Es ist zur festen Tradition geworden, bei Reisen durch die Präfektur Hyogo in Richtung Tokai die Nacht vorher im Seaside Hotel Maiko Villa Kobe zu verbringen. Dieses Mal nutzte ich die dreitägigen Ferien vom 22. bis 24. November für eine Reise in die Präfektur Aichi, doch ich beschloss, die Reise bereits am Abend des 21. November zu beginnen.
Ich verließ die Arbeit früher als sonst, fuhr los und erledigte den Check-in gegen 18 Uhr. Im Auto während der Fahrt war ich natürlich in überschwänglicher Stimmung und sang die ganze Zeit aus vollem Hals, sodass meine Stimme beim Einchecken so heiser war, dass ich selbst erschrak.
Im Seaside Hotel Maiko Villa Kobe gibt es eine Sauna, die von Hiroshi Ota konzipiert wurde, dem Mann, der in Japan als „Sauna-König“ bezeichnet wird. Die Anlage verfügt über zwei konzeptionell unterschiedliche Saunen und zwei Kaltwasserbäder und begeistert selbst eingefleischte Saunafans. Hier wollte ich mein Vorabendfest veranstalten.
Nach einer gründlichen Dusche betrat ich als erstes die Sauna Mirumiru. Mirumiru ist mit einem großen Fernseher ausgestattet und darauf ausgelegt, Gespräche und geselliges Beisammensein zu fördern. Der Raum bietet allerlei besondere Elemente: einen Bereich zum Hinlegen sowie eine im Saunaraum eingelassene Vibrationswanne mit rund 30 °C Wassertemperatur, um den Körper zu kühlen, sodass man eine Saunaerfahrung genießen kann, die man so kaum woanders findet.
Da ich allein war, konnte ich keine Unterhaltung genießen, aber ich beschloss, die Sauna liegend zu erleben. In gewöhnlichen Super-Sentos ist es schwierig, sich in der Sauna hinzulegen. Einerseits, weil die meisten Saunen auf Sitzen ausgelegt sind, andererseits, weil andere Gäste anwesend sind. In einer Sauna jedoch, die von vornherein fürs Liegen konzipiert ist, ist das eine ganz andere Sache. Im Liegen wird der gesamte Körper gleichmäßig erwärmt, und das Empfinden unterscheidet sich völlig von dem beim sitzenden Saunagang. Ich persönlich empfinde liegend einen deutlich höheren Entspannungsgrad und habe das Gefühl, länger bleiben zu können als sonst.
Vom angenehmen Duft des im Saunaraum verwendeten Holzes umhüllt, ließ ich meinen Körper aufwärmen. Dann war es Zeit für das Kaltwasserbad. Es gibt zwei zur Auswahl. Ein Vibrationsbad mit etwa 17 °C und ein Cross-Counter-Kaltwasserbecken mit etwa 9 °C. Ohne zu zögern wählte ich das 17-Grad-Bad. Der durch die Sauna erhitzte Körper kühlte sich langsam ab. Die ideale Temperatur für ein Kaltwasserbad ist sicher Geschmackssache, aber ich bevorzuge persönlich 15 bis 17 °C. Das ist angenehm für den Körper und kühlt trotzdem effektiv. Bei einstelligen Temperaturen ist es schwer, entspannt im Wasser zu verweilen, und man friert manchmal bis ins Mark. Es mag seinen Reiz als Erlebnis haben, aber wenn ein 15-bis-17-Grad-Bad vorhanden ist, lasse ich das einstellige aus.
Nach einer Ruhepause auf dem Stuhl neben dem Kaltwasserbad begann ich meinen zweiten Saunagang, diesmal in der Sauna Mokumoku. Mokumoku ist im Gegensatz zu Mirumiru auf stille Einkehr ausgelegt, in der man selbst löyly genießen kann. Gespräche sind verboten. Die Beleuchtung ist gedämpft, es ist eine Sauna für alle, die das Gespräch mit sich selbst suchen. Begeistert davon, dass zwei so grundverschieden konzipierte Saunen in derselben Anlage nebeneinander existieren, betrat ich Mokumoku.
In Mokumoku hatte ich das Glück, die Sauna für mich allein zu haben. So konnte ich nach Herzenslust löyly machen. In Saunen mit der Möglichkeit zum selbstständigen löyly sollte man diese Gelegenheit aktiv nutzen, so sehe ich das jedenfalls. Denn ohne Pflege trocknet ein Saunaraum immer weiter aus. Indem man regelmäßig Wasser auf die Saunasteine gibt und Dampf erzeugt, steigt der Komfort im Saunaraum und die Haut wird geschont. Durch das ausgiebige löyly war mein Körper am Ende vollkommen in Bestform.
Anschließend genoss ich in beiden Saunen, Mirumiru und Mokumoku, je einen weiteren Durchgang, und damit endete mein Vorabendfest. Eine Sauna in einem gehobenen Hotel hat den Vorteil, dass kaum Leute dort sind. In Mokumoku hatte ich beide Runden ganz für mich, und in Mirumiru waren es nur etwa drei Personen, angenehm ruhig. Es ist schön, in einem belebten Super-Sento Onsen und Sauna zu genießen, aber manchmal braucht man auch das. Eine ruhige, stilvolle Umgebung, um die Sauna in aller Stille zu erleben. Neue Umgebungen bringen neue Impulse. Und das gilt für alles im Leben.
Ich freute mich bereits auf die dreitägige Saunareise durch die Präfektur Aichi, und allein die Vorfreude darauf ließ mich kaum schlafen. Doch nach und nach schwand das Bewusstsein, und ich versank in tiefen Schlaf.
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