「JFA Yume Field Makuhari Onsen Yuraku no Sato」 Erfahrungsgeschichte
Die beste Aussichtsposition mit exklusivem Blick auf die Bucht von Tokio
Chiba
11. Juli 2026 | Vol.2
「JFA Yume Field Makuhari Onsen Yuraku no Sato」 Erfahrungsgeschichte
Die beste Aussichtsposition mit exklusivem Blick auf die Bucht von Tokio
Reisetagebuch
Wovon hängt der Wert einer Therme oder eines Saunabetriebs eigentlich ab? Von der Ausstattung, der Temperatur des Saunaraums, der Wasserqualität des Kalttauchbeckens – die Bewertungskriterien sind unzählig. Doch auch der Standort, den man nirgendwo sonst erleben kann, ist ein entscheidender Faktor, der eine Einrichtung zu etwas Einzigartigem macht.
Nachdem ich im Spa & Hotel Maihama Eurasia eine herrliche Kelo-Sauna genossen und in meinem Hotelzimmer eingecheckt hatte, erholte ich mich eine Weile im Bett. Das Saunaerlebnis am Vormittag war so außergewöhnlich gewesen, dass mich die Versuchung packte, einfach einzuschlafen – doch für den Abend hatte ich noch ein Ziel: JFA Yume Field Makuhari Onsen Yuraku no Sato.
Diese Anlage liegt direkt an der Küstenlinie von Makuhari und bietet vom Aussichts-Freiluftbad einen Panoramablick über die Bucht von Tokio. Angeblich sind von dort der Tokyo Skytree, Yokohama und sogar die Silhouette des Fuji zu sehen. Ein wahrer Premiumplatz im Zentrum der Buchtbiegung. Mit wachsender Vorfreude und kaum noch zu zügelnder Ungeduld verließ ich das Hotel.
Vom Bahnhof Kaihin-Makuhari machte ich mich zu Fuß auf den Weg, den Meereswind im Gesicht. Als ich an der Makuhari Messe vorbeiging und mich dem Chiba Marine Stadium näherte, hallten die leidenschaftlichen Gesänge der Lotte-Fans in den Nachthimmel. Sich beim Baseballschauen zu begeistern ist sicher auch eine wunderbare Art, das Leben zu verbringen. Für mich aber war einzig und allein das Schwitzen im JFA Yume Field Makuhari Onsen Yuraku no Sato das Ziel.
Als ich mich der Anlage näherte, sah ich eine lange Schlange wartender Autos am Eingang. Ausverkauft, sozusagen. Bei diesem traumhaften Standort ist ein solcher Andrang ja kaum verwunderlich. Den Trubel einkalkulierend, schritt ich selbstbewusst durch den Vorhang.
Drinnen herrschte erwartungsgemäß reges Treiben. Nach dem Einchecken an der Rezeption begab ich mich, die Ungeduld kaum unterdrückend, in den großen Badebereich. Kaum hatte ich die Badeanlage betreten und die Kleider abgelegt, sprang mir durch das Innenbad hindurch der atemberaubende Blick auf die Bucht von Tokio ins Auge. Im Baderaum drängten sich viele Menschen, aber angesichts dieser Aussicht fiel das kaum ins Gewicht. Als ich weiter in den Freiluftbereich wechselte, steigerte sich das Panorama noch einmal: Die Küstenlinien von Tokio, Kanagawa und Chiba erstreckten sich wie ein riesiges Gemälde vor mir.
Nur eines wollte ich: endlich in dieses Freiluftbad. Mit dieser einen Absicht reinigte ich mich in Rekordzeit und kehrte rasch zurück ins Freie. Obwohl viele Gäste die Wanne belegten, fand ich eine Lücke und sicherte mir den besten Platz mit dem schönsten Meerblick. Die Anlage erinnert an ein Infinity-Pool – Wasser und Meer scheinen zu verschmelzen. Ich ließ mich ins sogenannte Atsu-no-Yu eintauchen, eine aus der Tiefe gepumpte stark salzhaltige Thermalquelle, und betrachtete die Landschaft in aller Ruhe. Seltsamerweise störten mich die vielen Menschen kein bisschen. Der junge Mann neben mir, der ältere Herr daneben – alle schwiegen und entspannten sich still, hingerissen von der Aussicht. Angesichts des weiten Meeres beruhigt sich das menschliche Herz ganz von selbst und wird großzügig. Die Einrichtungen selbst mögen einem normalen Super-Sento gleichen, aber dieser besondere Standort verleiht der Anlage einen unvergleichlichen Mehrwert.
Das Freiluftbad hatte mich so restlos begeistert, dass ich eigentlich schon hätte gehen können – doch da ich nun mal hier war, wollte ich auch Sauna und Kalttauchbecken ausgiebig genießen.
Der Saunaraum fasst schätzungsweise 25 bis 30 Personen; das Thermometer zeigt rund 90 °C an. Ein automatisches löyly-System sorgt für regelmäßige Dampfstöße. Die Sitzflächen haben kaum Höhenunterschiede, sodass man unabhängig vom Platz gleichmäßig Wärme abbekommt. Ehrlich gesagt ist es eine gewöhnliche Trockensauna ohne besondere Merkmale. Aber das ist völlig in Ordnung – hier sind das Freiluftbad mit seiner Aussicht und die Außenluftpause die eigentlichen Stars. Ich schwitzte ordentlich, und als ich an meine Grenzen stieß, wechselte ich ins Kalttauchbecken.
Das Wasser fühlte sich nach etwa 15 bis 16 °C an – angenehm kalt. Becken und Tiefe waren großzügig bemessen, für etwa acht Personen gleichzeitig geeignet. Den aufgeheizten Körper rasch abgekühlt, kehrte ich abermals in den Freiluftbereich zurück.
Ich setzte mich auf einen der Liegestühle, den Meereswind am ganzen Körper spürend, und die herrliche Nachtansicht empfing mich erneut. In meinem Leben habe ich schon viele Thermen besucht, von denen aus man Meer oder See überblickt – aber einen so freien Blick über die gesamte Bucht von Tokio erlebte ich zum ersten Mal. Die Bucht war weit größer und beeindruckender, als ich mir vorgestellt hatte. Von diesem grandiosen Anblick gefangen, konnte ich die Außenluftpause einfach nicht beenden.
Nach der Außenluftpause tauchte ich wieder ins Freiluftbad ein und genoss die Aussicht. Dabei fiel mir ein Hinweisschild auf: „Wenn Sie am Wannenrand stehen, besteht die Möglichkeit, dass Ihr Körper von der Meerseite aus zu sehen ist.“ Gesehen werden ist mir egal. Wichtiger ist, diese grandiose Aussicht mit dem ganzen Körper in vollen Zügen zu genießen.
Ich verlor das Zeitgefühl beim Baden im Freiluftbad, ging wieder in die Sauna, kühlte mich im Kalttauchbecken ab und freute mich erneut an der Außenluftpause mit Panoramablick und am Onsen. Ich hatte eigentlich früh aufhören wollen, aber am Ende absolvierte ich doch vollständig drei Runden.
Nachtansicht vom Terrassenpanorama der Anlage
Noch einmal: Der Standort ist etwas ganz Besonderes, mehr als alles andere. Auch die Quelle des Onsen und das reine Grundwasser kann man nur dann erleben, wenn man genau an diesen Ort geht. Dass es einen Ort gibt, an dem man so etwas wie ein Onsen mitten mit Blick über die Bucht von Tokio genießen kann, ist etwas so Besonderes wie ein Wunder. An einen Ort, an dem es Erlebnisse gibt, die man nur hier machen kann, fühle ich mich zutiefst hingezogen. Mit einem tiefen Gefühl der Zufriedenheit und einem Herzen, so weit wie das Meer, verließ ich das Badehaus.
Nachdem ich das Gebäude verlassen und zu Abend gegessen hatte, kehrte ich ins Hotel zurück und begann, den Plan für den nächsten Tag zu schmieden. Wie dem auch sei, es ist eine bis zum Äußersten unvorbereitete Reise, da ich überhaupt keinen Plan für den nächsten Tag und die Zeit danach gemacht hatte. Die Einrichtungen, die ich besuchen will, stehen fest. Die Frage ist nur, mit welchem Mittel ich dorthin gelangen soll.
Ich habe vor, am morgigen Morgen als Allererstes das Outdoor-Sauna-Erlebnis „SATOYAMA TERRACE“, eines der herausragenden Ziele in der Präfektur Chiba, zu besuchen. Allerdings liegt die Anlage im tiefen Hinterland der Bōsō-Halbinsel in Futtsu in der Präfektur Chiba, und mit dem Zug dorthin zu fahren würde hoffnungslos viel Zeit kosten. Mit dem Auto wäre es eine Entfernung, die man über die Autobahn in etwa einer Stunde zurücklegen könnte. Wenn ich jedoch morgen früh hier in Makuhari einen Mietwagen nehmen und losfahren würde, wäre es unmöglich, genau zur Öffnung um 9 Uhr einzutreten.
Warum ich so sehr auf die Öffnungszeit bestehe? Weil es eine Frage von Leben und Tod ist. Outdoor-Saunen sind grundsätzlich gemischtgeschlechtlich. Das heißt, Paare und Jugendgruppen in Badebekleidung strömen in Massen herbei. Würde ich erst am Nachmittag, wenn die Besucherzahl steigt, gemächlich auftauchen, dann würde ich als einsamer Alleinbesucher völlig die kalte Schulter des Außenseitertums zu spüren bekommen und mich äußerst fehl am Platz fühlen. Genau mit der Öffnung hineinzustürmen und die erstklassige Sauna noch auszukosten, bevor die Paare eintreffen, ist die absolute Schlüsselbedingung dafür, dass ein Einzelgast sie komfortabel nutzen kann.
Nach reiflicher Überlegung kam ich zu einem Schluss. Am besten wäre es, früh am Morgen so weit wie möglich mit dem Zug nach Süden zu fahren und dann in der Gegend von Kisarazu, wo die Anbindung gut ist, ein Auto zu mieten. Wenn ich es selbst sage, eine perfekte Strategie.
Doch ich hatte einfach keine Kraft mehr, um weiter nachzudenken. Seit dem Morgen hatte ich im „Maihama Eurasia“ eine erstklassige Sauna besucht, und am Abend hatte ich mich im „Yuraku no Sato“ an der grandiosen Aussicht berauscht. Der heutige Tag war äußerst hart, und überwältigende Müdigkeit stand schon direkt vor der Tür. Den Rest kann ich morgen früh entscheiden, wenn ich aufwache. Wie auch immer, spätestens kurz nach fünf werde ich sowieso von selbst aufwachen wie ein alter Mann.
So dankte ich tief erfüllt für die wunderbare Saunareise dieses Tages und für die Begegnung mit einer überwältigenden Aussicht, bevor ich in einen tiefen Schlaf fiel.