「Tsunashima Gensen Yukemuri no Sato」 Erfahrungsgeschichte
Natürliche Kaltmineral-Quelle in Bernsteinfarbe – ein erschütterndes Einstelliges
Kanagawa
13. Juli 2026 | Vol.6
「Tsunashima Gensen Yukemuri no Sato」 Erfahrungsgeschichte
Natürliche Kaltmineral-Quelle in Bernsteinfarbe – ein erschütterndes Einstelliges
Reisetagebuch
Eine Reise, bei der alles nach Plan läuft, ist langweilig. Ich sprang in den Shinkansen, ohne einmal die Unterkunft gebucht zu haben, und streifte von Sauna zu Sauna, wohin der Wind mich trieb. Nun hatte auch dieses ungebundene Wanderabenteuer seinen letzten Tag erreicht.
Nur weil es der letzte Tag war, würde ich mich nicht damit begnügen, einfach die Heimreise anzutreten. Bis zur allerletzten Minute alles aus Onsen und Sauna herauszuholen – das ist meine Devise. Das Ziel für den Vormittag stand bereits fest: Tsunashima Onsen Yukemuri no Sato in Yokohama. Ich hatte schon vor geraumer Zeit von einem außergewöhnlichen Kaltwasserbad gehört, das aus natürlichem schwarzem Quellwasser besteht, und die Einrichtung seitdem fest im Blick.
Ich checkte schwungvoll aus dem APA Hotel in Minato Mirai aus, wo ich die Nacht verbracht hatte, stieg in die Toyoko-Linie und fuhr zum Bahnhof Tsunashima. Von dort ließ ich mich mit dem Shuttlebus zur Anlage schaukeln. Als ich aufsah, schwang ein riesiger Noren-Vorhang im Wind, auf dem Yukemuri no Sato eingewoben war. Eher eine vornehme Onsen-Ryokan als ein normales Super-Sentō – das war mein erster Eindruck. Schon vor dem Eintreten begann mein Herz vor Vorfreude auf diese Eleganz und die beeindruckende Größe der Anlage zu rasen.
Im Inneren übertraf der raffinierte Raum bei weitem das, was ich mir unter einem gewöhnlichen Super-Sentō vorgestellt hatte. Von der Lounge über das Restaurant bis hin zum Ganzkörpererwärmungsbereich – überall kein Kompromiss. Selbst der Duft war wunderbar.
Ich machte mich sogleich auf den Weg zum Hauptgang: dem großen Badebereich. Auch die Umkleide war großzügig und äußerst komfortabel. Da ich gleich nach der Öffnung um 9 Uhr morgens an einem Werktag erschienen war, war kaum jemand da – ideale Bedingungen.
Als ich das Badehaus betrat, war ich sofort gefangen von der stilvollen Welt aus dunklem schwarzen Stein. In der Mitte des Raumes stand ein herrlicher Bonsai, der japanische Ästhetik und modernen Minimalismus vereinte. Gleich links vom Eingang befand sich die finnische Sauna, und daneben das ersehnte Kuro-yu-Kaltwasserbad. Ein Blick auf das Thermometer – und ich traute meinen Augen kaum: 9 °C. Einstellig. Tatsächlich einstellig. Natürliches Quellwasser in dieser bernsteinfarbenen Pracht bis auf Einstelliges herunterzukühlen – welch gewaltige, nein, welch vollkommene Seligkeit würde mich wohl erwarten?
Als ich in den Außenbereich trat, vertiefte sich die Atmosphäre noch weiter. Allein in diesem üppig begrünten japanischen Gartenraum zu sitzen, ließ die im Alltag erstarrte Seele langsam auftauen. In das felsige Becken floss ununterbrochen die bernsteinfarbene Onsen-Quelle, wie schwarzer Kaffee anzusehen. Daneben war ein 22 °C kaltes Quellwasserbad im Durchlaufbetrieb bereitgestellt, das sich als sanfteres Kaltwasserbad anbot. Ganz im hinteren Bereich entdeckte ich zudem eine Salzsauna. Eine perfekte Aufstellung.
Nachdem ich die gesamte Anlage inspiziert hatte, reinigte ich mich zunächst und tauchte dann draußen in die Quellwanne. In Tokyo und Kanagawa begegnet man solchem bernsteinfarbenen Schwarzwasser recht häufig, in der Kansai-Region hingegen kaum – für mich also ein besonders kostbares Erlebnis. Eingehüllt in das geschmeidige, leicht viskose Wasser spürte ich, wie die Anspannung der langen Reise tief aus dem Körperinneren langsam wich. Das perfekte Aufwärmen war abgeschlossen; nun war es an der Zeit für die finnische Sauna.
Als ich die Tür der Saunakabine öffnete, traf mich eine intensive Hitze ins Gesicht. Das Thermometer zeigte über 100 °C. Auf dem riesigen Rocky-Sauna-Ofen türmten sich, als wollte er jeden Zweifel ausräumen, enorme Mengen Saunasteine – und Self-löyly war möglich. Im Raum gab es zwar einen Fernseher, aber der Ton war vollständig abgeschaltet. Das ist wirklich wunderbar. Ich bevorzuge eine Sauna, in der ich mich in der Stille nur mit mir selbst auseinandersetze. Wenn ich meinen Geist tief sammeln möchte, ist der Lärm eines Fernsehunterhaltungsprogramms nichts als Störgeräusch. Gerade weil diese Einrichtung besonderen Wert auf ein hochwertiges Saunaerlebnis legt, hat man bewusst auf den Ton verzichtet.
Während ich in der Stille nur meinem eigenen Herzschlag lauschte, goss ein anderer Gast, der sich den Raum mit mir teilte, Wasser auf die Steine. Mit einem angenehmen Zischen verdampfte das Wasser auf den Saunasteinen, und heißer Dampf breitete sich schlagartig in der 100-Grad-Kabine aus. Die Hitze war beträchtlich, doch der Gedanke an das einstellige Kaltwasserbad, das danach auf mich wartete, ließ mich seltsamerweise die Kraft finden, bis an meine Grenzen auszuharren.
Ich erhitzte meinen Körper bis zur absoluten Grenze und verließ dann die Saunakabine. Nach dem Abspülen des Schweißes ließ ich mich in das auf 9 °C heruntergekühlte Kuro-yu-Kaltwasserbad aus bernsteinfarbener Quellwasse hinein.
In dem Moment, als ich eintauchte, schrien alle Poren meines Körpers auf und zogen sich blitzartig zusammen. Die intensive Kälte durchdrang mich bis in den Schädel. Und doch war es nicht bloße Kälte. Die für Schwarzwasser typische weiche, seidenartige Wasserqualität hüllte die Haut sanft ein, und tief in dieser Kälte war ein deutliches Entspannungsgefühl eingebettet. Unglaublich wohltuend.
Ich kroch aus dem Kaltwasserbad, wechselte direkt zur Frischluftentspannung im Außenbereich. Dank der perfekt durchdachten Wegführung konnte ich mich, ohne einen überflüssigen Schritt zu tun, in einen Liegestuhl fallen lassen. Die klare Morgenluft, das Grün der Bäume. Und die Durchblutung, die durch den ganzen Körper rauschte. Das Totonou am frühen Morgen genoss ich in vollen Zügen.
Für den zweiten Durchgang begab ich mich zur Salzsauna im Außenbereich. Ein kompakter Raum für etwa acht Personen, doch die Raumtemperatur betrug 80 °C – für eine Salzsauna recht hoch. Auch hier war finnisches Auto-löyly vorhanden, sodass man von der ersten Sekunde an eine kräftige Hitze spürte. Als der Schweiß nach einer Weile allmählich zu perlen begann, rieb ich meinen Körper großzügig mit Salz ein. Die Mineralien drangen in die Haut. Das Salz ließ die gefühlte Temperatur sprunghaft ansteigen und trieb die Schweißproduktion mit überraschender Geschwindigkeit voran.
Nach der Salzsauna ging ich zum Quellwasser-Durchlaufbad im Außenbereich. Die Wassertemperatur lag bei etwa 23 °C, so wie es aus der Quelle sprudelt. Die brutale Erfrischung des einstelligen Bades vorhin war großartig, aber sich so dem natürlichen Kaltwasser in mildem Temperaturbereich lange anzuvertrauen, hat ebenfalls seinen ganz eigenen Reiz. Ich spürte, wie sich der Körper gemächlich abkühlte, und genoss einfach nur die Weichheit des Wassers.
Nach erneuter tiefer Frischluftentspannung ging es im dritten Durchgang noch einmal in die finnische Sauna. Die Hitze von über 100 °C brannte den Körper gründlich durch, das einstellige Kuro-yu-Kaltwasserbad bei 9 °C setzte dann den knackigen Schlusspunkt. Eine perfekte Morgensauna.
Mittagessen
Nach dem ausgiebigen Saunagenuss beschloss ich, im hauseigenen Restaurant zu Mittag zu essen. Beim Genuss des leckeren Essens ließ ich Gedanken über die weiteren Pläne kreisen.
Die Uhr zeigte noch nicht einmal Mittag. Ich hatte vor, abends mit dem Shinkansen nach Osaka zurückzufahren, aber noch blieb reichlich Zeit. „Bis zum letzten Moment der Reise darf der Entdeckergeist nie nachlassen