Nachdem ich in Tokorozawa im „BadenGarden“ das Morgensaunieren hinter mich gebracht hatte, genoss ich in einem nahegelegenen Café einen Kaffee und machte mich dann auf den Weg zum Bahnhof Higashi-Kurume. Von dort aus sollte es weitergehen zum „Spadium Japon (Spadium Japon)“, einer der größten Spa-Anlagen Japans.
Am Bahnhof Higashi-Kurume stieg ich in ein Taxi. Nachdem wir eine Weile gefahren waren, kam das Zielgebäude in Sicht. Es ist ein dreistöckiges Gebäude im Stadion-Stil und so groß wie ein Baseballstadion. Schon allein daraus, dass im Namen der Einrichtung „Spadium“ enthalten ist, dürfte das Thema sein, in einem riesigen, stadionartigen Raum Thermalbäder zu genießen und vielen Menschen Entspannung zu ermöglichen. Als ich den Ort tatsächlich besuchte, war ich von seiner Größe beeindruckt. Alles hier ist eine Spa-Anlage – da fragt man sich gespannt, welche Art von Anblick sich einem wohl eröffnen würde.
Doch in dem Augenblick, als ich an der Anlage ankam, traute ich meinen Augen kaum. Der Eingang von „Spadium Japon“ befindet sich im 3. Stock, doch vom Eingang im 3. Stock bis hinunter zum 1. Stock hatte sich eine lange Schlange gebildet. Vermutlich bildet sich nicht einmal bei bekannten Restaurants eine derartige Warteschlange. Da ich Warteschlangen hasse, dachte ich für einen Moment daran, den Besuch ganz abzubrechen, erinnerte mich dann aber sofort daran, dass ich ja ein Müßiggänger bin. Ich habe jede Menge Zeit. Selbst wenn ich eine Stunde warten müsste, wäre das doch kein Problem. Also stellte ich mich ans Ende der Schlange und wartete einfach geduldig auf den Einlass.
Nach etwa einer Stunde Wartezeit war ich endlich an der Reihe. Als ich eintrat, war ich von der Größe im Inneren überwältigt. In dem offenen Raum reihten sich mehrere Restaurants aneinander, und zahlreiche Gäste aßen, entspannten sich in Sesseln oder vertrödelten ganz nach Belieben ihre Zeit. Alle sahen sehr glücklich aus und hatten einen entspannten Gesichtsausdruck. Sie stellen sich sogar zum Zwecke der Erholung in eine Schlange. In diesem Sinne spüre ich wieder einmal, dass das Potenzial von Japans Onsen- und Saunakultur unendlich ist. Wenn Menschen müde werden, sehnen sie sich nach heißen Quellen und Saunen.
Nun ist es endlich Zeit, ins Bad zu gehen. „Spadium Japon“ führt den Betrieb unter dem Slogan „Naturquellenbad mit berühmtem Wasser“, und die Punkte, auf die man besonders achten sollte, sind die natürliche Thermalquelle, das Kaltwasserbecken und die Sauna. Vor allem beim Wasser soll es sich um dasselbe Wasservorkommen handeln wie bei den Quellwässern von Higashi-Kurume, die als einzige in Tokio zu den „100 berühmten Wässern der Heisei-Ära“ gewählt wurden, weshalb ich besonders gespannt darauf war, wie erfrischend das Kaltwasserbecken wohl sein würde.
Zuerst reinigte ich mich gründlich und tauchte dann langsam in das Naturthermalbad ein. Ob wohl Kohlensäure enthalten ist? Überall an meinem Körper hafteten Kohlendioxidbläschen, und schon nach wenigen Minuten wurde mir angenehm warm.
Als das Aufwärmen beendet war, machte ich mich auf den Weg in den Saunaraum. Die Sauna ist groß genug für etwa 30 Personen und in fünf Ebenen aufgebaut. Als ich mich ganz oben hinsetzte, spürte ich eine kräftige Hitze. Außerdem ist die Luftfeuchtigkeit extrem hoch, und der Saunaraum ist von dem Duft des Kiefern-Aromas erfüllt. Es ist ein sehr angenehmer Duft, den man am liebsten für immer einatmen möchte. Die Größe des Saunaraums, die Hitze, der Duft und die hohe Luftfeuchtigkeit. All das ist perfekt und erfüllt die Bedingungen für eine gute Sauna in jeder Hinsicht. Auch der automatische Aufguss alle 10 Minuten ist großartig. Durch diesen Aufguss wird nicht nur die hohe Luftfeuchtigkeit stets aufrechterhalten, sondern man kann jedes Mal wieder den Duft des Kiefern-Aromas genießen, was zusammen einfach hervorragend ist.
Nach der Sauna ging ich zum Kaltwasserbecken. Welche Erfrischung würde mir das als berühmtes Wasser bekannte Wasser wohl schenken? Es gibt zwei Kaltwasserbecken, eines mit 12 °C und eines mit 16 °C, und ich stieg zuerst in das 16-Grad-Kaltwasserbecken. Wie erwartet konnte ich die besondere Erfrischung genießen, die nur ein Kaltwasserbecken mit guter Wasserqualität bietet. Ich habe bisher in ganz Japan ausgezeichnete Kaltwasserbecken erlebt, und „Spadium Japon“ reiht sich nun ebenfalls in diese Gruppe ein. Ein erstklassiges Kaltwasserbecken vermittelt eine ganz andere Erfrischung als ein gewöhnliches Becken mit Leitungswasser. Es fühlt sich fast an, als wäre man in Minzwasser eingetaucht, mit einem kühlenden, prickelnden Gefühl auf der Haut, und auch nach dem Verlassen des Beckens hält das angenehme Gefühl noch eine Weile an. Da auch der Mensch ein Tier ist, reagiert der Körper wohl ganz natürlich auf gutes Wasser.
Als Nächstes war Außenbaden angesagt, und da bei „Spadium Japon“ auch die Atmosphäre im Freiluftbereich hervorragend ist und an diesem Tag das Wetter sehr gut war, warf ich mich auf einen der Ruheliegen und bekam bei der Sonnenbestrahlung mehr als einmal das Gefühl, ohnmächtig werden zu könnten.
Danach wiederholte ich Sauna und Kaltwasserbecken ohne jeden Gedanken, und ehe ich mich versah, waren fünf Sätze vorbei. Die Qualität von Onsen, Sauna, Kaltwasserbecken und Freiluftbad war durchweg hoch, und ich konnte nachvollziehen, warum Menschen sagen: Ich will selbst dann hierher kommen, wenn ich dafür in einer Schlange warten muss!