Der zweite Abend meiner Nagoya-Sauna-Reise brach an.
Morgen geht es wieder nach Hause, also ist das heute Nacht der letzte Abend. Das Ziel steht schon fest: Sauna Eagle, eine reine Herrensauna in Chiryu, Aichi. Eine bekannte Anlage mit zwei Saunen (Hauptsauna und Meditationssauna) sowie drei Kaltwasserbecken mit 7 °C, 16 °C und 30 °C.
Ich fuhr mit dem Auto vom Hotel weg und kam gegen 20:00 Uhr an. Am Empfang holte ich meinen Spindschlüssel und ging in den Badebereich. Gleich rechts nach dem Eingang befand sich die Hauptsauna – ein aufguss-Event war gerade in vollem Gange. Drei Mitarbeiter schlugen gemeinsam die Hitze um, und der Saunaraum wirkte schon von außen brutal heiß. Die Mitarbeiter selbst schwankten schon etwas.
Das Schauspiel ließ ich erst einmal links liegen, duschte mich gründlich und ließ mich in das künstliche Thermalbad gleiten. Ein langer Tag neigt sich dem Ende – dieses Gefühl überkam mich. Nach einem ausgiebigen Aufwärmen begab ich mich in die Hauptsauna, die das aufguss-Event gerade hinter sich hatte. Der Raum war geschwängert mit Aromaduft und ziemlich feucht. Das Thermometer zeigte 85 °C an, aber gefühlt waren es mindestens 100 °C. Ich wärmte meinen Körper bis in den Kern. In einem Saunaraum ist kein Raum für überflüssige Gedanken. Die Hitze ist so intensiv, dass sich die ganze Aufmerksamkeit auf Herzschlag und Schweiß richtet. Störende Gedanken lasse ich einfach vorbeiziehen und konzentriere mich ganz auf den Zustand meines Körpers. Dieses Gefühl liebe ich.
Direkt vor der Hauptsauna befindet sich das Kaltwasserbecken. Ein Schild erklärt: „Wenn ihr den Schweiß gründlich abgespült habt, dürft ihr auch untertauchen.

Das ist unglaublich wohltuend. Den ganzen Körper gleichmäßig abzukühlen, indem man bis zum Kopf untertaucht – das ist das Beste. Da der Kopf in der Sauna genauso erhitzt wird wie der Rest des Körpers, steigert das Untertauchen das Erfrisc hungserlebnis enorm. Damit stand fest: Das ist eine Weltklasse-Anlage.
In Japan gilt in vielen Thermalbädern ein Tauchverbot – vor allem aus hygienischen Gründen und zur Infektionsprävention. Wenn das Wasser jedoch aktiv zirkuliert und ständig aus dem Becken überläuft, wird Schmutz weggespült und das Wasser bleibt sauber. Auch bei Sauna Eagle wird frisches Wasser kontinuierlich zugeführt, während das alte ablä uft. Der Wasserkreislauf ist ausgezeichnet. Man merkt, dass hier wirklich mitgedacht wurde.
Nach dem Kaltwasserbecken ging ich in den inneren Ruhebereich mit einer Reihe von Liegestühlen. Es gab viele Stühle – man spürt die Absicht, die kostbaren Momente nach dem Kaltwasserbad nicht zu verpassen. Ich ließ mich in einen Stuhl fallen und starrte gedankenverloren vor mich hin. Ich ließ die Reise Revue passieren und überlegte, wohin ich als Nächstes fahren würde. Während ich so vor mich hin träumte, normalisierte sich mein Herzschlag. Das Zeichen für den zweiten Durchgang.
Für den zweiten Durchgang ging ich in die Meditationssauna. Sie liegt etwas weiter vom Kaltwasserbecken entfernt, was den Weg etwas umständlich macht – aber kaum hatte ich den Saunaraum betreten, war ich von seiner Gestaltung begeistert. Der Raum ist dunkel, und selbst ein rastloser Geist würde dort unweigerlich in Meditation verfallen. Außerdem gab es zwei besondere Plätze: hölzerne Bänke in Form von Liegestühlen, auf denen man liegend saunieren kann. Als ich eintrat, waren diese Plätze zufällig frei. Ich legte mich ohne zu zögern hin.
In Japan ist es üblich, in der Sauna zu sitzen. Anlagen, in denen man liegend saunieren kann, sind eine echte Rarität. Liegend zu saunieren ist wirklich wunderbar. Zuerst breitet sich eine wohltuende Wärme gleichmäßig über den ganzen Körper aus, dann spürt man, wie der Puls allmählich steigt. Da die Wärme den ganzen Körper gleichmäßig trifft, wird nur der Kopf nicht überhitzt. Man kann den Körper in Ruhe durchwärmen. Die Meditationssauna in Sauna Eagle hat eine Raumtemperatur von etwa 70 °C – nicht zu heiß. Ein angenehmes Wärmeniveau, das zum entspannten Genuss einlädt. Die Hauptsauna ist richtig heiß, die Meditationssauna angenehm sanft. Raum, Temperatur und Luftfeuchtigkeit – in allem steckt erkennbar viel Herzblut.
Im dritten Durchgang badete ich erneut in der intensiven Hitze der Hauptsauna und machte anschließend einen Wechselbad-Gang: erst 7 °C, dann 16 °C Kaltwasserbecken. Im vierten Durchgang genoss ich nochmals die sanfte Wärme der Meditationssauna. So absolvierte ich insgesamt vier Runden – je zwei in jeder Sauna.





