Endlich mal wieder ein Sauna-Hopping.
Ich rufe vom Yunohana Sento Zuisho Matsumoto-kan ein Taxi und fahre zum Ringo no Yuya Obu~. Mein Plan für die Morgensauna: 5 Runden insgesamt. Im Zuisho habe ich bereits 2 Runden absolviert, also bleiben noch 3 für das Obu~. Die Taxifahrt ist ein ideales Intervall. In den gut 20 Minuten im Wagen lasse ich die Aufregung vom Zuisho abklingen und komme zur Ruhe.
Ringo no Yuya Obu~ ist das endgültige Ziel dieser Reise.
Schon bei der Reiseplanung hatte ich beschlossen, diesen Ort als letzten Stopp einzuplanen. Ich hatte die Vermutung, dass es sich um die beste Einrichtung in ganz Nagano handelt. Das Kaltbad aus Nano-Wasser – Quellwasser der Nordalpen, das mithilfe von Nanotechnologie noch feiner aufbereitet wurde. Und man kann es sogar trinken. Von dem Moment an, als ich das erfuhr, konnte ich es kaum erwarten. Am Ende einer Reise möchte ich in der allerbesten Einrichtung ankommen. Das ist meine Philosophie. Wenn man eine Reise in der besten Einrichtung ausklingen lässt, brennt sie sich als schönste Erinnerung ins Gedächtnis.
Ich bin angekommen. Die Fassade, die ich so oft auf der Website gesehen hatte, steht nun endlich vor mir. Der Moment, in dem etwas, das man nur durch einen Bildschirm kannte, plötzlich real wird – das lässt mein Herz jedes Mal höher schlagen.
Es ist noch Vormittag, aber schon recht voll. Ein Beweis dafür, dass die Einrichtung bei den Einheimischen sehr beliebt ist. An der Rezeption kaufe ich ein Handtuch und gehe Richtung großes Badehaus. Da es offenbar auch viele Originalartikel gibt, werde ich auf dem Rückweg etwas mitnehmen.
Als ich den Badebereich betrete, bieten sich mir auf einen Blick 15 verschiedene Bäder. Kohlensäurebad, Whirlpool, hochkonzentriertes Sauerstoffbad. Eine beeindruckende Auswahl. Aber mein Ziel ist klar: Sauna und Kaltbad. Da ich mich im Zuisho bereits aufgewärmt habe, steige ich direkt in die Sauna ein.
Die erste Runde beginnt in der Arigatou SAUNA.
Es ist ein kompakter Raum für etwa 8 Personen, aber der Saunaofen ist offensichtlich viel zu groß für den kleinen Raum. Deshalb ist es so heiß. Auch die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Der Raum ist in dunklen Tönen gehalten und schafft eine ruhige Atmosphäre, in der man selbst löyly machen kann – allerdings gibt die Einrichtung den Zeitpunkt vor. Wenn das Licht aufleuchtet, wird Wasser in einen Behälter gefüllt. Wer sich berufen fühlt, gießt dann auf. Ich saß unvorsichtigerweise oben und hatte nicht aufgepasst. In dem Moment, als jemand aufgoss, traf mich der Dampf wie eine Welle. Der Schweiß brach aus wie ein Wasserfall. Gnadenlos. Ich hielt noch eine Weile durch, aber dann war mein Limit erreicht.
Ich gehe zum Binchotan-Kaltbad.
Es ist so wunderbar, dass mir die Worte fehlen.
13 bis 14 °C kalt, aber mit einer Weichheit, in der man ewig verweilen könnte. Es ist fast süßlich. Also das ist das Nano-Wasser aus dem Quellwasser der Nordalpen. Gleichzeitig nehme ich das Wasser, das die Binchotan-Wand hinabfließt, und das Wasser, das wie ein Wasserfall von oben herabfällt. Der ganze Körper wird abgekühlt – aber das ist eine völlig andere Dimension als ein normales Leitungswasser-Kaltbad. Es sticht nicht in die Haut. Es hüllt ein. Sanft reicht als Beschreibung nicht aus. Die Gabe der Nordalpen dringt in jede Zelle des Körpers ein.
Nach dem Kaltbad gehe ich in den Außenbereich. Liegestühle stehen bereit, als wollten sie sagen: Komm, entspann dich. Kaum setze ich mich hin, bemerke ich, dass meine Haut sich seidig glatt anfühlt. Wohl der Effekt des Nano-Wassers. Der Wind streicht über diese Haut. Es fühlt sich an wie eine sanfte Berührung, und fast verliere ich das Bewusstsein. Ich verharrte eine Weile wie in Trance.
Die zweite Runde geht in die Otokomae SAUNA. Sogar der Name der Sauna ist großartig.
Kaum betrete ich sie, kitzelt ein wunderbarer Aromaduft meine Nase. Offenbar hatte kurz zuvor ein Aufguss stattgefunden, dessen Duft noch im Raum hing. Die schwere Wandfläche aus übereinandergelegten Zedernholzplatten wirkt wie ein Kunstwerk. Die Sitzflächen sind breit und bieten viel Platz. Die Raumtemperatur liegt bei etwa 90 °C, mit angenehmer Luftfeuchtigkeit. Eine Sauna, die heiß ist und gleichzeitig Wohlbehagen schenkt. Das Selbst-löyly in der Arigatou SAUNA war schön, aber es ist auch herrlich, in einer großzügigen, offenen Sauna entspannt zu sitzen.
Während ich die Reise Revue passieren ließ, empfand ich ein tiefes Glück. Angefangen bei Sauna Shikiji in Shizuoka, über Yamanashi, bis ich schließlich in Nagano ankam. In jeder Einrichtung war ich in einem Kaltbad mit natürlichem Quellwasser und hatte in jeder ein unvergessliches Erlebnis. Solche Gedanken hegend, wärmte ich meinen Körper gründlich auf.
Erneut ab ins Binchotan-Kaltbad.
Ab dort bis kurz vor dem Start der dritten Runde fehlt mir jede Erinnerung. So wohl fühlte ich mich. Nachdem ich mich bei der Außenluftentspannung wieder gesammelt hatte, ging ich zu dem Einzelkaltbad im Freien namens Hitori-Mizu. In einem Shigaraki-Keramiktopf fließt ständig Nano-Wasser aus den Nordalpen. Ich schöpfte das Wasser aus dem Auslauf mit den Händen und trank es in einem Zug.
Ah, köstlich. Wunderbar. Einfach das Beste.
Die dritte Runde in der Otokomae SAUNA, die vierte in der Arigatou SAUNA. Ursprünglich hatte ich nur 3 Runden geplant, aber ich habe eine weitere hinzugefügt.
Mit jeder weiteren Runde wird mir das Ende der Reise bewusster. In der letzten Einrichtung gesellt sich zur Wohligkeit gleichzeitig eine Traurigkeit darüber, dass die Reise enden muss. Ich wünschte, sie würde ewig weitergehen, aber alles hat sein Ende. Nichts in dieser Welt währt ewig. Genau deshalb ist es wichtig, wie man dieses Ende erlebt. Nachdem ich die Reise nun in der allerbesten Einrichtung beendet habe, hat sich diese Erinnerung als schönste in meinem Inneren eingraviert. Ich werde Ringo no Yuya Obu~ auf jeden Fall wieder besuchen.