Genki Onsen Banpaku Oyuba
Vol.5
Ōsaka
Mai 9–10, 2026 Saunareise Kyoto-Osaka

Genki Onsen Banpaku Oyuba Erfahrungsgeschichte

Das Freiluft-Felsenbad mit überwältigendem Freiheitsgefühl

📅10. Mai 202613:00
Die heutige Zeit ist eine Ära, in der Effizienz in allen Dingen im Vordergrund steht. Dank der Entwicklung der IT-Technologie kann man Produkte bekommen, ohne überhaupt vor Ort zu sein, per Video in eine simulierte Erfahrung eintauchen und sogar mithilfe von KI in Sekundenschnelle alles Mögliche erzeugen. Doch in Bezug auf Onsen und Sauna bleibt einem, ganz gleich wie man es dreht, nichts anderes übrig, als den eigenen Körper an diesen Ort zu bringen und es direkt zu erleben. Der Grund, warum mich Saunareisen so sehr anziehen, liegt darin, dass sie eine zutiefst lebensspürbare Handlung sind und mir das Gefühl, wirklich zu leben, mit ungeheurer Wucht vor Augen führen. Während ich darüber nachdachte, erreichte ich Genki Onsen Banpaku Oyuba in Suita, Osaka. Tatsächlich hatte ich noch vor gerade einmal 30 Minuten in Saito Tennen Onsen Sumire no Yu in der Sauna gesessen. Und davor hatte ich bereits eine Morgensauna in Kyoto hinter mir. Das heißt, es war noch nicht einmal Mittag, und dennoch war dies schon mein dritter Badgang an diesem Tag. Sauna-Fans würden vielleicht zustimmend sagen: sehr gut!, doch für gewöhnliche Menschen ohne diesen Bezug müsste es wie blanker Wahnsinn, wie ein abnormales Verhalten wirken. Für mich jedoch ist genau diese extreme Intensität der eigentliche Reiz des Reisens. Obwohl es noch vor Mittag war, war die Anlage bereits recht gut besucht. Ich ging durch die saubere Lobby und erledigte den Empfang. Auf dem Weg zum großen Badebereich vergaß ich nicht, mir auch die Speisekarte des Restaurants genau anzusehen. Denn auch das ist ein Genuss: In die Sauna zu gehen und sich dabei vorzustellen, was man nach dem Bad essen wird. Ich zog mich in der Umkleide aus und trat in den großen Badebereich. Als Erstes fiel mir das Innenbad ins Auge, dessen hohe Decke ein großzügiges Raumgefühl vermittelte. Neben zahlreichen Waschplätzen standen dort verschiedene Bäder zur Auswahl. Außerdem verfügte die Sauna im Innenbereich über eine doppelte Ausstattung aus Ferninfrarot-Heizer und Steinsaunaofen, und direkt daneben war perfekt platziert das kalte Tauchbad. Doch was mein Herz wirklich eroberte, war der Außenbereich. In dem weitläufigen Freiluftbad strömte stetig natürliches Thermalwasser hinein. Ein derart großes Felsenbad mit Onsenwasser zu füllen, wäre ohne eine äußerst reiche Wassermenge schlicht unmöglich. Ein überwältigendes Gefühl von Freiheit, während man unter dem blauen Himmel eintaucht. Genau mein Ding, mitten ins Schwarze. Neben diesem Felsenbad gab es draußen noch drei weitere Badebecken sowie eine Sauna. Und genau diese Außensauna wurde zum Hauptdarsteller des heutigen Programms, ein wahrhaft erstklassiger Ort. Nachdem ich die Anlage erkundet hatte, nahm ich rasch eine Dusche und ließ mich sofort in das natürliche Onsen im Außenbereich sinken. Das Baden in dem offenen Felsenbad war, wie immer, etwas ganz Besonderes. Da dies bereits mein dritter Badgang an diesem Tag war, wurde mein Körper ungewöhnlich schnell warm. Das erste Set begann ich in der Ferninfrarot-Sauna im Innenbereich. Auf dem Fernseher im Raum liefen Highlights aus der Major League, und während ich sie gedankenverloren ansah, wärmte ich meinen Körper langsam und gründlich auf. Als ich ordentlich ins Schwitzen gekommen war, verließ ich den Saunaraum und kühlte mich im kalten Tauchbad des Innenbereichs direkt daneben wieder klar herunter. Eine Temperaturanzeige gab es nicht, aber vom Gefühl her dürfte es etwa 17–18℃ gewesen sein. Der Reiz war nicht zu stark, und es war angenehm genug, um lange darin zu bleiben. Danach wechselte ich in den Außenbereich, ließ mich vom Sonnenlicht bescheinen und machte ein offenes Luftbad, während ich den blauen Himmel betrachtete. In dem Bereich zum Hinlegen lagen bereits viele Männer bewusstlos darnieder. Würde ich mich an einem derart offenen Ort hinlegen, würde auch ich wohl das Bewusstsein verlieren. Nachdem ich das Luftbad eine Weile genossen hatte, machte ich mich schließlich auf zum eigentlichen Höhepunkt, dem zweiten Set in der Außensauna mit löyly. Diese Sauna war außerordentlich großartig. Auf einer Fläche, die Platz für etwa 12 Personen bot, war der Raum kreisförmig um den zentral vorderen Saunaofen angeordnet. Die Raumtemperatur dürfte bei etwa 85℃ gelegen haben. Besonders bemerkenswert war ihre Dunkelheit: Sobald man die Tür nicht öffnete, war es beinahe stockfinster. Genau diese Atmosphäre ist ideal für Meditation und die Auseinandersetzung mit sich selbst. Nach einer Weile startete das automatische löyly, das alle 12 Minuten ausgelöst wurde. Überraschenderweise dauerte dieses löyly sehr lange. Fast eine ganze Minute lang wurde Wasser auf die Saunasteine gegossen. Und auch die Art des Aufgusses war ausgezeichnet. Anstatt auf einmal viel Wasser zu geben, wurde es wie mit einer Dusche langsam zugeführt, sodass die Hitze im Saunaraum allmählich und doch sicher anstieg. Ein löyly ist nicht einfach etwas, bei dem man bloß viel Wasser über die Steine gießt. Würde man alles auf einmal aufgießen, würde sich die Hitzewelle stärker ausbreiten und man hätte ein stressiges Gefühl, als würde die Haut brennen. Doch diese Sauna hier ist so präzise konzipiert, dass sich der Dampf langsam und Stück für Stück ausbreitet, und genau das fühlt sich wunderbar an. Gegen Ende stieg die gefühlte Temperatur deutlich an, und das Ergebnis war mehr als ausreichend perfekt. Ich verließ den Saunaraum und ging erneut bis zum kalten Tauchbad im Innenbereich. Ein kleiner Wermutstropfen war für mich, dass es im Außenbereich kein kaltes Tauchbad gab. Zwischen der Außensauna und dem kalten Tauchbad im Innenbereich entsteht zwangsläufig ein zeitlicher Versatz. Direkt neben der Außensauna gibt es zwar ein rundes Whirlpool-Becken, aber wenn man dieses in ein kaltes Tauchbad umwandeln würde, wäre der Ablauf von Sauna zu kaltem Tauchbad und dann zum Luftbad nahtlos, und für Saunafans wäre das wohl eine nahezu perfekte Konfiguration ohne jeden Anlass zur Kritik. Beim zweiten Luftbad legte ich mich zwischen die übrigen Männer, die ebenfalls das Bewusstsein verloren hatten, und auch ich verlor, wenig überraschend, für eine Weile den Faden. Dann kam ich zu mir für das dritte Set. Dies sollte mein letztes Set des Tages sein. Ich machte mich erneut auf den Weg zur Außensauna mit löyly, wurde dort mit dem hervorragend getakteten Long-löyly gründlich durchgeheizt und setzte mich anschließend in das kalte Tauchbad im Innenbereich, womit meine Saunaaktivität hier ihren Abschluss fand.
Sauna-Mahlzeit Curryreis im Restaurant der Anlage
Sauna-Mahlzeit Curryreis im Restaurant der Anlage
Genki Onsen Banpaku Oyuba war eine weit großartigere Anlage, als ich es mir je hätte vorstellen können. Dem Peak-End-Prinzip folgend, beschloss ich, meine diesjährige Saunareise mit diesem herausragenden Erlebnis hier abzuschließen. Nach langer Zeit war ich wieder auf einer Saunareise, und ja, Reisen sind einfach das Beste. Man erlebt neue Räume, denen man im Alltag niemals begegnen würde, und gewinnt neue Eindrücke, indem man Städte besucht, in die man zuvor noch nie gereist ist. Sowohl Erlebnisse, die alle Erwartungen übertreffen, als auch solche, die das nicht tun, werden zu einem Teil des eigenen Schatzes. Am meisten gefällt mir, dass es sich um eine reale Erfahrung mit dem eigenen Körper handelt. In einer Zeit, in der die Digitalisierung voranschreitet und alles Virtuelle in sich abgeschlossen werden kann, ist der Wert unschätzbar, die Hitze mit der eigenen Haut zu spüren, den Körper im kalten Wasser zusammenzuziehen und in der Außenluft den Atem zu ordnen. Und ein Essen nach einer erstklassigen Sauna und einem Onsen ist noch einmal etwas ganz Besonderes. Eine Saunareise ist eine der ehrwürdigsten Handlungen für den Menschen, weil man dabei mit dem ganzen Körper spürt, dass man lebt. Mit diesem Gedanken tief im Herzen machte ich mich auf den Heimweg.
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Ausgewählt von einem Experten, der täglich Onsen- und Saunaeinrichtungen besucht und über 300 Orte erkundet hat — nur wirklich Außergewöhnliches wird vorgestellt.

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