
Vol.4
Yamanashi
Mär 19–22, 2026 Sauna-Reise durch Shizuoka, Yamanashi und Nagano
「Fujiyama Onsen」 Erfahrungsgeschichte
Die beeindruckende Präsenz reiner Holzkonstruktion und die Wohltat des Vanadiums
📅20. März 202611:00
Erfahrung ist ein Trade-off.
Manchmal bekommt man nicht das, was man erwartet. Stattdessen trifft man an unerwarteten Orten auf Großartiges. Ich befand mich genau in dieser Situation, als ich im Hotel Mount Fuji nicht einmal einen Millimeter von Fujisan sehen konnte. Doch wenn man mit Hoffnung weitermacht, kann man plötzlich mit unerwarteten Belohnungen überrascht werden. An diesem Tag sollte ich das selbst erleben.
Ich checkte aus dem Hotel Mount Fuji aus und stieg in den Shuttlebus. Am Fujisan Station angekommen, holte ich mir zuerst ein Fahrrad beim Fahrradverleih. Auf Reisen nutze ich an Orten, die ich zum ersten Mal besuche, oft Fahrräder. Ich mag Spaziergänge in der Stadt, aber zu Fuß braucht man lange und die Reichweite ist begrenzt. Mit dem Fahrrad kann man ein großes Gebiet abdecken und sofort absteigen, wenn man auf eine großartige Aussicht trifft, um sie zu genießen. In Fujiyoshida, wo sich grandiose Blicke auf Fujisan bieten, war ich überzeugt, dass das Fahrrad das stärkste Werkzeug ist. Diese Vorahnung sollte sich eindrucksvoll bewahrheiten.
Mit dem Fahrrad fuhr ich zur Fuji-Berg-Onsen (Fujiyama Onsen). Es war 11 Uhr vormittags. Das Gebäude strahlte bereits von außen Geschichte aus. Drinnen war es sehr ruhig. Kurz gesagt: es war leer. Kein Wunder, denn das Fuji-Berg-Onsen bietet ein Morgenbad von 6:30 bis 9:00 Uhr für 800 Yen, der Normalpreis liegt bei 2.000 Yen. Als ich um 11 Uhr ankam, war die Morgenbadegeneration längst verschwunden. Kostentechnisch wäre das Morgenbad günstiger gewesen. Wer aber hochwertige Erfahrungen sucht, handelt gegen den Strom der Massen. Ich bevorzuge es, die ruhigen Zeiten zu wählen und Sauna und Kaltwasserbecken für mich allein zu genießen. So mache ich das.
Nachdem ich mich angemeldet hatte, ging ich in die große Badehalle. Sobald ich den Duschbereich betrat, traf mich der erste Eindruck wie ein Schlag.
Ich blickte sofort zur Decke und verlor fast die Sprache. Weit über mir erstreckte sich eine gewaltige Holzbalkenkonstruktion ganz ohne einen einzigen Nagel. Keyaki, Hinoki, Matsu. Der Duft des Holzes vermischte sich mit dem Dampf und erfüllte die Nasenhöhle. Als ich auf die Hauptsäule schaute, war sie unfassbar dick. Man sagte, es sei eine Keyaki mit über 200 Jahren. Die Deckenhöhe beträgt 12 Meter, die Badehalle mehr als 100 Tsubo. Ich habe über 300 Einrichtungen besucht, aber noch nie bin ich beim Betreten eines Baderaums so überwältigt gewesen. Noch bevor ich ins Bad stieg, war ich schon beeindruckt. Kann das wirklich sein?
Doch das Fuji-Berg-Onsen besteht nicht nur aus Architektur. Onsen, Sauna und Kaltwasserbecken sind allesamt erstklassig.
Angesichts dieser Wucht verweilte ich eine Weile am Eingang, bis mich ein älterer Stammgast mit fragendem Blick musterte. Ich besann mich und begann, mich zu reinigen.
Zuerst wärmte ich mich im Innenbecken mit der natürlichen Onsenquelle auf. Die Wasserqualität des Fuji-Berg-Onsen ist landesweit selten: eine gute natürliche Onsenquelle, die Magnesium, Calcium, Natrium-Bikarbonat, Sulfat und Chlorid kombiniert. Ich ließ mich im Wasser treiben und blickte auf die Balkenkonstruktion über mir. Die Wärme des Holzes und der Dampf schufen einen wunderschönen Raum. Im Bad Architektur zu bewundern, während man ein Bad nimmt, ist ein Erlebnis, das man nicht oft hat.
Erste Runde: Ich ging zur FUJIYAMA SAUNA. Eine große iki-Ofen prunkt in der finnischen Sauna, das Licht ist gedimmt und ein dunkel-modernes Ambiente breitet sich aus. Platz für etwa 20 Personen, doch ich war der einzige Nutzer. Ich hatte die Sauna für mich allein. Es gab keinen Fernseher. Ein Umfeld, in dem man sich in Ruhe mit sich selbst auseinandersetzen kann. Ich liebe diese frühe Morgenzeit.
An der Wand der Saunakabine fiel mir ein Wandbild ins Auge. Es stamme angeblich vom Autor Tanaka Katsuki, der mit dem Manga Sa-dō den Saunaboom in Japan ausgelöst hat. Darauf sind Menschen zu sehen, die beim Blick auf Fujisan löyly genießen. Auch ich wollte beim Blick auf Fujisan die Sauna genießen, doch weder gestern noch an diesem Morgen war das möglich. Wenigstens in diesem Wandbild ist Fujisan zu sehen. Das tröstete mich ein wenig.
Gut durchgewärmt ging ich ins Kaltwasserbecken. Das Wasser stammt aus 150 Metern Tiefe, ein natürliches, vanadiumhaltiges Quellwasser von Fujisan. Die Wassertemperatur liegt bei etwa 13°C, doch es sticht nicht in die Haut. Es ist so angenehm, dass man am liebsten länger bleiben möchte. Bei normalem Leitungswasser mit 13°C würde die Haut stechen und man könnte nicht lange darin bleiben. Dieses Gefühl erlebt man nur bei einem Kaltwasserbecken mit natürlichem Wasser. Der Vanadiumgehalt soll etwa doppelt so hoch sein wie bei handelsüblichen Mineralwässern. Man spürt, wie der Körper sich freut.
Beim Außenaufenthalt bewegte ich mich in den großzügig mit schönen Steinen gestalteten Außenbereich, wo etwa zehn Liegen standen. Die Atmosphäre war herausragend. Kaum saß ich, fiel Sonnenlicht ein. Man konnte gleichzeitig Sonnenbaden genießen. Schon nach der ersten Runde war ich in ein kaum zu beschreibendes Wohlgefühl gehüllt.
Dass die Sonne hervorkam, ließ hoffen, dass es nun aufklaren würde. Vielleicht würde ich Fujisan doch noch sehen. Meine Stimmung hellte sich auf.
Zweite Runde: Nach dem Außenaufenthalt tauchte ich in das Freiluftbad mit der natürlichen Onsenquelle. Nach dem erstklassigen Kaltwasserbecken und dem Außenaufenthalt fühlt sich ein anschließendes Bad in der Onsenquelle geradezu unwirklich angenehm an. In hervorragenden Onsen-Einrichtungen ist diese Abfolge ein Standard: langsam den Körper wieder aufwärmen und dann zurück in die FUJIYAMA SAUNA.
Während ich mich eine Weile erwärmte, wurde der iki-Ofen angestrahlt. Rot, Grün, Hellviolett wechselten die Farben, und danach begann eine automatische löyly. Natürlich wurde vanadiumhaltiges Fujisan-Wasser aufgegossen. Angenehmer Dampf erfüllte die Saunakabine und die gefühlte Temperatur stieg rapide. Die Zeit fürs Kaltwasserbecken rückte näher.
Ich sprang in das vanadiumhaltige Kaltwasserbecken. Der Körper wurde scharf und erfrischend gekühlt. 13°C, und doch empfand ich es seltsamerweise als äußerst angenehm. Ich hätte gern noch ein wenig länger verweilt. Der Körper schien zu jubeln. Als ich mich auf eine Liege für den Außenaufenthalt fallen ließ, lag ich eine Weile benommen in der Sonne und konnte mich nicht bewegen.
Dritte Runde: Außenaufenthalt, natürliche Onsenquelle, Sauna, Kaltwasserbecken — so führte ich die Abfolge aus und beendete damit meine Saunaaktivität am Vormittag. Bevor ich die Badehalle verließ, warf ich noch einmal einen Blick nach oben auf jene Balkenkonstruktion. Es fiel mir schwer, Abschied zu nehmen. Das ist ein Ort, an den ich unbedingt wiederkommen möchte.

Teller mit Karaage vom Shingen-dori-Huhn

Gebratene Leber mit Knoblauch-Schnittlauch

Blick aus dem Panorama-Ruheraum der Einrichtung

Blick auf den Mount Fuji vom Kawaguchi-See
Nach dem Bad ging ich in die Lounge im 3. Stock.
Hinter dem Fenster stand Fujisan.
Der Berg, der gestern Abend bis heute Morgen nie sichtbar war, zeigte sich nun endlich vor mir. Er war in der Realität zehnmal größer als auf den Fotos, die ich im Kopf hatte. So groß und so schön. Nach dem Bad saß ich etwa 30 Minuten in der Lounge und starrte auf Fujisan. Ich konnte mich nicht rühren.
Im Restaurant aß ich etwas und schwang mich wieder auf das Fahrrad. Ich fuhr in Richtung Kawaguchiko.
Als ich am Kawaguchiko ankam, war der Himmel hellblau. Auf dem Fahrrad überquerte ich die Kawaguchiko-Brücke und hielt mehrmals an, um Fotos zu machen. Fujisan spiegelte sich im See. Das Blau des Himmels und das Weiß des Schnees. Solche Bilder kann es doch kaum geben, dachte ich.
Ich stellte das Fahrrad am Ufer von Kawaguchiko ab und setzte mich auf eine Bank. Die Aussicht, die ich so lange sehen wollte, lag direkt vor mir. Der Berg, den ich seit gestern Abend sehnsüchtig erhofft hatte, stand nun würdevoll dort. Es war eine sprachlose Rührung. Für eine Weile konnte ich an nichts anderes denken.
Der Traum, im Hotel Mount Fuji die Sauna mit Aussicht auf Fujisan zu erleben, ging zwar nicht in Erfüllung. Stattdessen aber traf ich im Fuji-Berg-Onsen auf großartige Architektur, Onsen und Sauna, sah nach dem Bad zum ersten Mal das vollständige Fujisan und erhielt beim Radfahren am Kawaguchiko so oft beeindruckende Ausblicke, dass ich immer wieder anhalten musste. Dass etwas nicht möglich ist, bedeutet auch, dass etwas anderes möglich sein kann. Wenn man mit Hoffnung handelt, bekommt man gelegentlich unerwartete Belohnungen.
Ich gab das Leihrad zurück und genoss Fujisans Panorama bis zum Sonnenuntergang in vollen Zügen. Es war genug. Mehr wollte ich nicht.
Die nächtliche Saunareise begann nun. Ich stieg in den Zug der Fujikyu-Linie und machte mich auf den Weg zum nächsten Ziel, dem Übernachtungs-Onsen Yorimichi no Yu (Yamanashi Tomareru Onsen Yorimichi no Yu) in der Stadt Tsuru in der Präfektur Yamanashi.
Die Einrichtung in dieser Geschichte
Fujiyama Onsen
Natürliche heiße Quelle
Sauna vorhanden
Kaltwasserbad vorhanden
📍4-17-1 Shin-Nishihara, Fujiyoshida City, Yamanashi Prefecture
Öffnungszeiten🕐:06:30〜09:00, 10:00〜23:00

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