Mit einem Gefühl der Wehmut stand ich auf dem Bahnsteig des Bahnhofs Takeo Onsen.
Nachdem ich die Morgensauna im „OND HOTEL“ hinter mich gebracht hatte, war ich bereits mehr als ausreichend erfüllt. Doch für mich blieb noch ein weiteres Ziel übrig. Mit dem Zug machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof Futsukaichi.
In dem Moment, als ich am Bahnhof Futsukaichi ausstieg, regnete es in Strömen.
Ich verließ den Bahnhof und stieg im selben Zug direkt in ein Taxi. Als ich sagte: „Bitte bis Tenpai no Sato“, erwiderte der Fahrer: „Ja, dorthin fahren viele Leute.“, und ich dachte mir, dass es eine Einrichtung sei, die auch von Einheimischen geliebt wird. Kaum hatte ich das gedacht, war ich auch schon an meinem Ziel angekommen.
Das Erste, was ich in der Anlage spürte, war: „Hier sind viele Menschen.“ Obwohl es noch vor Mittag an einem Werktag war, war es lebhaft. Der Grund für diese Energie war schnell klar. Das Restaurant „Himehotaru“ innerhalb der Anlage veranstaltete ein Mittagsbuffet. Wohin man auch blickte, Männer und Frauen jeden Alters und jeder Generation richteten sich Gerichte aus allen Teilen Kyushus nach ihrem eigenen Geschmack an. Das war großartig, aber mein Ziel war die Sauna. Zuerst beschloss ich, mit einem Bad zu beginnen.
Nachdem ich den Empfang erledigt hatte, machte ich mich auf den Weg zum Männerbad. Als ich die Tür zum Umkleideraum öffnete, fiel mir zuerst die Höhe der Decke auf. Es wirkt nicht beengt. Schon allein deshalb weiß man irgendwie, dass es sich um eine gute Anlage handelt. Ich reinigte mich und trat in den Bereich des Innenbads.
Ich tauchte langsam in die natürliche Thermalquelle „Tenpai no Yu“ ein, die aus 1.500 Metern Tiefe sprudelt. Sie ist weich. Das farblose Wasser umhüllt den ganzen Körper mit einer glatten, sanften Haptik. Im Außenbad soll man bei gutem Wetter einen weiten Blick auf den Homan-Berg und die Stadt Chikushino haben können, doch an diesem Tag war es wegen des starken Regens diesig. Nun ja, so ist es eben manchmal. Im Leben gibt es nicht immer eine perfekte Situation.
Nachdem ich mich im Onsen ausreichend aufgewärmt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Saunazone. In „Chikushino Tenpai no Sato“ gibt es zwei Arten von Sauna.
Zuerst betrat ich die Hauptsauna namens „Sauna Chinju no Mori“. In dem Moment, als ich die Tür öffnete, stieg mir ein reiches Holzaroma in die Nase. Es ist ein luxuriöser Bau, bei dem bis zur Decke alles aus Red Cedar gefertigt ist.
Red Cedar bezeichnet die nordamerikanische Western Red Cedar (Thuja plicata). Es handelt sich um ein äußerst langlebiges Holz mit hervorragenden Eigenschaften gegen Fäulnis und Schädlinge, und da es einzigartige aromatische Bestandteile enthält, gilt es als eines der besten Hölzer für Saunen. Die Wärme wird nur schwer an die Haut weitergegeben, und das Holz erhitzt sich auch bei längerem Sitzen nicht so leicht. Der Duft, der sich von dem von Sugi oder Hinoki unterscheidet und irgendwo frisch und süßlich ist, erfüllt den gesamten Saunaraum.
Und dann war es in diesem Saunaraum vor allem das Vorhandensein eines Torii, in dem die Saunasteine verehrt werden, das meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Ein Torii im Saunaraum zu sehen, war auch für mich eine allererste Erfahrung. Die Sauna ist ursprünglich eine in Finnland entstandene Kultur, doch indem dort das Torii, das Symbol japanischer Heiligtümer, aufrecht steht, ist ein „heiliges Reich des Japanischen“ entstanden. Die Raumtemperatur beträgt 90 bis 95 °C. Mit drei Ebenen und Platz für etwa 15 Personen ist es ein großzügiger Raum. Auch die Leistung des großen Saunaofens ist mehr als ausreichend, und eine kräftige Hitze legt sich über den ganzen Körper.
Im Wasserbecken befindet sich 16 °C kaltes Wasser aus natürlichem Grundwasser des Bergs Tenpai. Das Gleichgewicht zwischen Temperatur und Wasserqualität ist hervorragend. In dem Moment, in dem man hineingeht, durchströmt einen ein erfrischendes Gefühl, als würde der ganze Körper schlagartig wach werden. Da ein leichter Chlorgeruch wahrnehmbar ist, scheint es sich nicht um ein Durchlaufbecken, sondern um ein Umwälz- und Filterverfahren zu handeln, doch selbst wenn man das berücksichtigt, steht außer Frage, dass die Wasserqualität mild und angenehm ist.
Das Abkühlen an der frischen Luft war wegen des starken Regens nicht im Freien möglich. Stattdessen beschloss ich, mich auf einen Infinity Chair zu legen, der im Bereich des Innenbads stand. Ich blickte zur Decke und genoss das Gefühl, wie die Anspannung aus meinem ganzen Körper wich.
Die zweite Runde führte mich zur selbstaufgegossenen Sauna namens „Sauna Tenmangu“. Auch dieser Raum ist vollständig mit Red Cedar ausgekleidet, und die Raumtemperatur liegt bei etwa 80 bis 85 °C. Es gibt keinen Fernseher, und man kann in einer ruhigen Atmosphäre das Selbst-Löyly genießen. Wenn man mit der Schöpfkelle Wasser aufgießt, steigt mit einem zischenden Geräusch eine große Menge Dampf auf. Die Luftfeuchtigkeit erhöht sich schlagartig, und die gefühlte Temperatur steigt deutlich an. In dieser Sauna sind alle Elemente vorhanden, um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
Die dritte Runde führte mich erneut in die Hauptsauna. Während ich das Torii betrachtete, streckte ich den Rücken und schwitzte. Draußen regnete es in Strömen. Doch in diesem Raum herrscht eine eigene Stille. Jedes Mal, wenn man die Saunakammer betritt, empfängt einen dieser reichhaltige Holzduft. Nach drei Runden endete an diesem Tag meine Saunatour.