hervorragende Arbeit des Personals auf. Stets waren mehrere Mitarbeiter im Badebereich präsent – sie pflegten die Saunamatten, überprüften die Saunen und Kaltbecken und hielten alles tadellos sauber. So konnte man die Anlage jederzeit in einem angenehmen Zustand nutzen. Bei den Saunamatten zum Beispiel: In vielen Einrichtungen liegen benutzte Matten ewig herum, doch hier wurden sie fortlaufend erneuert, sodass man immer eine frische greifen konnte. Auch der Holzofen wurde sorgfältig überwacht, und die Liegestühle im Ruhebereich wurden nach jedem Benutzer mit Wasser abgespült und gereinigt. Zudem wird in der Anlage Schweigen vorausgesetzt – bei Verstößen gegen die Etikette sprach das Personal die Gäste ruhig aber bestimmt an. Hinter dem erstklassigen Erlebnis steckt die unermüdliche Arbeit des Teams – das sollte man nicht vergessen. Im dritten Durchgang betrat ich die Sauna Meiso Magma Joki. Diese Sauna ist halb abgeteilt und als Dampfsauna konzipiert, die auf Meditation durch Dampf und Wärme ausgerichtet ist. Sie kombiniert einen Dampfofen mit einem in der Wand verborgenen Bona-Ofen und ist mit Lavagestein ausgekleidet. Zwischen den Plätzen gibt es Trennwände, die Sicht und Schall abschirmen und so eine vollständige innere Versenkung ermöglichen. Da die Temperatur eher moderat ist, wärmte ich mich entspannt auf und wechselte dann direkt in die Holzofensauna – Sauna-Hopping also. Der Übergang von sanfter Wärme zu intensiver Holzofenhitze war bemerkenswert: Mit einem Schlag spürte ich, wie der Körper in einen anderen Modus schaltete. Am Limit angekommen, stürmte ich aus dem Saunaraum und wechselte beim dritten Kaltbad vom 15-Grad-Becken zum Naturwasser-Durchflussbecken. Von der Decke strömte Naturwasser wie ein Wasserfall in das Becken – ein dynamisches Konzept, das mich an das legendäre Sauna Shikiji in der Präfektur Shizuoka erinnerte. Ich schöpfte das Wasser mit der Hand und trank es in einem Zug. Es gibt kaum etwas, das ich mehr genieße, als beim Kaltwasserbad das hineinfließende Naturwasser direkt zu trinken. Dass mir ein so ursprüngliches, naturnahes Erlebnis ausgerechnet hier im urbanen Makuhari vergönnt sein würde – das hatte ich nicht erwartet. Ein unverhofftes Glück. Mein Besuch bei Mainichi Sauna Tokyo Makuhari näherte sich langsam dem Ende. Den vierten und letzten Durchgang wollte ich bewusst gestalten. Mit welcher Sauna schließen? Die Antwort war klar: mit der Holzofensauna, die mich am tiefsten beeindruckt hatte. Die lodernden Flammen im Dunkel beobachten, eine starke innere Energie aufbauen und schließlich den Körper im herrlichen Grundwasser-Kaltbecken vervollständigen. Ein perfektes Saunaerlebnis, vollständig und abgerundet. Großartig, Mainichi Sauna Tokyo.
Yakiniku-Mittagessen nach der Sauna
Yakiniku-Mittagessen nach der Sauna
Nachdem ich die Anlage verlassen hatte, setzte ich mich in das benachbarte Yakiniku-Restaurant zum Mittagessen und ließ meine Gedanken über den weiteren Verlauf des Tages schweifen. Es gibt wohl kaum etwas Befriedigenderes für Magen und Geist als Yakiniku nach der Sauna. Beim Kauen des Fleisches überlegte ich, wo ich die Nacht verbringen wollte – denn ich hatte noch gar nichts gebucht. Eines war jedoch klar: In Yokohama gab es zwei Orte, die ich unbedingt besuchen wollte. Zunächst musste ich eine Unterkunft sichern. Da Sonntag war, hielten sich die Hotelpreise in Grenzen. Ich griff zum Smartphone und buchte in wenigen Klicks ein APA Hotel in Minato Mirai. Der Plan war, von Chiba nach Yokohama zu wechseln – und für den Abend hatte ich mir etwas Besonderes ausgedacht: Sauna mitten im Yokohama Chinatown, direkt danach chinesisches Essen. Ob das wirklich möglich ist, mitten in Yokohama Chinatown eine Sauna zu besuchen? Oh ja. Die Anlage heißt HARE-TABI SAUNA & INN YOKOHAMA. Mit freudiger Vorfreude auf das neue Abenteuer in Yokohama schluckte ich den letzten Bissen hinunter und machte mich auf den Weg zum Auto. Die Reise war noch lange nicht vorbei.

Besuchte Einrichtung in dieser Story

Everyday Sauna Tokyo, Filiale Makuhari

Everyday Sauna Tokyo, Filiale Makuhari

♨️Spezialbad
🔥Sauna vorhanden
❄️Kaltwasserbad vorhanden
📍〒261-0026 Chiba, Chiba-shi, Mihama-ku, Makuharinishi 2-1-4
Öffnungszeiten🕐:09:00〜06:00

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