Am frühen Abend hatte ich mir bei Karumarū Ikebukuro einen ordentlichen Kick für den Körper geholt und war danach durch die Straßen Tokios gezogen. Es war weniger Sightseeing als vielmehr ein Pilgern zu Orten voller Erinnerungen. Ich besuchte die Gegend, in der ich früher gewohnt hatte, und die Umgebung des Unternehmens, bei dem ich gearbeitet hatte, und ließ die damalige Zeit noch einmal an mir vorüberziehen. Welche innere Haltung hatte ich damals? Wie hatte ich gelebt? Und wie weit bin ich seitdem gewachsen? Mein Maßstab ist immer die frühere Version meiner selbst. Es ist meine feste Überzeugung, dass der Vergleich mit anderen Menschen im Leben zu absolut nichts Gutem führt. Wer durch den Vergleich mit anderen zu Hochleistung angespornt wird und damit Erfolg hat, mag die Ausnahme sein – aber die meisten verlieren dabei nur ihre Motivation. Es reicht, wenn man in seinem eigenen Inneren vorankommt.
Nachdem ich meine Rundtour durch die Erinnerungsorte abgeschlossen hatte, kam mir ein Gedanke. Sollte ich einfach zu meiner Unterkunft Karumarū Ikebukuro zurückkehren – oder noch eine andere Sauna-Einrichtung besuchen? Karumarū Ikebukuro hatte ich bereits am heutigen Nachmittag genutzt, und am nächsten Morgen könnte ich erneut rein. Als leidenschaftlicher Sauna-Fan erschien es mir daher sinnvoller, noch woanders hinzugehen.
Mein Ziel war Toshimaen Niwa-no-Yu. Die Anlage ist von Ikebukuro gut erreichbar und mir aus verschiedenen Medien als eine der bekanntesten Einrichtungen in Tokio bekannt. Ich stieg am Bahnhof Ikebukuro in die Seibu Ikebukuro-Linie und fuhr bis zum Bahnhof Toshimaen. Von dort war es ein kurzer Fußweg, bis das Ziel vor mir auftauchte.
Eine Menschenansammlung am Eingang. Ein ungutes Gefühl beschlich mich, aber ich wollte es ignorieren und einfach hineingehen – da sprach mich ein Mitarbeiter an: „Entschuldigung, haben Sie eine Wartemarke?"
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